Ratgeber

Hier steckt der Wurm drin Geld verdienen mit Wald?

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Waldinvestments klingen nach einer umweltfreundlichen Geldanlage.

(Foto: picture alliance / dpa)

Keine leichten Zeiten für Sparer, denn eine sichere Anlage und halbwegs attraktive Zinsen scheinen unvereinbar. Gut, dass es auch noch Sachwerte wie Aktien, Gold und sogar Bäume gibt. Doch Letztere sind keine sichere Anlage, wie Verbraucherschützer mahnen.

Warum nicht mal in ein schönes Stück Wald investieren? Da weiß man wenigstens, was man hat. Anders als beispielsweise beim Abschluss eines Bausparvertrages. Zudem winkt eine ordentliche Rendite. Und das Beste ist: Man kann dies auch in Form von sogenannten Waldinvestments tun. Das funktioniert ähnlich wie ein Fonds, sprich, der Anleger selbst muss in der Forstwirtschaft nicht bewandert sein und stellt einer Gesellschaft lediglich sein Geld zu Verfügung - im Tausch gegen Bäume.

Doch auch wenn die Waldanlage auch aus ökologischen Gesichtspunkten verlockend ist, ist Vorsicht geboten. Gerade erst hat die Verbraucherzentrale Hamburg (vzhh) die Tree Value Forestry GmbH wegen irreführender Werbung für ein Waldinvestment abgemahnt. Das Unternehmen aus Oberursel hat inzwischen die von der vzhh eingeforderte Unterlassungserklärung in vollem Umfang abgegeben.

Laut vzhh werden insbesondere "Waldinvestments von Anbietern gerne als sichere Anlageform und ideale Verbindung von Ökologie und Ökonomie verkauft, obwohl sie in aller Regel spekulative und riskante Geldanlagen sind. Wir raten dazu, auch Angebote mit ethisch-ökologischem Anspruch gut zu prüfen und nicht allein den Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit zu bewerten. Darüber hinaus ist der ökologische Wert von Waldinvestments fraglich, da es sich häufig um Plantagen handelt, die nicht nachhaltig bewirtschaftet werden", so Dr. Heidi Pätzold von der Verbraucherzentrale Hamburg.

Das von Tree Value Forestry angebotene Produkt "Lucrecia" beinhaltet den Kauf von Mahagonibäumen in der Dominikanischen Republik sowie den Abschluss eines Dienstleistungsvertrags über Verwaltung, Bewirtschaftung und Ernte der Bäume. Doch diese Form einer Direktinvestition ist laut der Verbraucherzentrale mit erheblichen Risiken verbunden, denn als Eigentümer von Mahagonibäumen in einem Karibikstaat haben Anleger kaum Kontrolle über ihr Investment. Zudem tragen sie das volle Risiko, was Qualität, Verkäuflichkeit und erzielbaren Preis des geschlagenen Holzes betrifft. Dazu kommen Währungs- und Wechselkursrisiken.

 "Geht Tree Value Forestry insolvent, ist unklar, was mit dem Nutzungsrecht an den Bäumen geschieht und wie sich Ansprüche in der Dominikanischen Republik rechtlich durchsetzen lassen. Der Anleger geht somit ein erhebliches Risiko bis hin zum Totalverlust seiner Investition ein", warnt Pätzold. Doch auf die Risiken ging Tree Value Forestry in seiner Werbung für das Produkt "Lucrecia" nicht ein, sondern stellte stattdessen die vermeintliche Sicherheit des Investments in den Vordergrund.

Im Rahmen des Projekts "Gut fürs Geld, gut fürs Klima" untersuchen die Verbraucherzentralen Hamburg und Bremen regelmäßig Anbieter von nachhaltigen Geldanlage- und Altersvorsorgeprodukten und gehen gegen unseriöse und irreführende Werbung vor.

Quelle: ntv.de, awi