Politik

Weiteres Auto entdeckt Zwei der Pariser Attentäter lebten in Belgien

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Bei der Razzia in Molenbeek wurden mindestens fünf Verdächtige festgenommen. Einer von ihnen soll zur Tatzeit in Paris gewesen seinl.

(Foto: REUTERS)

Auf der Suche nach den Attentätern von Paris führt eine Spur nach Belgien. Bei Razzien in Brüssel werden sieben Verdächtige festgenommen. Nun kommt außerdem heraus, dass mindestens zwei Attentäter in Belgien gewohnt haben.

Die Ermittler haben inzwischen mindestens zwei der Attentäter von Paris identifiziert. Die beiden lebten zuletzt im Großraum Brüssel. Es handelt sich um Franzosen, wie die Brüsseler Staatsanwaltschaft der belgischen Nachrichtenagentur Belga bestätigte. Weitere Details zu ihrer Identität gibt es zunächst nicht. Unklar ist noch, ob es sich bei einem der Männer um den 29-jährigen Franzosen Omar Ismail Mostefai handelt. Er war als erster Attentäter identifiziert worden.

Dessen Vater und Bruder sind in Polizeigewahrsam. Die Wohnungen der beiden Männer wurden durchsucht. Mostefai war anhand eines Fingerabdrucks identifiziert worden. Er war den Behörden nach Angaben der Staatsanwaltschaft wegen seiner Radikalisierung bekannt und mehrfach vorbestraft, allerdings nie im Zusammenhang mit Terror-Netzwerken.

Brüssel vermutet Netzwerk

Derweil wurden bei der Anti-Terror-Razzia im Brüsseler Stadtteil Molenbeek nach jüngsten Angaben sieben Personen festgenommen. Ob sie in die Anschläge verwickelt sind, wird zurzeit Untersucht. Die Bürgermeisterin von Molenbeek Françoise Schepmans sagte dem Rundfunksender RTBF, es sei anzunehmen, "dass es sich um ein Netzwerk handelt". Der belgische Ministerpräsident Charles Michel sagte bereits am Samstag, dass mindestens einer der Festgenommenen am Abend der Anschläge in Paris gewesen sei.

Die Festnahmen bei der Razzia am Samstag erfolgten im Zusammenhang mit einem Polo, der in Belgien gemietet worden war und in der Nähe der Pariser Konzerthalle Bataclan parkte. Dort waren die meisten Menschen ermordet worden. Nach Angaben der Pariser Staatsanwaltschaft war eines der am Freitag verwendeten Autos in Belgien zugelassen und von einem dort lebenden Franzosen gemietet worden. Mehrere Augenzeugen der Anschläge hatten gesagt, einige Angreifer seien in einem Wagen mit belgischen Nummernschildern vorgefahren.

Nach jüngsten Angaben spielt mittlerweile ein weiterer Mietwagen mit belgischem Kennzeichen bei den Ermittlungen eine Rolle. Er wurde nach den Anschlägen in der Nähe des Pariser Friedhofes Père Lachaise entdeckt.

Der Mieter eines der Mietwagen soll am Samstagvormittag bei Cambrai in eine Routinekontrolle der Polizei geraten, zunächst aber nicht festgenommen worden sein. Ob er zu den am Abend in Molenbeek gefassten Personen zählt, blieb zunächst unklar. Die Staatsanwaltschaft bestätigte nur, dass das Fahrzeug, mit dem er zuletzt unterwegs war, in Molenbeek sichergestellt wurde.

Mutmaßliche Attentäter-Fahrzeuge gefunden

Ein weiteres Fahrzeug, das möglicherweise für die Anschläge benutzt wurde, hat die Polizei östlich von Paris gefunden. Der schwarze Seat sei in Montreuil entdeckt worden, hieß es aus Justizkreisen. Im Auto seien Kalaschnikow-Schnellfeuergewehre gewesen.

Die Ermittler glauben, dass in dem Seat mehrere Terroristen waren, die wahllos Menschen vor Cafés und Restaurants erschossen. Ob es sich dabei um einen oder mehrere der Festgenommenen in Belgien handeln könnte, ist bisher unklar. Die Täter könnten auch geflüchtet sein. Die Pariser Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass es insgesamt drei Terrorkommandos gab: Drei Angreifer sprengten sich an der Fußballarena Stade de France in die Luft. Weitere Attentäter beschossen Restaurants und Bars in der Innenstadt, die dritte Gruppe stürmte das Bataclan.

Sind es die Pässe der Attentäter?

Eine weitere Spur verfolgen die Ermittler anhand eines syrischen Passes, der in der Nähe einer der Leichen eines Attentäters gefunden wurde. Ob das Dokument einem der Angreifer gehörte, ist aber noch unklar. Der Mann, den der Pass ausweist, ist am 3. Oktober über Griechenland in die EU eingereist und ließ sich dabei als Flüchtling registrieren. Wie die serbische Zeitung "Blic" meldete, sei am 7. Oktober ein 25-Jähriger mit dem Namen Ahmed Almuhamed mit syrischem Pass von Mazedonien nach Serbien eingereist.

Er sei im Erstaufnahmezentrum in der südlichen Stadt Presevo registriert worden und habe dann seinen Weg nach Kroatien und später nach Österreich fortgesetzt. Die französischen Behörden haben sich laut "Blic" an Belgrad gewandt, um nähere Informationen über den Mann zu bekommen. Der Mann sei bei seinem Transit durch Serbien nicht bewaffnet gewesen.

Quelle: n-tv.de, hul/AFP/rts/dpa