Politik

U-Boote und "Eurofighter" Von der Leyen wirbt für deutsche Waffen

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(Foto: REUTERS)

Exporteinschränkungen und lange Zeit sinkende Militär-Etats: Die deutsche Waffen-Industrie kämpft um ihren Absatz. Nun springt der Branche die Verteidigungsministerin zur Seite - und stellt Indien Unterstützung beim Kauf in Aussicht.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat in Indien für den Kauf deutscher Rüstungsgüter geworben. Bei einem Treffen mit ihrem indischen Amtskollegen Manohar Parrikar in Neu Delhi bekräftigte sie das deutsche Interesse, weiter über einen Export des Kampfjets "Eurofighter" im Gespräch zu bleiben. Parrikar habe seinerseits Interesse an einer Kooperation mit der deutschen Industrie zum Bau eines U-Boots gezeigt. "Hier laufen offensichtlich schon Gespräche", sagte die CDU-Politikerin. Sie habe deutlich gemacht, "dass die deutsche Industrie dort auch von der deutschen Regierung unterstützt wird".

So offen hat von der Leyen im Ausland noch nie für deutsche Rüstungsgüter geworben. Das Verhältnis zwischen der Bundesregierung und der deutschen Rüstungsindustrie gilt als äußerst angespannt. Verantwortlich dafür ist der restriktive Kurs von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) bei Exportgenehmigungen, aber auch die von der Verteidigungsministerin eingeleitete Reform der Beschaffung von Rüstungsgütern für die Bundeswehr.

"Eurofighter" schlägt "Rafale"

Der "Eurofighter" ist ein Gemeinschaftsprojekt Deutschlands, Italiens, Spaniens und Großbritanniens, an dem Airbus maßgeblich beteiligt ist. Von der Leyen sagte in Delhi, sie spreche ihr Interesse an weiteren Gesprächen im Namen aller vier Länder aus. Bei den Herstellern Airbus, BAE Systems und Alenia Aermacchi könnte nun neue Hoffnung auf ein Milliardengeschäft aufkeimen.

Der Wettbewerb schien eigentlich schon gegen die französische "Rafale" verloren. 2012 erhielt der Hersteller Dassault den Zuschlag für die Produktion von 126 Jets. Bei den Details des Deals hakte es aber. Vor allem wurden sich beide Seiten nicht über den Produktionsort einig. Indien bemüht sich um möglichst viel Rüstungsproduktion im eigenen Land in Kooperation mit ausländischen Partnern. So kam der "Eurofighter" wieder ins Rennen.

Größter Rüstungsimporteur

Im April verkündete der indische Ministerpräsident Narendra Modi bei einem Frankreich-Besuch zwar die Beschaffung von 36 "Rafale"-Jets aus französischer Produktion. Wer den Rest des Geschäfts macht, ist aber offensichtlich noch offen.

Für die U-Boot-Produktion dürfte ThyssenKrupp Marine Systems im Rennen sein. Nach Angaben aus der deutschen Delegation hat die indische Regierung den Auftrag bereits im Inland ausgeschrieben. Die indischen Unternehmen sollen nun Kooperationspartner im Ausland finden, hieß es.

Indien ist der größte Rüstungsimporteur der Welt. Laut Friedensforschungsinstituts Sipri gingen in den vergangenen fünf Jahren 15 Prozent der weltweiten Waffeneinfuhren in das südasiatische Land - dreimal so viel wie nach China oder Saudi-Arabien.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa