Ratgeber

2022 3,7 Prozent mehr Auch Stromnetzgebühren vor Rekordhoch

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Das Stromnetz kostet private Verbraucher im kommenden Jahr mehr als jemals zuvor.

(Foto: imago images/McPHOTO)

Alles wird teurer. Besonders bewegen derzeit die Spritpreise die Gemüter. Dass auch Strom seit Jahren immer mehr kostet, geht da beinahe unter. Zum neuen Jahr steigen nun auch die Netzgebühren. Aber immerhin: Im Gegenzug sinkt die EEG-Umlage.

Saftig gestiegene Energiekosten treiben die Inflation, was das Leben teurer macht. So steigen auch die Strompreise seit Jahren unaufhörlich. Und nirgendwo sonst auf der Welt muss mehr Geld für die Energieversorgung bezahlt werden als in Deutschland.

Wenn es um sinkende Energiekosten geht, führt am Staat kein Weg vorbei, denn staatliche Abgaben machen einen Großteil des Strompreises aus. Hierzulande zahlen private Haushalte über 20 Milliarden Euro für Steuern, Abgaben und Umlagen auf Strom. Das entspricht einer Abgabenquote von 53 Prozent. Damit ist der Staatsanteil seit 2006 um 13 Prozentpunkte angestiegen. 2021 werden sich die privaten Stromkosten auf rund 38,6 Milliarden Euro belaufen. Geschätzt 9,3 Milliarden Euro (24 Prozent) entfallen dabei auf die Netznutzung.

Regional starke Unterschiede

Und diese Stromnetzgebühren steigen im kommenden Jahr im bundesweiten Durchschnitt um 3,7 Prozent und erreichen ein neues Rekordniveau. Damit kostet das Stromnetz die privaten Verbraucher im kommenden Jahr mehr als jemals zuvor. Innerhalb der letzten zehn Jahre sind die Gebühren um gut ein Drittel (34 Prozent) gestiegen. Bei einem Verbrauch von 4000 Kilowattstunden pro Jahr liegen diese im Jahr 2021 bei durchschnittlich 292 Euro (netto). Laut aktuellem Stand wird dieser Wert um 11 Euro auf 303 Euro (netto) pro Jahr steigen.

Allerdings gibt es regional starke Unterschiede. Das hat eine Analyse des Vergleichsportals Verivox ergeben. Den stärksten Anstieg gibt es in Bremen mit einem Plus von rund 13 Prozent. Das entspricht einer jährlichen Mehrbelastung von 27 Euro. Im Hamburg steigen die Stromnetzgebühren um 7,7 Prozent, im Saarland um 7,5 Prozent. Entlastungen gibt es in keinem Bundesland, lediglich in Sachsen-Anhalt bleiben die Netzentgelte 2022 stabil. Leichte Steigerungen von unter 2 Prozent sind in Thüringen, Niedersachsen und Berlin zu verzeichnen.

EEG-Umlage sinkt - Strompreis stabil?

Durch die jüngst bekannt gegebene deutliche Senkung der EEG-Umlage von 6,5 Cent auf 3,723 Cent je Kilowattstunde bleibt der Strompreis im kommenden Jahr voraussichtlich stabil - auf sehr hohem Niveau.

Mehr zum Thema

Die Stromanbieter haben aber noch bis Mitte November Zeit, um zu entscheiden, ob sie Preiserhöhungen oder -senkungen an ihre Kunden weitergeben. Gibt es eine Preisänderung, haben Verbraucher immer ein Sonderkündigungsrecht, wie Verivox informiert.

Wie sich durch einen Anbieterwechsel Geld sparen lässt, lesen Sie hier.

Quelle: ntv.de, awi

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