Ratgeber

Geld auf Auslandskonten Fiskus hat Steuersünder am Wickel

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Deutsche Finanzämter wissen bald, wer Geld im Ausland deponiert hat, ohne es anzugeben.

(Foto: imago/CHROMORANGE)

Schon seit 2014 gibt es einen automatischen Informationsaustausch zwischen internationalen Steuerbehörden. Bislang konnten die Finanzämter mit den gelieferten Datenmassen aber nicht viel anfangen. Jetzt ist die Auswertungssoftware startklar.

Die deutschen Finanzbehörden beginnen Anfang Juli mit der Auswertung von Millionen Daten zu Auslandskonten deutscher Bürger. Laut der "Welt am Sonntag" ist eine entsprechende Software inzwischen betriebsbereit. Sie könne Daten, die andere Staaten im Rahmen eines automatischen Informationsaustauschs übermitteln, den richtigen Personen zuordnen. Am gemeinsamen Meldestandard nehmen inzwischen über 50 Staaten und Gebiete teil, Ziel ist es, internationale Steuerhinterziehung zu bekämpfen.

Seit Einführung des automatischen Austauschs im Jahr 2014 seien bereits mehr als zehn Millionen solcher Datensätze beim Bundeszentralamt für Steuern eingegangen, schreibt die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf das Bundesfinanzministerium. Diese Daten würden nun auf die Bundesländer verteilt, damit die Finanzämter vor Ort die Informationen mit den Steuerakten abgleichen könnten. Zeige der Abgleich, dass bestimmte Daten aus dem Ausland bisher nicht in einzelnen Steuererklärungen aufgetaucht seien, erhielten betroffene Bürger demnächst Post vom Finanzamt.

"Die Finanzämter werden die betreffenden Steuerbürgerinnen und Steuerbürger auffordern, die entsprechenden Beträge nachzuerklären oder eine Steuererklärung abzugeben", teilte das Finanzministerium Rheinland-Pfalz der Zeitung mit. Das Finanzministerium in Baden-Württemberg erklärte, entsprechende Musterschreiben an die Bürger würden auch einen Hinweis auf die Möglichkeit einer Selbstanzeige enthalten. "Prüfungsrelevant" seien aber nur Fälle von einer gewissen Größenordnung.

Viel Zeit bleibt den Finanzämtern nicht: Vorgänge aus dem Jahr 2014 verjähren am 31. Dezember 2019. In Niedersachsen sollen die ersten Schreiben an die Betroffenen noch im August versendet werden, in anderen Bundesländern ist ab September mit Post zu rechnen.    

Quelle: n-tv.de, ino/dpa

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