Ratgeber
Das eigene Heim kann bereits mit einfachen Maßnahmen gegen Diebe geschützt werden.
Das eigene Heim kann bereits mit einfachen Maßnahmen gegen Diebe geschützt werden.(Foto: imago/Jochen Tack)
Freitag, 04. Mai 2018

Steuerlast mindern: Fiskus am Einbruchschutz beteiligen

Die Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland ist zuletzt leicht gesunken, was auch daran liegt, dass Bürger ihre Bleiben besser sichern. Das kann mitunter ganz schön ins Geld gehen. Gut, dass man das Finanzamt an den Kosten beteiligen kann.

Schlugen im Jahr 2015 Diebe noch 170.000-mal bei Häusern und Wohnungen zu, wurden im Jahr 2016 den deutschen Versicherern 140.000 versicherte Einbrüche gemeldet. Neben einer gelungenen Sensibilisierung durch die Polizei ist die leicht rückläufige Anzahl der Delikte einem daraus resultierenden Verhalten der Menschen geschuldet. Sprich, die Bürger sichern ihr Zuhause besser.

Allein ein Drittel aller Einbruchsversuche scheitert, wenn Wohnungen oder Häuser weniger leicht zu knacken sind. Dabei sind nicht immer teure technische Systeme wie Alarmanlagen notwendig und zum Teil werden die Investitionen, welche die Sicherheit der Immobilie erhöhen, auch vom Staat bezuschusst.

Aber darüber hinaus lässt sich der professionelle Einbau von Alarmanlagen, Spezialfenstern, Bewegungsmeldern und Co. steuerlich als Handwerkerleistungen im Haushalt absetzen, wie der Vereinigte Lohnsteuerhilfe e.V. (VLH) erklärt.

So können Privatpersonen, die beim selbst genutzten Haus oder der selbst genutzten Wohnung auf Einbruchschutz setzen und dafür einen Profi-Handwerker engagieren, die anfallenden Kosten in der Regel teilweise steuerlich geltend machen. Sei es für die Installation einer Gegensprechanlage, den Einbau eines Mehrfachverriegelungssystems oder die Montage einer Videoüberwachung.

Laut VLH gilt folgendes: 

  • 20 Prozent der jeweiligen Anfahrts-, Arbeits-, Maschinen-, Entsorgungs- und Verbrauchsmittelkosten (zum Beispiel Aufwendungen für Reinigungsmittel) lassen sich laut VLH-Steuerexperten absetzen.
  • Allerdings kann man nur maximal 1200 Euro (20 Prozent von maximal 6000 Euro) im Jahr als Handwerkerleistungen geltend machen.
  • Materialkosten werden nicht berücksichtigt. Deshalb sollten die verschiedenen Kostenarten in der Rechnung unbedingt getrennt ausgewiesen werden.
  • Als Belege kann der Fiskus die Vorlage einer ordnungsgemäßen Rechnung sowie einen geeigneten Nachweis über die Begleichung der Summe verlangen. Wichtig dabei: Den VLH-Profis zufolge muss man den Rechnungsbetrag immer überweisen. Barzahlungen gegen Quittung akzeptiert das Finanzamt nicht.

Da der Staat in Sachen Einbruchschutz verschiedene Fördermöglichkeiten bietet, sollte beachtet werden: Wer Zuschüsse oder Kredite von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in Anspruch nimmt, kann die dabei erbrachten Handwerkerleistungen nicht mehr steuerlich geltend machen. Durch diese Regelung will der Staat eine Doppelförderung - also sowohl über die KfW als auch über die Steuerermäßigung - ausschließen.

Auch durch Einbruchschäden verursachte Kosten sind nicht absetzbar. Hier ist dann vor allem die Hausratversicherung gefragt. Ausnahme: Wenn sich im Privathaushalt ein beruflich genutztes Arbeitszimmer befindet, kann man dem VLH zufolge die Ausgaben für die Hausratversicherung unter Umständen zumindest anteilig als Werbungskosten absetzen. Dabei lassen sich aber nicht die kompletten Ausgaben geltend machen, sondern nur der Anteil, der dem flächenmäßigen Anteil des Arbeitszimmers an der gesamten Wohnung entspricht.

Quelle: n-tv.de