Ratgeber

Mehrere Tausend Euro Fehlerhafte Abbuchungen bei TUI-Kunden

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Einigen Kunden dürfte derzeit nicht zum Lachen zumute sein ...

(Foto: picture alliance / dpa)

Noch ist für viele der nächste Urlaub bestenfalls ein Traum, da gibt es für einige Kunden des weltgrößten Reisekonzerns TUI schon jetzt ein böses Erwachen. Dann das Unternehmen hat offenbar seit Freitagabend etlichen Kunden unberechtigt Geld von der Kreditkarte abgebucht oder diese als Autorisierung belastet - ohne dass eine aktuelle Buchung besteht.

Der weltgrößte Reisekonzern TUI hat offenbar seit Freitagabend etlichen Kunden unberechtigt Geld von zum Teil mehreren Tausend Euro von der Kreditkarte abgebucht oder diese als Autorisierung belastet, obwohl bei den Betroffenen keine aktuelle Buchung bestand. Eingezogen wurden unter anderem Gelder für stornierte Reisen aus dem vergangenen Jahr. Bei einem Kunden soll der gleiche Betrag insgesamt sogar viermal abgebucht worden sein.

Auf Facebook häufen sich seitdem die Kommentare wütender Kunden, die mehrere Tausend Euro vermissen und scheinbar in der Hotline nicht durchkommen. Dort heißt es unter anderem: "TUI bucht auch bei mir unberechtigt über 2000 Euro von der Kreditkarte ab, obwohl Restbetrag erst in 5 Monaten fällig. Seit 45 Minuten (!) in der Hotline und kein Durchkommen in Sicht. Vertrauen zerstört", so der erboste Kommentar eines Facebook-Users. Ein weiterer schreibt: "TUI bucht heute Morgen unberechtigt 3707 € von der Kreditkarte ab und niemand ist in der Hotline erreichbar, man fliegt immer wieder aus der Leitung und verweist uns an unser Reisebüro!!! Lockdown, das ist geschlossen!!!!"

Unerwarteten Belastungen der Kreditkarte

TUI arbeitet laut eigener Aussage "mit hoher Priorität" daran, die Ursache für die Fehlabbuchungen zu finden und Rückerstattungen zu veranlassen.

Auch verschiedene Reisebüros berichten gegenüber RTL, dass sich Kunden bei ihnen melden, weil sie wegen der Abbuchungen aufgeregt und verunsichert sind. Der Verband unabhängiger selbstständiger Reisebüros - Bundesverband e.V. (VUSR) richtet sich auf seiner Facebookseite mit drastischen Worten an Marek Andryszak, den Vorsitzenden der Geschäftsführung der TUI Deutschland GmbH: "Solche Fehler dürfen in Ihrer jetzigen Situation nicht (schon wieder) passieren. (...) Und jetzt buchen Sie Gelder von den Kreditkarten Ihrer Kunden ab? Und begründen das mit 'Versehen'? Das glaubt Ihnen doch keiner! (...) Wie wollen Sie das den betroffenen Kunden erklären?"

Der Kreditkarten-Anbieter "Barclay Card" bestätigt auf seiner Website: "Derzeit kommt es bei einigen Kunden zu unerwarteten Belastungen der Kreditkarte durch das Unternehmen TUI. Wir arbeiten gemeinsam mit TUI mit Hochdruck an einer Lösung. Bitte sehen Sie von weiteren Nachfragen dazu ab. Wir informieren Sie auf unserer Website über den aktuellen Stand."

Keine weiteren Kundenaktivitäten erforderlich

Um welche Beträge und wie viele Betroffene es insgesamt geht, konnte TUI auf RTL-Anfrage hin zunächst nicht sagen. Man bestätigte das Problem aber und erklärte, man sei dabei, es zu lösen. Es soll sich um einen IT-Fehler gehandelt haben. Auf der Website von TUI erklärt das Unternehmen inzwischen:

"Am Freitag, 19.02. und Samstag, 20.02. ist es aufgrund eines Softwareupdates bei TUI-Kunden zu fehlerhaften Autorisierungsanfragen bei deren Kreditkartenkonten gekommen. Die Ursachen für die fehlerhaften Transaktionen wurden mittlerweile ermittelt und behoben. Kundendaten waren zu keinem Zeitpunkt gefährdet, ein externes Einwirken kann ausgeschlossen werden. (...) TUI wird diese fehlerhaften Anfragen nun umgehend stornieren. Weitere Aktivitäten seitens der Kunden, eine Sperrung der Karte oder eine Meldung an das Kreditkartenunternehmen, sind nicht erforderlich." Bei weiteren Fragen sollen sich Kunden via Homepage an TUI wenden.

Die Reisebeschränkungen wegen der Corona-Pandemie und der Lockdowns in vielen Ländern haben TUI auch Ende 2020 tief in die roten Zahlen gerissen. So stand im ersten Quartal des Geschäftsjahres bis Ende Dezember unter dem Strich ein Verlust von knapp 803 Millionen Euro, wie das Unternehmen mitteilte.

Quelle: ntv.de, awi