Politik

"Weniger Fotos, mehr Arbeit" Varoufakis' Auftreten erzürnt Griechen

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Yanis Varoufakis ist ein umstrittener Finanzminister.

(Foto: REUTERS)

Griechenland steht kurz vor dem Bankrott - und der Finanzminister des Landes posiert für eine Homestory in einer französischen Zeitschrift. Das ärgert nicht nur andere Politiker des Schuldenstaates, sondern irritiert auch den einfachen griechischen Bürger.

Der linke Vizepräsident des EU-Parlaments, Dimitris Papadimoulis, hat den griechischen Finanzminister Yanis Varoufakis indirekt aufgefordert, sich weniger fotografieren zu lassen und mehr zu arbeiten. Ohne Varoufakis namentlich zu nennen, schrieb Papadimoulis auf Twitter: "Wärmste Bitte: Weniger Interviews und Fotos und mehr Arbeit. Die Zeiten fordern Seriosität, Lösungen und messbare Ergebnisse."

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Papadimoulis ist Gründungsmitglied der linken griechischen Regierungspartei Syriza und einer der Vizepräsidenten des EU-Parlamentes. Er reagierte damit auf eine Homestory über den Finanzminister in der französischen Zeitschrift "Paris Match". Es ist bereits der zweite indirekte Rüffel an die Adresse von Varoufakis aus dem Kabinett. Anfang März hatte Regierungschef Alexis Tsipras von seinen Ministern "weniger Sprüche und mehr Arbeit" verlangt.

Am Freitag hatte "Paris Match" mehrere Fotos des Finanzministers mit seiner Frau im "Dolce Vita"-Stil in ihrem Penthouse in einem der teuersten Stadtviertel Athens unterhalb der Akropolis veröffentlicht. Einfache griechische Bürger zeigten sich im Fernsehen verwundert, dass sich Varoufakis angesichts der Schuldenkrise stundenlang für solche Fotoproduktionen Zeit nehme. Die griechische Boulevardpresse hatte kürzlich ausgerechnet, dass Varoufakis binnen 30 Tagen mehr als 40 Interviews vor allem im Fernsehen gegeben hat.

Varoufakis ist zuversichtlich

Varoufakis selbst ging bislang auf die Vorwürfe nicht ein. Im Schuldenstreit zeigte er sich ungeachtet der scharfen Töne zwischen Athen und Berlin optimistisch, dass es spätestens bis zum 20. April zu einer Einigung mit den Geldgebern kommen wird. Die griechische Regierung sei bereit, dafür einige ihrer Wahlversprechen zeitlich zu versetzen, sagte er. Details dazu nannte er jedoch nicht.

Athen muss bis zum 20. März in zwei Raten weitere 842 Millionen Euro an den Internationalen Währungsfonds (IWF) zurückzahlen und hätte damit die 1,5 Milliarden Euro IWF-Verpflichtungen für März erfüllt. Die Aussage von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble zu einem möglichen unbeabsichtigten Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone wollte Varoufakis nicht kommentieren. "Ich möchte Schäuble nicht aus einem so schönen Ort antworten", sagte er in dem italienischen Touristenstädtchen Como.

Quelle: n-tv.de, fma/dpa

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