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Bevor untervermietet wird, muss der Vermieter um Erlaubnis gefragt werden.
Bevor untervermietet wird, muss der Vermieter um Erlaubnis gefragt werden.(Foto: dpa)
Freitag, 15. Juni 2018

Bei Untervermietung: Auskunftspflicht des Mieters hat Grenzen

Mieter dürfen ihre Wohnung im Prinzip untervermieten. Allerdings müssen sie den Vermieter um Erlaubnis bitten und ihm einen Grund dafür nennen. Aber wie muss die Begründung aussehen?

Mieter können ihre Wohnung oder einen Teil davon grundsätzlich untervermieten - vorausgesetzt, sie haben ein berechtigtes Interesse. Und dieses Interesse müssen sie auch gegenüber dem Vermieter begründen.

Diese dürfen die Hürden für die Prüfung, ob das Anliegen berechtigt ist, allerdings nicht zu hoch legen. Das zeigt eine Entscheidung des Landgerichts (LG) Berlin (Az.: 66 S 275/17), über die die Zeitschrift "Das Grundeigentum" (Nr 10/2018) des Eigentümerverbandes Haus & Grund Berlin berichtet.

In dem verhandelten Fall wollte der Mieter einer 3-Zimmer-Wohnung einen Raum untervermieten, um seine Kosten zu senken. Er bat den Vermieter mit der entsprechenden Begründung um Erlaubnis und teilte ihm den Namen des Untermieters mit. Der Vermieter wollte vor seiner Zustimmung aber, dass der Mieter seine Vermögensverhältnisse offenlegt und die entsprechenden Bescheide des Jobcenters einreicht. Der Mieter klagte und erreichte vor Gericht, dass ihm die Erlaubnis zur Untervermietung erteilt wurde. Der Vermieter sollte daraufhin die Kosten für den Rechtsstreit übernehmen, wogegen dieser sich aber wehrte.

Ohne Erfolg: Der Mieter habe den Untermieter genannt, den Grund für die Untervermietung erklärt und den anvisierten Untermietzins mitgeteilt. Damit habe er seine Pflichten erfüllt. Der Vermieter sei hier nicht berechtigt, die nähere Darlegung der Vermögensverhältnisse zu verlangen, bevor er sich zur Frage der Erteilung der Genehmigung verbindlich geäußert habe.

Laut Urteil habe der Mieter allein schon deshalb ein Interesse, weil eine 3-Zimmer-Wohnung für einen Mieter alleine einerseits zu groß und andererseits zu kostspielig sei. Das Interesse, die Kosten zu senken, um einen bei der angespannten Lage auf dem Berliner Wohnungsmarkt sonst nötigen Umzug zu vermeiden, sei dargelegt worden und auch berechtigt, befand das LG.

Quelle: n-tv.de