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Haftpflichtversicherung im Test Der beste Schutz vor dem finanziellen Ruin

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Alte Policen sollten insbesondere bei den Deckungssummen überprüft werden.

(Foto: imago stock&people)

Haftpflichtversicherung? Muss man haben. Denn Personen-, Sach- und Vermögensschäden entstehen auch in erheblicher Höhe schneller als gedacht. Zudem gibt es die entsprechende Police für wenig Geld. Finanztest verrät, wo der Abschluss lohnt.

Ein kleines Missgeschick kann Privatleute ohne Haftpflichtversicherung in den Ruin treiben - denn der nicht versicherte Verantwortliche haftet im Schadensfall mit seinem ganzen Vermögen. Deshalb ist die private Haftpflichtversicherung eine der wichtigsten Versicherungen überhaupt - denn sie kommt für Schäden bei anderen auf, für die der Versicherte verantwortlich ist. Umso erschreckender ist, dass rund zwölf Millionen Deutsche ohne den günstigen Schutz einer Haftpflichtversicherung leben. 

Und so mancher besitzt einen Altvertrag mit viel zu geringer Versicherungssumme, was eine trügerische Sicherheit vermittelt. Denn reicht die Versicherungssumme nicht aus, um den Schaden zu bezahlen, haftet der Betroffene mit seinem Vermögen. Deshalb tut eine gute Haftpflichtversicherung not. Und im Zweifelsfall sollte eine veraltete Police gegen eine neue, leistungsstärkere ausgetauscht werden.

Vor allem auch dann, wenn sich die Lebensumstände des Versicherten geändert haben. Beispielsweise durch Heirat, Kinder oder ein neues Hobby. Insgesamt sind die Versicherungen im Laufe der Jahre aber auch unabhängig von Veränderungen erheblich verbessert worden, so dass eine Überprüfung so oder so sinnvoll ist. Und da schwere Unfälle mit teuren Folgen eher selten sind, kosten private Haftpflichtpolicen nicht viel.

97 Tarife sind sehr gut

Finanztest hat 303 Tarifvarianten untersucht. Immerhin für 97 Tarife gab es die Bestnote "sehr gut". Hier finden sich nur Angebote, die mindestens einen 15-Millionen-Euro-Schutz bieten. 105 Angebote sind "gut". Lediglich 9 Policen wurden für "mangelhaft" befunden.

Maßstab für die Bewertung waren die Leistungen, die in den Musterbedingungen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) vorgesehen sind. Waren Leistungen in den Policen nicht oder nur teilweise enthalten oder wurden für einzelne Leistungen Selbstbeteiligungen fällig, wurde das negativ bewertet. Neben der Versicherungssumme flossen unter anderem Leistungen ein, die ohne Aufpreis im Tarif enthalten sind - je mehr das waren, desto positiver.

Idealerweise sollte die Versicherung auch dann zahlen, wenn der Versicherte von einem anderen geschädigt wird, dessen Versicherungsschutz nicht ausreichend ist oder der gar keine Police sein Eigen nennt (Forderungsausfallschutz). Auch dies war ein Kriterium für eine überdurchschnittliche Bewertung.

Versicherer kann nach Regulierung kündigen

Testsieger bei den Policen für die ganze Familie sind die Tarife "Klassik-Garant Exklusiv" der VHV für 82 Euro Jahresbeitrag bei einer Versicherungssumme von 50 Millionen Euro ("sehr gut", 0,6), der "Premium" der Signal Iduna für 102 Euro Jahresbeitrag bei 75 Millionen Euro Versicherungssumme ("sehr gut", 0,6) sowie der "PHV Premium online" der HDI für 94 Euro Jahresbeitrag bei einer Versicherungssumme von 50 Millionen Euro ("sehr gut" 0,7).

Wer keine Familienmitglieder mitversichern muss, ist hingegen mit dem Tarif "Optimal" der WGV für 65 Euro Jahresbeitrag bei 75 Millionen Euro Versicherungssumme gut bedient ("sehr gut", 0,8).

Für "mangelhaft wurden nachfolgende Tarife befunden: "Basis" der Würzburger für 89 Euro Jahresbeitrag bei einer Versicherungssumme von 10 Millionen Euro, "Komfort-Deckung" der Itzehoer für 101 Euro Jahresbeitrag, Versicherungssumme 10 Millionen Euro und der "Premium" der Verti für 59 Euro Jahresbeitrag bei einer Versicherungssumme von 10 Millionen Euro.

Gut zu wissen: Nach einem Schadensfall ist der Versicherer laut Versicherungsvertragsgesetz dazu berechtigt, den Kontrakt zu kündigen - nachdem er diesen reguliert hat. Für Versicherte kann es dann schwierig werden, einen neuen Anbieter zu finden. Warentest empfiehlt Betroffenen, der Versicherung anzubieten, den Vertrag von sich aus zu kündigen. Dies sollte die Suche nach einem neuen Anbieter erleichtern.  

Quelle: n-tv.de, awi

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