Politik

Kämpfe in Gaza gehen weiter Weitere Airlines streichen Tel-Aviv-Flüge

Das Flugzeug ist für Israelis fast der einzige Weg, ihr Land zu verlassen. Doch jetzt sind zahlreiche Flüge ab und nach Tel Aviv gestrichen. Immer mehr europäische Fluggesellschaften setzen die Verbindung aus. Israel beteuert aber, die Lage im Griff zu haben.

Die Militäroffensive Israels im Gazastreifen geht mit unverminderter Härte weiter. Vor allem in dem Gaza-Viertel Schudschaijja sei man gegen ein "Bataillon" der Hamas im Einsatz, sagte Armeesprecher Peter Lerner. Die Hamas verfüge weiterhin über bis zu 4500 Raketen. Es seien bisher 25 Tunnel mit mehr als 70 Zugängen gefunden worden.

Inzwischen sind mehr als 650 Palästinenser im Gazakrieg ums Leben gekommen. Rund 4050 weitere Menschen wurden nach Angaben der Rettungsbehörden verletzt. Mit dem Tod zweier Offiziere stieg die Zahl der getöteten israelischen Soldaten auf mindestens 29.

Der Krieg beeinträchtigt nun auch massiv den internationalen Luftverkehr nach Israel. Zahlreiche Airlines stellten Verbindungen zum internationalen Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv wegen des dauernden Raketenbeschusses aus dem Gazastreifen vorübergehend ein. 80 von insgesamt 209 Flügen seien gestrichen worden, sagte Flughafensprecherin Liza Dvir.

Viele Israelis, die ins Ausland fliegen wollten, mussten wieder nach Hause fahren. Andere konnten nicht nach Israel zurückfliegen. Ein Flug der US-Airline Delta etwa hatte wegen der Reisewarnungen am Dienstag einen Zwischenstopp in Paris eingelegt. Israels Transportminister Israel Katz betonte, die nationale Fluggesellschaft El Al werde mehr Flüge einsetzen, um gestrandeten Reisenden zu helfen. Israelis können ihr Land praktisch nur per Flugzeug verlassen.

"Können den Flughafen schützen"

Auch die deutschen Gesellschaften Lufthansa und Air Berlin haben alle bis Donnerstagfrüh geplanten Flüge nach Tel Aviv ausgesetzt. Andere europäische Fluggesellschaften wie die französische Air France, die britische Easy Jet, die niederländische KLM, die spanischen Linien Iberia und Vueling und die lettische Air Baltic strichen ebenfalls Verbindungen nach Tel Aviv.Für US-Airlines gilt vorerst ein 24-stündiges Verbot.

Die US-Regierung verteidigte das befristete Flugverbot zum Tel Aviver Flughafen gegen Kritik aus Israel. Die Maßnahme diene einzig dazu, US-Bürger und Airlines zu schützen, sagte US-Außenminister John Kerry nach Angaben seines Ministeriums in einem Gespräch dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu.

Israel betonte hingegen die Sicherheit der Flüge nach Tel Aviv. "Wir sind überzeugt, dass wir den Flughafen schützen können", sagte Armeesprecher Lerner. Gleichzeitig betonte er jedoch, Israels Raketenabwehr sei "kein hermetisches System". Das System "Eisenkuppel" habe eine Erfolgsrate von etwa 90 Prozent. Es könne immer sein, dass eine Rakete durchrutsche.

Quelle: ntv.de, nsc/dpa