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"Der erste Tag lief gut" USA loben die Offensive auf Mossul

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Peschmerga-Kämpfer rücken von Osten auf Mossul vor.

(Foto: REUTERS)

Seit der Nacht greifen die irakische Armee und verbündete Milizen den Islamischen Staat in Mossul an. Experten rechnen mit langen, schwierigen Kämpfen. Doch am ersten Tag stößt die Allianz offenbar weiter vor als gedacht.

Die USA haben den Start der Offensive auf die IS-Hochburg Mossul im Irak gelobt. Die irakischen Sicherheitskräfte seien ihrem Zeitplan voraus, darauf deuteten erste Erkenntnisse hin, sagte Pentagon-Sprecher Peter Cook in Washington. "Der erste Tag lief gut." Man rechne jedoch mit großem Widerstand durch die Terrormiliz Islamischer Staat.

Der Islamische Staat hatte die Millionenstadt Mossul im Juni 2014 vollständig unter seine Kontrolle gebracht. Die seit Monaten vorbereitete Großoffensive auf die Stadt ist die entscheidende Phase im Kampf gegen die Extremisten im Irak. Nach Medienberichten sollen 30.000 Mann der Allianz 4000 bis 8000 IS-Kämpfern gegenüberstehen.

Irakische Sicherheitskräfte begannen am Morgen im Schutze der Dunkelheit mit der Operation. Die Stadt am Tigris ist von großer strategischer Bedeutung, vor allem wegen der umliegenden Ölfelder und Raffinerien. Es wird mit wochenlangen Kämpfen gerechnet. Die UNO und Hilfsorganisationen warnten vor einer humanitären Katastrophe. Die von Washington angeführte Anti-IS-Koalition unterstützt die Regierungstruppen und kurdische Peschmerga-Kämpfer mit Luftschlägen, Artillerie und Ausbildung.

Kurden sollen nicht in Stadt einmarschieren

Die Peschmerga-Kämpfer vertrieben die IS-Miliz aus mehreren Dörfern im Osten der Stadt, teilte das Zentralkommando der kurdischen Einheiten mit. Demnach beteiligten sich bis zu 4000 Peschmerga an drei Fronten an den Kämpfen in Chasir, um umliegende Dörfer vom IS zu befreien. Den Angaben zufolge wurde das Vorgehen der Kurden mit den irakischen Regierungstruppen koordiniert, die von Süden her auf Mossul vorrücken. Nach Angaben der Armee wurden dort zwölf Orte erobert.

Nach Angaben von Kurden-Präsident Massud Barsani wurde am ersten Tag der Offensive ein Gebiet von rund 200 Quadratkilometern erobert. Barsani lobte die gute Zusammenarbeit irakischer Kräfte und kurdischer Kämpfer.

Das Verhältnis zwischen der Zentralregierung und den kurdischen Autonomiegebieten im Norden des Landes war in den vergangenen Monaten sehr angespannt. Beide Seiten streiten sich unter anderem um Gebiete, die kurdische Peschmerga im Kampf gegen den IS unter Kontrolle gebracht hatten, auf die aber auch Bagdad Anspruch erhebt. Nach einer Absprache mit Bagdad unterstützen die Kurden die Offensive gegen den IS, rücken aber nicht in Mossul ein.

Umstritten ist auch der Einsatz schiitischer Milizen bei der Offensive. Diese hatten angekündigt, sich an der Militäroperation zu beteiligen. Die Sunniten lehnen das jedoch ab, weil sie befürchten, dass die schiitischen Milizen ihren Einfluss im Land noch weiter ausbauen könnten. Mossul ist die wichtigste sunnitische Stadt im Irak. Viele Sunniten fühlen sich von der Mehrheit der Schiiten im Land und von der schiitisch dominierten Zentralregierung diskriminiert. Bagdad versicherte, dass die schiitischen Milizen nicht in die Stadt eindringen würden.

Quelle: n-tv.de, mli/dpa/AFP

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