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Zinsen 2019 Ein gutes Jahr für kurzentschlossene Festgeldsparer

Bei extremen Niedrigzinsen gibt es für Sparer nicht viel zu holen. Wer sein Geld etwa auf einem Tagesgeld anlegt, bekommt derzeit maximal 1,3 Prozent Zinsen. Foto: Andrea Warnecke

Festgeldsparer tun gut daran, sich hier und heute für ein gut verzinstes Festgeldkonto zu entscheiden.

dpa

In Geld baden? Für die Chefs der meisten Banken wäre das derzeit kein Problem. Bei den Geldhäusern liegen Milliarden und Abermilliarden von Spargeldern - in Form von Tagesgeld, Sparbuch oder Girokonto. Wirklich reich wird durch die Geldmassen derzeit aber leider niemand. Der Großteil der Geldanlagen wird aktuell mit weniger als 0,05 Prozent Zinsen verzinst.

Doch auch die Banken machen mit den Kundengeldern kein Riesengeschäft. Zum einen sind auch Kreditzinsen (noch) im Keller. Das hält die Marge überschaubar. Zum anderen müssen die Banken an die Europäische Zentralbank (EZB) derzeit Strafzinsen von 0,4 Prozent bezahlen, wenn sie ihr Geld dort parken wollen.

Max Herbst ist Inhaber der FMH-Finanzberatung, die seit 1986 unabhängige Zinsinformationen erstellt.

Max Herbst ist Inhaber der FMH-Finanzberatung, die seit 1986 unabhängige Zinsinformationen erstellt.

Dennoch sind die Zeiten für Sparer nicht unerfreulich. Immerhin eröffnen sie eine Menge Handlungsspielräume. Viele lauern derzeit zwar auf die heiß ersehnte Zinswende und schieben den Wechsel zu einem (nach heutigen Maßstäben) besseren Anbieter noch vor sich her. Streng wirtschaftlich betrachtet ist ein solches Taktieren aber nicht sinnvoll.

Zaudern kostet Geld

Nehmen wir an, ein Kunde besitzt 25.000 Euro, die er kurzfristig nicht benötigt und die auf seinem Konto mit schlanken null Prozent verzinst werden. Er weiß zwar, dass es vier Banken gibt, bei denen er (bei deutscher Einlagensicherung) innerhalb von zwei Jahren eine Zinsgutschrift von 550 bis 575 Euro erwirtschaften könnte (Oyak Anker Bank, Isbank, Ziraat Bank und VTB Direktbank). Dennoch wartet unser Kunde ab. Er spekuliert darauf, dass sie EZB in einem halben Jahr den Negativzins streicht und die Zinsen um 0,4 Prozent steigen.

Zugegeben: Dieses Szenario liegt im Bereich des Möglichen. Aber selbst wenn es sich eins zu eins so einstellen sollte, hätte unser zögerlicher Kunde mit seinem Abwarten wohl nichts gewonnen. Das ist das Ergebnis des Rechners "Anlage-Entscheidung" auf der Seite der FMH-Finanzberatung. Denn um dasselbe Ergebnis zu erwirtschaften wie mit dem sofortigen Wechsel zu den vier Spitzenbanken, müsste der Anlagezins für die restlichen 1,5 Jahre der Laufzeit auf stolze 1,54 Prozent steigen - ein eher unwahrscheinlicher Wert.

Kommt die Leitzinsanhebung erst später oder geben Banken die möglichen Steigerungen mit Verzögerung, etwa im Januar 2020, an ihre Kunden weiter, müsste der Anlagezins sogar von derzeit 0 auf 2,32 Prozent anziehen, um das gleiche Zinsergebnis zu erzielen. Diesen kräftigen Anstieg nach einer vermutlich eher kärglichen Leitzinsveränderung halten selbst ausgewiesene Optimisten für schwer vorstellbar.

Was du heute kannst besorgen ...

Festgeldsparer tun deshalb gut daran, sich hier und heute für ein gut verzinstes Festgeldkonto zu entscheiden, statt sich mit Überlegungen über die Geldpolitik von EZB und Hausbank verrückt zu machen. Wer noch höhere Zinsen haben möchte, kann sich zudem an einen Vermittler (Weltsparen oder Zinspilot) wenden und innerhalb von zwei Jahren bis zu 700 Euro Zinsen erwirtschaften - in diesem Fall müsste er aber auf die deutsche Einlagensicherung verzichten und dem lettischen beziehungsweise italienischen System vertrauen.

Um zwischen Zinssatz und Sicherheit entscheiden zu können, stellt die FMH-Finanzberatung in ihrem Festgeld-Vergleich beide Informationen sehr plakativ dar. Interessenten können sich das Ranking nach der Zinshöhe anzeigen lassen oder nach dem Länderrating der Anlageländer.

Max Herbst ist Inhaber der FMH-Finanzberatung, die seit 1986 unabhängige Zinsinformationen erstellt.

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Quelle: n-tv.de

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