Ratgeber

Lernen vom "Wolf of Wall Street" Fünf tödliche Fehler bei der Geldanlage

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Der "Wolf of Wall Street": Aktienhändler Jordan Belfort, im Film von Leonardo di Caprio gespielt, gründet seine eigene Firma mit Anfang 20. Sie wird schnell zum großen Erfolg. Belfort wird Multimillionär und Star an der New Yorker Börse. Am Ende aber scheitert er, weil er sich nicht an die Regeln hält.

(Foto: dpa)

Geld anlegen, aber richtig: Viele Börsen-Einsteiger neigen zu Fehlern, die sie viel Rendite kosten oder gar in einer Katastrophe münden können. Welche Fallstricke beim Investieren lauern - und wie sie sich vermeiden lassen.

Investieren und so langfristig ein Vermögen aufbauen – diesen Plan haben viele Deutsche, die ihr Erspartes nicht länger zu Nullzinsen auf dem Tagesgeldkonto versauern lassen möchten. Aber nicht jeder Anleger ist zum "Wolf of Wall Street" geboren. Damit die ersten Schritte auf dem Kapitalmarkt nicht in einem Desaster enden, sollten Börsen-Einsteiger einige Dinge vermeiden. Fünf beliebte Fehler bei der Geldanlage und was Investoren daraus lernen können.

#1 Ziellos anlegen

"Anlegen für Anfänger"

Erfolgreich Geld anlegen und so langfristig mehr Vermögen haben, diesen Plan haben viele Deutsche, aber nicht alle setzen ihn um. Mit den richtigen Grundlagen kann allerdings jeder erfolgreich investieren und nicht nur Börsen-Insider und Wirtschaftsexperten. Worauf es bei der Geldanlage ankommen und welche Tipps zum Erfolg verhelfen, erklärt Capital+, das neue digitale Angebot von Capital, mit seinem siebenteiligen Dossier "Anlegen für Anfänger".

Einfach ein Depot anlegen und loslegen ist in der Regel keine gute Idee. Erstmal sollten sich Anleger die eigenen Bedürfnisse und Ziele bewusst machen. Kann man es verkraften, das Geld im schlimmsten Fall zu verlieren? Wie wichtig ist die Rendite, also der Wertzuwachs? Möchte man jederzeit auf das Geld zugreifen können? Geldanlage ist immer ein Trade-Off zwischen Risiko, Rentabilität und Liquidität: Im Normalfall sind nicht alle drei Ziele gleichzeitig erreichbar. Börsen-Einsteiger müssen sich also entscheiden, worauf sie ihren Schwerpunkt legen wollen. Wer sich unsicher ist, welche Strategie zu seiner persönlichen Situation passt, kann auch einen professionellen Vermögensverwalter beauftragen oder sich bei der Verbraucherzentrale beraten lassen.

#2 Aktien auf Pump kaufen

Einen Kredit aufnehmen und damit am Aktienmarkt das große Geld machen: Das klingt verlockend, ist in der Praxis aber eine schlechte Idee. Denn anders als das Geld auf dem Sparbuch schwanken Aktien stark im Wert. Selbst mit der besten Strategie lassen sich Verluste nicht vermeiden. Deshalb sollten Anleger nur mit Geld handeln, auf das sie zur Not auch verzichten könnten. Außerdem ist es ratsam, Rücklagen für Notfälle zu halten. Ein kaputtes Auto oder ein Wasserschaden in der Wohnung können die eigene Finanzplanung schnell ins Wanken bringen. Wer dann nicht über genug Reserven verfügt, muss seine Aktien verkaufen - und zwar egal wie der Kurs gerade steht. Experten raten dazu, mindestens zwei bis drei Netto-Monatsgehälter auf der hohen Kante zu haben.

#3 Alles auf eine Karte setzen

Was beim Glücksspiel den Reiz ausmacht, ist bei der Geldanlage tabu. Statt das gesamte Vermögen auf ein Unternehmen zu setzen und darauf zu spekulieren, dass der Kurs explodiert, sollten Anleger ihr Geld lieber breit streuen. Experten raten dazu, kleine Beträge auf verschiedene Firmen aus unterschiedlichen Branchen und Ländern zu verteilen oder gleich in Fonds zu investieren, die mehrere Märkte und Anlageklassen abbilden. Dann ist nicht gleich alles verloren, wenn sich eine Aktie als Niete entpuppt.

#4 Die Kosten vernachlässigen

Wer Vermögen aufbauen will, muss Geld in die Hand nehmen und das nicht nur, um es sinnvoll anzulegen. Viele Fondsanbieter erheben für ihre Fonds Verwaltungsgebühren und Ausgabenaufschläge oder kassieren zusätzlich noch eine erfolgsabhängige Gebühr. Auch der Kauf und Verkauf von Aktien oder Fondsanteilen ist mit Gebühren verbunden, die die Rendite schmälern können. Anleger sollten diese Kosten im Blick haben und die Produkte und Anbieter sorgfältig miteinander vergleichen. Im Zweifel gilt: Lieber einmal eine gute und durchdachte Entscheidung treffen, als ständig umschichten.

#5 Auf Börsen-Gurus hören

Seit es die Börse gibt versuchen Investoren, Muster in der Marktentwicklung zu erkennen und damit künftige Kursverläufe vorherzusagen. Aus der Retrospektive scheinen die Gedankengänge selbst ernannter Börsen-Gurus auch oft plausibel, Zukunftsvorhersagen haben aber meistens trotzdem wenig Bestand. Dazu gibt es zu viele unvorhersehbare Ereignisse, die die Märkte beeinflussen. Beispiel Corona-Krise: Innerhalb von wenigen Wochen fielen die Aktienkurse rund um den Globus auf den tiefsten Stand seit der letzten großen Finanzkrise. Viele Marktbeobachter prophezeiten, dass es noch weiter nach unten gehen wird. Wer auf die Prognosen hörte und in dieser Zeit verkaufte, verpasste die Erholung, die wenig später einsetzte. Statt sich von Marktprognosen verrückt machen zu lassen, sollten Investoren Kurstiefs deshalb lieber aussitzen und warten, bis sich der Markt wieder erholt hat.

Dieser Artikel erschien zuerst bei Capital.de

Quelle: ntv.de