Ratgeber

Auto ist weg Abgeschleppt auch ohne Parkverbot?

Sobald ein Abschleppwagen angefordert wurde, müssen Falschparker zahlen. Foto: Daniel Karmann

Sobald ein Abschleppwagen angefordert wurde, müssen Falschparker zahlen.

(Foto: dpa)

Wer seinen Wagen vor einer Ausfahrt, auf einem Behindertenparkplatz oder an anderen ungünstigen Orten abstellt, muss damit rechnen, abgeschleppt zu werden. Doch auch wenn man eigentlich gar nichts falsch macht, kann das Auto entfernt werden.

Einen Parkplatz zu finden, fällt in vielen Städten nicht immer leicht. Meist sorgt das begrenzte Angebot für Probleme. Dabei ist die Parkplatznot kein Freibrief für falsches Parken. Umso glücklicher schätzen sich jene, die dann doch einen legalen Abstellplatz für ihr Fahrzeug ergattert haben.  

Und die staunen dann nicht schlecht, wenn das Auto, auch ohne dass ein Parkverstoß begangen wurde, sich nicht mehr an Ort und Stelle wiederfinden lässt. Doch wie kann das sein? Erinnerungslücken ob heftigen Alkoholkonsums beim Einparken sollen, da verboten, an dieser Stelle ausgeschlossen werden. Genauso wie ein Diebstahl des Wagens.

So oder so - ist das Auto weg, sollte auf jeden Fall bei der Polizei nachgefragt werden. Denn mitunter wird ein Fahrzeug auch zum Schutz des Eigentümers abgeschleppt. Dies kann beispielsweise dann der Fall sein, wenn vergessen wurde, ein Autofenster zu schließen und sich im Wageninneren teure Gegenstände wie etwa ein Navigationsgerät befinden. Denn die Beamten sind nach den Polizeigesetzen der Länder berechtigt, Sachen zum Schutz des Eigentümers vor Verlust oder Beschädigung sicherzustellen. Dabei wird dann nicht unterschieden, ob ein Fenster vergessen wurde zu schließen oder aber mutwillig zerstört wurde.

Kosten trägt der Fahrzeughalter

Entschieden wird dies je nach Einzelfall und dem Ermessen der Polizei vor Ort. Entscheidend ist, dass die Maßnahme verhältnismäßig ist. Denn die Kosten für das Abschleppen und die Verwaltungsgebühren bleiben - genau wie bei einem Parkverstoß - beim Fahrzeughalter hängen.

Deshalb müssen die Beamten in den meisten Fällen auch zunächst versuchen, den Eigentümer des Autos ausfindig zu machen, um ihn über die bevorstehende Maßnahme zu unterrichten und um finanziellen Schaden von ihm abzuwenden. Hierbei ist durch die Polizei auch das Maß der drohenden Gefahr zu berücksichtigen. 

Darüber hinaus kann das Verschwinden des Autos aber auch einen anderen Grund haben. Nämlich den, dass zunächst ordnungsgemäß geparkt wurde, in der Zwischenzeit aber mobile Halteverbotsschilder aufgestellt wurden. In solch einem Fall gilt eine Vorlaufzeit von 48 Stunden zwischen dem Aufstellen der Schilder und dem Abschleppen des Wagens als rechtens, wie das Oberverwaltungsgericht Münster entschieden hat (Az.: 5 A 470/14). Demnach sei es auch für Dauerparker zumutbar, innerhalb dieses Zeitraumes zu kontrollieren, ob sich die Verkehrsregeln am Abstellort des Fahrzeuges geändert hätten.  

Hier finden Sie eine günstige Rechtsschutzversicherung

Quelle: n-tv.de, awi

Mehr zum Thema