Ratgeber
Freitag, 08. April 2016

Sparer in Not: 0,00 Prozent bei fast 100 Banken

Der Leitzins im Euroraum liegt brach. Noch können Sparer Tagesgeldkonten finden, die wenigstens etwas Zinsen für das Ersparte zahlen. Doch das Aufspüren wird schwieriger. Ein Vergleichsportal findet fast 100 Geldinstitute die - ja, genau - null Prozent bieten.

(Foto: imago/Westend61)

Die Leitzinssenkung im Euroraum auf 0,00 Prozent kommt langsam beim Sparer an. Trotz Mikrozinsen, Strafzinsen für Bankeneinlagen und milliardenschweren Anleihe-Kaufprogrammen ist die Inflation im Euroraum nach wie vor weit von der angestrebten Zwei-Prozent-Marke entfernt.

Für Sparer hat diese Politik gravierende Folgen. So sinken die Zinsen für die Geldanlage kontinuierlich. Ob Fest- oder Tagesgeld, viel ist mit dem Ersparten nicht mehr zu holen. Um die ihnen für das Geldparken von der EZB auferlegten Strafzinsen zu kompensieren, werden die Banken zunehmend Gebühren für ihre Dienstleistungen verlangen. Negative Zinsen für Sparer werden die Institute wohl so möglichst lange vermeiden. Wollen Sparer wenigstens die besten Konditionen am Markt abgreifen, bleibt ihnen das sogenannte Zinshopping nicht erspart.

Doch auch hier wird die Luft eng. So hat das unabhängige Vergleichsportal Verivox recherchiert, dass bei inzwischen 96 Banken 0,00 Prozent - also keine - Zinsen für das angebotene Tagesgeldkonto gezahlt werden. Dafür hat das  Vergleichsportal tagesaktuell die Angebote von mehr als 800 Banken bei einer Anlagesumme von 10.000 Euro ausgewertet. Anfang März – vor Mario Draghis rigorosem Schritt beim Leitzins – gab es erst bei 55 Banken null Prozent Zinsen, vor 2 Jahren waren es nur 2 Banken. Die Tages- und Festgeldzinsen sinken also weiter auf breiter Front.

Das Portal rät dazu, jetzt etwa drei bis fünf Monatseinkommen beim besten Tagesgeld-Angebot anzulegen. Das sind bei 10.000 Euro immerhin jährlich 90 Euro mehr Zinsen als bei einer Durchschnittsbank - als Reserve für überraschende Ausgaben.

Darüber hinaus kann es sich für Sparer aber lohnen, das Geld bis zu 2 Jahre fest anzulegen – mit 1,4 bis 1,9 Prozent Rendite bei den besten Festgeldern. Bei einem möglichen Anstieg der Zinsen könnten sie zwar nicht flexibel reagieren. Aber das Risiko ist vertretbar, denn diesen Anstieg erwartet Verivox mittelfristig - bis Anfang 2017 - ohnehin nicht.

Hier die besten Tagesgeldkonten finden

Quelle: n-tv.de