Ratgeber
Damit nicht umsonst geschuftet wurde, sollten Arbeitnehmer an den Resturlaub denken.
Damit nicht umsonst geschuftet wurde, sollten Arbeitnehmer an den Resturlaub denken.
Mittwoch, 15. November 2017

Freie Tage sichern: Handeln, bevor der Resturlaub weg ist

Und schwupps ist das Jahr schon wieder fast zu Ende. Trotzdem gibt es Arbeitnehmer, die noch ein Guthaben auf ihrem Urlaubskonto haben. Betroffene sollten jetzt aktiv werden. Ansonsten ist der Urlaub futsch. Aber auch der Chef ist in der Pflicht.

Das war es fast schon wieder mit dem Jahr 2017 und dennoch hat mancher Arbeitnehmer noch nicht alle Urlaubstage aufgebraucht. Dann heißt es jetzt handeln, bevor der Urlaub verfällt.

Nach dem Gesetz muss der Urlaub im laufenden Kalenderjahr genommen werden. Die Übertragung von nicht genommenen Urlaubstagen stellt eine Ausnahme dar und muss beim Arbeitgeber beantragt werden. Hierfür kommen entweder betriebliche (zum Beispiel eine hohe Arbeitsbelastung) oder persönliche Gründe (etwa Krankheit des Arbeitnehmers oder eines Familienmitgliedes) infrage. Wer den verbliebenen Resturlaub mit ins neue Jahr retten möchte, muss dies unbedingt noch im laufenden Jahr beim Arbeitgeber anmelden. Ansonsten verfällt dieser zum 31. Dezember.

Individuelle Vereinbarungen möglich 

Stimmt der Arbeitgeber dem Übertrag zu, müssen die Urlaubstage bis zum 31. März des Folgejahres genommen werden. Es sei denn, im Einzel- oder Tarifvertrag ist dies anders geregelt. Eine Auszahlung des Resturlaubs ist gesetzlich nicht vorgesehen. Einzige Ausnahme: Der Arbeitnehmer scheidet aus dem Beschäftigungsverhältnis aus. Dann wird der Anspruch mit dem Ausscheiden des Mitarbeiters fällig.

So weit sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber einig sind über die Handhabung des Resturlaubs, sind sowohl bei einer längeren "Haltbarkeit" des übertragenden Urlaubs als auch bei der Auszahlung ungeachtet der gesetzlichen Regelungen individuelle Vereinbarungen möglich – und in der Praxis weit verbreitet.

Nach einem Urteil des Arbeitsgerichts Berlin (Az.: 28 Ca 6951/16) sind allerdings auch Arbeitgeber in der Pflicht, darauf hinzuwirken, dass Arbeitnehmer ihren Urlaub fristgerecht nehmen. Schickt der Chef den Mitarbeiter nicht rechtzeitig in den Urlaub, dann muss er laut dem Entscheid als Schadenersatz erneut Urlaub gewähren – die Urlaubstage können dann auch nach Ablauf des Jahres noch vollständig genommen werden.

Grundsätzlich darf der Beschäftigte seinen Wunschtermin auf dem Urlaubsantrag festlegen. Das letzte Entscheidungsrecht hat allerdings der Arbeitgeber. Willkürlich abgelehnt werden darf der Antrag aber nicht. Für eine Ablehnung müssen wichtige betriebliche Gründe sprechen oder aber Überschneidungen mit der Urlaubsplanung eines anderen Mitarbeiters. Nach dem Bundesurlaubsgesetz muss ein Beschäftigter mindestens einmal pro Jahr die Möglichkeit haben, zwei Wochen am Stück Urlaub zu nehmen. Ist der Urlaub genehmigt worden, darf dieser nicht mehr zurückgenommen werden. Dies gilt auch dann, wenn es im Betrieb zu unvorhergesehenen Engpässen kommt. Genehmigt bleibt genehmigt.

Grundsätzlich haben Arbeitnehmer in Deutschland bei einer Sechs-Tage-Woche Anspruch auf mindestens 24 Urlaubstage pro Jahr. Bei einer Fünf-Tage-Woche sind es mindestens 20 Tage. 

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen