Politik
Das Stade de France am Tag nach dem Anschlag.
Das Stade de France am Tag nach dem Anschlag.(Foto: picture alliance / dpa)
Donnerstag, 19. Januar 2017

Vor Stadion in die Luft gesprengt: Weiterer Paris-Attentäter wohl identifiziert

Im November 2015 zünden drei Selbstmordattentäter vor dem Stade de France ihre Sprengstoffgürtel. Doch bis heute ist nur bei einem die Identität zweifelsfrei geklärt. Ein zweiter Angreifer soll ein junger Iraker gewesen sein, heißt es nun von einem Geheimdienst.

Einer der bislang unbekannten Selbstmordattentäter der Pariser Anschläge vom 13. November 2015 ist womöglich identifiziert. Bei einem der Angreifer auf das Fußballstadion Stade de France handelt es sich nach Auffassung des französischen Auslandsgeheimdienstes DGSE um einen irakischen Dschihadisten aus Mossul, wie aus Ermittlerkreisen verlautete. Er hieß demnach Ammar Ramadan Mansur Mohammed al-Sabaawi und war zum Zeitpunkt des Anschlags Anfang 20 Jahre alt.

Bei den Pariser Anschlägen hatten schwerbewaffnete Islamisten 130 Menschen getötet. Drei der Selbstmordattentäter sprengten sich während eines Freundschaftsspiels zwischen Deutschland und Frankreich vor dem Stade de France in die Luft.

Einer dieser drei Angreifer wurde bald als der Franzose Bilal Hadfi identifiziert. Die Leichen der beiden anderen Selbstmordattentäter, bei denen falsche syrische Pässe gefunden wurden, konnten zunächst nicht identifiziert werden. Beide waren als Flüchtlinge getarnt über die griechische Insel Leros nach Europa gekommen.

IS zahlte Familie 5000 Dollar

Der französische Geheimdienst kam der mutmaßlichen Identität eines dieser Männer über eine Zahlung an dessen Familie auf die Spur. Laut kürzlich freigegebenen Geheimdienstnoten vom Januar und Februar 2016 überreichten Verantwortliche des Islamischen Staates (IS) der Familie im Irak nach der Anschlagsserie umgerechnet 5000 Dollar und "Schafe". Dies sei als "Belohnung" gedacht gewesen.

"Die Agenten der DGSE haben sich für diese Zahlung interessiert und sind so auf den jungen Mann gekommen", hieß es aus Ermittlerkreisen. Der Selbstmordattentäter soll 1993 geboren sein und aus einem nordirakischen Dorf stammen. Später zog er mit seiner Familie in die Stadt Mossul, die im Sommer 2014 zur IS-Hochburg wurde.

Mit der mutmaßlichen Identifizierung von Ammar Ramadan Mansur Mohammed al-Sabaawi liegt nun noch die Identität des dritten Stade-de-France-Angreifers im Dunkeln. Ansonsten wurden alle Dschihadisten, die direkt an der Anschlagsserie beteiligt waren, identifiziert. Nur einer von ihnen ist noch am Leben: Salah Abdeslam wurde vier Monate nach dem Anschlag in Brüssel gefasst und befindet sich in Frankreich in Untersuchungshaft.

Quelle: n-tv.de