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Bis 2019 Erhöhung auf 1,8 Prozent Versicherte müssen höhere Beiträge zahlen

Ein Anstieg um 0,3 Prozentpunkte bedeuten bei einem Monatsbruttoeinkommen von 2000 Euro gut 6 Euro mehr.

Ein Anstieg um 0,3 Prozentpunkte bedeuten bei einem Monatsbruttoeinkommen von 2000 Euro gut 6 Euro mehr.

(Foto: picture alliance / dpa)

Gesetzliche Krankenkassen wollen ihre Finanzlöcher in Zukunft mit erhöhten Zusatzbeiträgen stopfen. Schuld am Verlustgeschäft haben teure Reformen und ungenügende Zuschüsse vom Bund. Auf den Kosten bleibt der Arbeitnehmer sitzen.

Den gesetzlich Versicherten stehen in den kommenden Jahren deutlich steigende Beitragssätze ins Haus. Voraussichtlich werde der Zusatzbeitrag der Arbeitnehmer bis zum Jahr 2019 im Schnitt auf 1,8 Prozent steigen, sagte die Chefin des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), Doris Pfeiffer, in Nauen.

Im vergangenen Jahr war der Verband noch von einer Steigerung auf 1,4 bis 1,8 Prozent ausgegangen. Wie die aktuellen Entwicklungen zeigten, werde aber wohl das obere Ende erreicht werden, sagte Pfeiffer. In diesem Jahr liegt der Zusatzbeitrag, den die Arbeitnehmer allein zahlen müssen, im Schnitt bei rund 1,1 Prozent.

Pfeiffer verwies auf steigende Ausgaben, die die Einnahmen der gesetzlichen Krankenversicherung überstiegen, sowie auf eine Reihe kostspieliger Reformen der Regierung. "Steigende Zusatzbeitragssätze sind Realität", sagte die GKV-Chefin. Die Verbandsvorsitzende bemängelte zugleich, die Zuschüsse des Bundes für die Gesundheitsversorgung von Arbeitslosengeld-II-Empfängern seien zu gering.

Die Kassen erhalten für jeden Hartz-IV-Bezieher monatlich 90 Euro. Laut Pfeiffer müssten es jedoch 136 Euro sein. Daraus ergebe sich für dieses Jahr eine Deckungslücke von 2,3 Milliarden Euro. Den Zusatzbeitrag kann jede Kasse individuell festlegen. Hinzu kommt der allgemeine Beitragssatz, der bei 14,6 Prozent festgeschrieben ist und den sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer je zur Hälfte teilen.

Quelle: n-tv.de, sro/rts

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