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Nicht in allen Bundesländern gibt es gleich viele freie Tage.
Nicht in allen Bundesländern gibt es gleich viele freie Tage.(Foto: imago/Westend61)
Freitag, 20. Juli 2018

Urlaub und Feiertage : Hier gibt es am meisten frei

Urlaub? Bitte gerne! Und am besten viel davon. So der Wunsch vieler Arbeitnehmer. Wo es die meisten freien Tage zu holen gibt, hängt sowohl vom Bundesland, der Branche und auch dem Alter ab, wie eine neue Untersuchung zeigt.

Wohl wahr: Wenn das ganze Jahr über Urlaub wäre, wäre das Vergnügen so langweilig wie die Arbeit. Deshalb kommt es auch beim Malochen und Ausspannen auf die richtige Mischung an. Da ist es schon mal gut, dass Arbeitnehmer in Deutschland bei einer Sechs-Tage-Woche einen gesetzlichen Anspruch auf mindestens 24 Urlaubstage pro Jahr haben. Bei einer Fünf-Tage-Woche sind es mindestens 20 Tage.

Darüber hinaus steht es den Unternehmen selbstverständlich frei, seinen Mitarbeitern auch mehr Urlaubstage zu gewähren. Und gut zu wissen: Der Arbeitgeber darf nur in Ausnahmefällen wie etwa einem krankheitsbedingten Personalnotstand einen bereits genehmigten Urlaub streichen.

Wer die bundesweiten Feiertage mit den eigenen Urlaubstagen verknüpft, kann deutlich mehr frei machen. Denn wer sich rechtzeitig darum kümmert, wird durch die geschickte Verknüpfung seiner Urlaubstage mit sogenannten Brückentagen belohnt.

Doch nicht in allen Bundesländern gibt es gleich viele freie Tage zu holen, wie die Analysten von Compensation Partner in einer Auswertung von 200.676 Datensätzen festgestellt haben. Demnach haben deutsche Arbeitnehmer im Schnitt 28,9 Urlaubstage im Jahr. Im Ländervergleich liegt Baden-Württemberg mit 29,1 freien Tagen an der Spitze, Sachsen bildet mit 27,5 das Schlusslicht. 

Tarifverträge machen oft den Unterschied

Zusätzlich zu den Urlaubstagen kommen noch gesetzliche Feiertage hinzu. Diese variieren je nach Bundesland. Demnach verfügen die Bayern und Baden-Württemberger über die meisten Feiertage: 12 Mal können sie die Arbeit jährlich ruhen lassen. Insgesamt kommen die Bayern somit insgesamt auf 41,8 freie Tage und führen damit die Tabelle an. Es folgen Baden-Württemberg mit 41,1 und das Saarland mit 40,4 Tagen. Auf den letzten drei Plätzen liegen Mecklenburg-Vorpommern mit 37,8, Brandenburg mit 37,7 und Berlin als Schlusslicht mit 36,8 Tagen.

"Die Unterschiede im Ländervergleich hängen mit den wirtschaftlichen Strukturen zusammen. Im Süden der Republik befinden sich viele große Unternehmen, die oft nach Tarifverträgen organisiert sind, während in den neuen Bundesländern viele kleine und mittlere Firmen sitzen, die tarifunabhängig sind", erklärt Tim Böger, Geschäftsführer von Compensation Partner.

Darüber hinaus besteht auch ein Zusammenhang zwischen Alter und der Anzahl an Urlaubstagen. Demnach verfügen junge Beschäftigte unter 20 Jahren im Durchschnitt über rund 28 Urlaubstage. Über 50-Jährige kommen auf mehr als 29 freie Tage. Zudem gilt: Je größer das Unternehmen, desto mehr freie Werktage erhalten die Beschäftigten. Die Analyse nach Firmengröße zeigt, dass in Großunternehmen mit über 20.000 Mitarbeitern die Anzahl der Urlaubstage bei durchschnittlich 29,8 liegt. In kleinen Firmen mit bis zu fünf Mitarbeitern sind es dagegen 27,3 Urlaubstage.

Bei der Betrachtung der Branchen schneidet der Einzelhandel mit durchschnittlich 30,3 Tagen am besten ab. Auf dem zweiten und dritten Rang befinden sich öffentliche Verwaltungen und das Bankenwesen mit jeweils durchschnittlich 29,8 freien Tagen. Die wenigsten Urlaubstage im Schnitt ermittelten die Analysten in Call Centern. Hier erhalten Beschäftigte 26,3 Tage zur Erholung. Im Hotel- und Gaststättengewerbe sind es 26,6 Urlaubstage. Wenig Freizeit gibt es auch im Werbe- und PR-Bereich. Beschäftigte bekommen hier durchschnittlich 27 Tage Urlaub. 

Quelle: n-tv.de