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Tür- und Fens­tersicherungen Hier bleiben Einbrecher draußen

Es gibt immer mehr Wohnungseinbrüche in Deutschland. Foto: Frauke Rumpenhorst

Fast 90.000 Mal wurde die Polizei im letzten Jahr hierzulande wegen Einbrüchen gerufen.

(Foto: dpa)

Es wird wieder schneller dunkel in Deutschland. Womit das Risiko, Opfer eines Einbruchs zu werden, nochmals steigt. Gut, wenn Fenster und Türen zusätzlich gesichert sind. Warentest hat entsprechende Querriegel und Stangen geprüft.

Ein Drittel aller Einbruchsversuche scheitert, wenn Wohnungen oder Häuser weniger leicht zu knacken sind. Dabei sind nicht immer teure technische Systeme wie Alarmanlagen notwendig, und zum Teil werden die Investitionen, welche die Sicherheit der Immobilie erhöhen, auch vom Staat bezuschusst.

Unzureichend gesicherte Türen und Fenster sind hingegen für Diebe eine willkommene Einladung: Fast 90.000 Mal wurde die Polizei im letzten Jahr wegen Einbrüchen gerufen. Wer sich vor bösen Überraschungen schützen will, kann Fenster, Balkon und Wohnungs- oder Haustür mit speziellen Sicherungen nachrüsten. Die Stiftung Warentest hat geprüft, welche davon Langfinger wirklich abhalten – und von welchen Sie lieber selbst die Finger lassen.

Die ersten Sekunden sind entscheidend

Wo Einbrecher zuschlagen, ist unterschiedlich: In Mehrfamilienhäusern kommen 52 Prozent von ihnen durch die Wohnungstür, bei Einfamilienhäusern sind es mit 50 Prozent vor allem Balkon- und Terrassentüren, die gefährdet sind. Verhindert – oder zumindest deutlich erschwert – wird das mit Querriegeln und Stangen. Sechs davon hat "Stiftung Warentest" jetzt geprüft. Auch bei Fenstern lassen sich auf Griff- und Scharnierseite Sicherungen anbringen – 13 davon wurden getestet.

Die Tester widmeten sich jeder Sicherheitsvorrichtung drei Minuten lang – hielt sie noch länger stand, auch sechs. Für Einbrecher eine lange Zeit, denn gelingt es ihnen in den ersten Sekunden nicht, etwas zu bewegen, ziehen sie meist weiter. Neben der Einbruchhemmung wurden auch Montage, Handhabung und die Informationen auf der Verpackung auf den Prüfstand gestellt.

Am besten im Test schnitten folgende Sicherungen für Fenster und Türen ab: "Burg-Wächter Winsafe WS 33 BR SB Fenstersicherung" (rund 50 Euro, Note 0,9, für Griffseite), "Abus Fensterstangenschloss mit Alarm FOS650A" (circa 214 Euro, Note 1,1 - Stangenverriegelung für Fenstertüren) und "Abus Panzerriegel PR 2800" (circa 535 Euro, Note 1,0 – Querriegel für Wohnungstüren).

Keine Wertsachen in Haus

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Neben den Markenprodukten versuchte Stiftung Warentest auch, günstige Sicherungen von Amazon, Ebay & Co. zu knacken – und hatte dabei leider zu großen Erfolg: Der "Fenster-Schnapper" für 20 Euro ließ sich schnell mit einem einfachen Einbruchwerkzeug aufhebeln. Die "Sash Jammer" (16 Euro für vier Stück) sollten eigentlich die Fensterflügel blockieren, doch auch sie ließen sich problemlos knacken. Von beiden Produkten raten die Tester ab.

Doch trotz aller guten Sicherungen gibt es leider keinen 100-prozentigen Schutz vor Einbrüchen. Wenn die Diebe doch zuschlagen, kommt dann die hoffentlich vorhandene Versicherung auf. Den einfachsten Schutz vor allzu großen materiellen Schaden gibt es zum Nulltarif: nämlich dadurch, dass keine Wertsachen in Haus oder Wohnung aufbewahrt werden. Bankkarten und deren Geheimzahlen sollten immer getrennt voneinander aufbewahrt werden.

Quelle: ntv.de, awi