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Täter gefasst Zwei Deutsche in Hurghada erstochen

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Bei dem Mann soll es sich um den Attentäter handeln.

(Foto: REUTERS)

Nun herrscht Gewissheit: Bei den beiden bei der Messerattacke im ägyptischen Badeort Getöteten handelt es sich um deutsche Frauen. Der Täter - ein 27-jähriger ägyptischer Student - wird überwältigt. Die Tat sollte gezielt ausländische Touristen treffen.

Das Auswärtige Amt in Berlin hat den Tod von zwei deutschen Urlauberinnen bei einer Messerattacke im ägyptischen Badeort Hurghada bestätigt. "Wir haben nunmehr die traurige Gewissheit, dass zwei deutsche Urlauberinnen bei dem Angriff in Hurghada ums Leben gekommen sind", sagte eine Ministeriumssprecherin. Nach allem, was bislang bekannt sei, sollte die Tat gezielt ausländische Touristen treffen.

Nach Angaben des ägyptischen Innenministeriums war der Angreifer - ein 27 Jahre alter ägyptischer Student -  von einem öffentlich zugänglichen Küstenstreifen aus an einen Hotelstrand geschwommen und dort mit dem Messer auf Touristengruppen losgegangen. Die ägyptische Zeitung "Al-Masry Al-Youm" meldete unter Berufung auf den Manager des Hotels "El Palacio", der Täter habe zunächst an einem benachbarten Hotelstrand Urlauber attackiert, bevor er sich zum Strand seiner Anlage weiterbewegte. Dort sei er von Sicherheitsleuten und Gästen überwältigt worden.

Der außer Gefecht gesetzte Angreifer wurde auf einem Karren liegend durch den Garten einer Hotelanlage gezogen. Wer der Mann ist und was ihn zu der Tat bewegte, war auch Stunden nach dem Vorfall noch offen. Laut "Al-Masry Al-Youm" stammt der Täter aus dem Nildelta im Norden Ägyptens. In seinem Heimatort habe er einen guten Ruf, zitiert das Blatt einen Verantwortlichen aus dem Sicherheitsapparat. Er habe bisher keine Vorstrafen gehabt.

"Feige und niederträchtige Tat"

Das Auswärtige Amt verurteilte den Angriff. "Diese feige und niederträchtige Tat, die sich gezielt gegen Urlauber gerichtet zu haben scheint, die einfach nur eine unbeschwerte und erholsame Zeit am Meer verbringen wollten, verurteilen wir auf das Schärfste", erklärte ein Sprecher des Ministeriums. "Wir trauern mit den Familien der Opfer und hoffen, dass alle, die bei dem Angriff verletzt worden sind, rasch und vollständig wieder gesund werden."

Zur Herkunft der verletzten Urlauber gab es unterschiedliche Angaben. Die Agentur Tass meldete unter Berufung auf die Botschaft der Ukraine in Kairo, unter den Opfern seien - entgegen erster Berichte - keine ukrainischen Staatsbürger. Die Agentur Interfax berichtete, dass eine russische Frau verletzt worden sei und berief sich dabei auf das russische Konsulat. Das tschechische Außenministerium bestätigte, dass eine 36 Jahre alte tschechische Touristin bei der Messerattacke am Bein verletzt worden sei. Sie schwebe aber nicht in Lebensgefahr.

Unruhen gefährden Ägyptens Tourismus

Hurghada ist mit seinen mehr als 250 Hotelanlagen neben Scharm el Scheich das größte ägyptische Touristenzentrum am Roten Meer. Die Ferienregion ist auch bei deutschen Urlaubern beliebt. Der Badeort ist vor allem für seine durchgängig warmen Temperaturen und die faszinierende Unterwasserwelt bekannt, weshalb Hurghada als wichtigstes Ziel für Tauchurlauber am Roten Meer gilt.

Der Tourismus in Ägypten kämpft seit geraumer Zeit mit Problemen. Immer wieder kam es zu Anschlägen, die sich nicht nur gegen Sicherheitskräfte, sondern auch gegen Touristen richteten. Im April 2006 waren bei einem Dreifach-Anschlag im Urlaubsort Dahab 20 Menschen getötet worden, darunter ein Kind aus Deutschland. Im Juli 2005 starben bei einer Anschlagsserie im Badeort Scharm el Scheich 68 Menschen, unter ihnen auch westliche Touristen. Vier verschiedene Gruppen bekannten sich zu den Anschlägen.

Vor zwei Jahren stürzte zudem eine russische Passagiermaschine kurz nach dem Start aus dem Ferienort Scharm el Scheich über der Sinai-Halbinsel ab. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) behauptete später, das Flugzeug mit 224 Menschen an Bord durch eine Bombenexplosion zum Absturz gebracht zu haben.

Quelle: n-tv.de, wne/AFP/dpa

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