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Berechtigtes Interesse Einzimmerwohnung untervermieten?

Eine Wohnung kann während eines Auslandsaufenthaltes untervermietet werden. Foto: Kai Remmers

Nicht immer liegt bei einer Untervermietung ein berechtigtes Interesse vor.

(Foto: dpa)

Mieter haben einen Anspruch darauf, ihre Wohnung unterzuvermieten. Zwar müssen sie den Vermieter um Erlaubnis bitten. Dieser darf aber nicht ablehnen, wenn der Mieter ein berechtigtes Interesse an der Untervermietung hat.

Mieter dürfen nicht einfach so einen Untermieter in ihrer Wohnung aufnehmen. Vorher müssen sie ihren Vermieter um Erlaubnis fragen. Hat der Mieter ein berechtigtes Interesse, darf der Vermieter den Untermieter nicht einfach ablehnen.

Nicht berechtigt ist das Interesse aber, wenn der Mieter in ein nicht weit entferntes Haus gezogen ist und nun die alte Bleibe weitgehend untervermieten will. Das entschied das Amtsgericht Berlin-Lichtenberg (Az.: 8 C 338/18).

Abgesehen davon, darf ein Vermieter eine Erlaubnis zur Untervermietung auch nicht davon abhängig machen, dass sich der Untermieter persönlich vorstelle. Die Auswahl eines Untermieters sei allein Sache des Mieters. Lediglich Name, Geburtsdatum und -ort sowie Angaben über die berufliche Tätigkeit müssten dem Vermieter mitgeteilt werden.

Zustimmung des Vermieters einholen

Zudem kann ein Vermieter eine Wohnung auch nicht jederzeit besichtigen. Eine entsprechende Klausel im Formularmietvertrag, die ihm ein solches Recht einräumt, ist unwirksam. Darauf weist der Deutsche Mieterbund (DMB) hin. In einem Fall schützte das Amtsgericht Stuttgart (Az.: 6 C 1267/14) einen Mieter vor willkürlichen Besuchen seines Vermieters. Das Gericht betonte, dem Vermieter stehe kein periodisches, etwa alle ein bis zwei Jahre zu gewährendes Recht zu, den allgemeinen Zustand der Mietwohnung zu kontrollieren. Auch wenn der Vermieter die Wohnung jahrelang nicht besichtigt hat, kann er keinen Zutritt zur Wohnung beanspruchen.

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Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs (Az.: VIII ZR 289/13) kann ein Vermieter sogar vom Mieter aus der Wohnung hinausgetragen werden, wenn dieser einer vorherigen Aufforderung, die Mietsache zu verlassen, nicht nachgekommen ist. Anders kann es allerdings sein, wenn der Vermieter einen konkreten und sachlichen Grund hat. Dann ist der Mieter verpflichtet, den Vermieter nach einer entsprechenden Vorankündigung in die Wohnung zu lassen.

Generell gilt: Mieter haben keinen grundsätzlichen Anspruch auf die Untervermietung der gesamten Wohnung. Der Vermieter kann es erlauben oder ablehnen. Anders ist das bei der teilweisen Untervermietung. Hier muss der Vermieter zustimmen, wenn ein berechtigtes Interesse vorliegt und keine schwerwiegenden Gründe dagegen sprechen. Wer Teile seiner Wohnung ohne Zustimmung des Vermieters untervermietet, muss mit einer Kündigung rechnen.

Quelle: ntv.de, awi/dpa

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