Ratgeber

Explosion bei Kontogebühren Berliner Sparkasse lässt es krachen

9177333_lay.jpg

Die Berliner Sparkasse erhöht Gebühren für die Girokoten.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Ein Girokonto braucht fast jeder. Und da Banken derzeit Schwierigkeiten haben, hohe Gewinne zu erzielen, liegt es nahe, die Gebühren zu erhöhen. Das denkt sich auch die Hauptstadt-Sparkasse und erhöht die Kosten für ihre Girokonten drastisch.

Banken und Sparkassen verdienen im Grunde mit drei Dingen Geld: 1. Sie verleihen es teurer, als sie es geliehen bekommen. 2. Sie nehmen Gebühren für ihre Dienstleistungen. 3. Sie bekommen Provision, weil sie den Leuten etwas verkaufen. Beispielsweise Riester-Verträge, Lebensversicherungen oder Bausparverträge. 

Insbesondere bei Punkt Nr. 1 sind im Rahmen der Niedrigzins- beziehungsweise Strafzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) die Gewinnmargen deutlich zusammengeschmolzen, und auch mit Punkt Nr. 3 wird es dank verbessertem Verbraucherschutz schwieriger, provisionsträchtige Produkte an Kunden zu verscherbeln. Bei so viel Unbill liegt es für die Geldinstitute nahe, zumindest durch Punkt Nr. 2 für etwas finanziellen Ausgleich zu sorgen. Und so erhöht eine Bank nach der anderen ihre Kontoführungsgebühren für das im Alltag unentbehrliche Girokonto. Denn davor, die Strafzinsen direkt an ihre Kunden weiterzugeben, welche die Banken selbst zahlen müssen, wenn sie Geld bei der Notenbank parken, schrecken sie dann doch zurück. Und so erfolgt dies eben indirekt.

Nachdem bereits der Branchenprimus im Privatkundengeschäft, die Postbank, sich weitestgehend vom Gratiskonto verabschiedet hat, zieht nun auch die Berliner Sparkasse nach und erhöht kurzerhand die Gebühren für ihre ohnehin nicht kostenlosen Girokonten. En Detail bedeutet das für ihre Kunden, die ein "Giro Pauschal"-Konto haben, eine Gebührenerhöhung von monatlich vier auf sieben Euro. Das sind schlappe 75 Prozent mehr, zahlbar ab Dezember. Für Neukunden gelten die Tarife ab sofort.

Auf den ersten Blick erscheint das "Giro Individual" mit einem Euro deutlich preiswerter. Zumindest bis zu dem Moment, bis der Kunde Überweisungen oder Lastschriften durchführt, Geld abhebt oder mit seiner Karte zahlt. Dann werden nämlich mindestens 0,30 Euro pro Transaktion fällig. Gut, dass es da noch das "Giro Digital" gibt. Für drei statt wie bisher zwei Euro monatlich gibt es hier fast alle Leistungen inklusive. Wer allerdings dann doch am Terminal eine Überweisung tätigt, zahlt zwei Euro. 

Es bleibt für das Institut zu hoffen, dass auch nach derart drastischen Gebührenerhöhungen weiterhin jeder zweite Berliner Kunde bleibt. Wer dann dennoch sparen möchte, findet vielleicht hier eine Alternative.  

Quelle: n-tv.de, awi

Mehr zum Thema