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Weiterer Schritt zur Annäherung USA und Kuba wollen Botschaften eröffnen

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Roberta Jacobsen sieht noch immer "ernste Differenzen" zwischen den beiden Staaten.

(Foto: AP)

Über 50 Jahre herrscht Eiszeit zwischen Kuba und den USA, doch die historisch bedeutende Annäherung der beiden Staaten verspricht einen Neuanfang. Nun wollen beide Länder sogar Botschaften eröffnen - ein großer Schritt in Richtung Zusammenarbeit.

Nach über 50 Jahren diplomatischer Eiszeit werden die USA und Kuba möglicherweise bis April Botschaften im jeweils anderen Land öffnen. Das teilte eine hochrangige US-Beamtin zum Abschluss der zweiten Verhandlungsrunde über eine Normalisierung der Beziehungen in Washington mit. Die Gespräche seien fruchtbar gewesen und hätten Fortschritte gebracht, sagte die zuständige Abteilungsleiterin im Außenministerium, Roberta Jacobsen. Allerdings blieben noch "ernste Differenzen".

Die USA und der sozialistische Karibikstaat unterhalten seit 1961 keine diplomatischen Beziehungen. Nach 18-monatigen geheimen Verhandlungen leiteten sie Mitte Dezember einen Annäherungsprozess ein. Eine erste offizielle Verhandlungsrunde hatte im Januar in Havanna stattgefunden. Experten erwarten von den Verhandlungsrunden keine durchschlagenden Ergebnisse. Es werde um Details gehen, hieß es.

Wichtige Gipfelbegegnung

Eine baldige Öffnung von Botschaften ist ein wichtiges Ziel. Am 10. und 11. April findet nämlich in Panama ein Amerika-Gipfel statt, bei dem sich auch US-Präsident Barack Obama und sein kubanischer Kollege Raúl Castro begegnen werden. Jacobsen zufolge wird eine US-Delegation in der kommenden Woche zu Gesprächen über Menschenhandel und zivile Luftfahrt nach Havanna reisen. Im März stünden Gespräche über einen verbesserten Zugang der Kubaner zum Internet und ein Dialog über Menschenrechte an. Die Amerikaner äußern sich unzufrieden über Bürgerrechtsverstöße der kubanischen Regierung.

Zu den bisherigen Streitpunkten gehört die Forderung Kubas, von der US-Liste der Terrorunterstützer gestrichen zu werden Dies ist eine Voraussetzung dafür, dass ausländische Banken Geschäfte in und mit Kuba machen können. Die USA lehnen es aber ab, diese Frage und die Verhandlungen über eine Normalisierung der Beziehungen miteinander zu verknüpfen. Die Gespräche gelten als erster Schritt, der ganze Prozess könne laut Experten Jahre dauern.

Quelle: n-tv.de, lsc/dpa

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