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Alternative zum Dispo Hier macht man günstiger Miese

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Für jene, die regelmäßig ihr Konto überziehen, könnte laut aktueller Untersuchung von Finanztest ein Abrufkredit eine Lösung sein.

Wer regelmäßig sein Konto überzieht, wird im Rahmen seines Dispokredits ordentlich zur Kasse gebeten. Durchschnittlich 10 Prozent Zinsen verlangen Banken hierfür. Deutlich günstiger kommen Überzieher mit einem Abrufkredit weg. Finanztest weiß, was zu beachten ist.

Es gehört grundsätzlich zum Geschäftsmodell von Geldhäusern, den schnöden Mammon teurer zu verleihen, als sie ihn geliehen bekommen. Schließlich kann der Verbraucher nicht direkt bei der EZB anklopfen, um seine Miete oder den Einkauf im Supermarkt zu finanzieren. Bei den Zinsen, die für die Kontoüberziehung verlangt werden, gibt es allerdings seit jeher eine - zurückhaltend formuliert - Übertreibung. Zwar räumen Banken mit dem Dispokredit ihren Kunden die Möglichkeit ein, Geld auszugeben, obwohl gar nichts mehr auf dem Girokonto ist, ein durchschnittlicher Zinssatz von fast 10 Prozent für so viel Freigebigkeit ist dann aber doch etwas viel. Manches Geldhaus verlangt sogar bis zu 13 Prozent.

Für jene, die regelmäßig ihr Konto überziehen, könnten laut aktueller Untersuchung von Finanztest deutlich günstigere Abrufkredite die Lösung sein. Ihre Sollzinsen liegt bei der günstigsten Bank bei weniger als 5 Prozent (Oyak Anker Bank, 3,29 Prozent) oder auch etwas höher bei der Ing (5,83). Dafür gibt es den Kredit hier auch für Freiberufler und Selbständige. 

Geld muss auch hier zurückgezahlt werden

Die wenigsten Verbraucher sind Abruf- oder Rahmenkredite geläufig. Bei diesen erhält der Kunde einen Kreditrahmen, über den er frei verfügen kann. Zinsen werden nur auf den in Anspruch genommenen Betrag fällig. Hierzu ist die Eröffnung eines Kreditkontos notwendig. Der Kredit hat dann keine feste Laufzeit. Den Zins kann die Bank immer an den Marktzins anpassen. Für die Tilgung schreiben die Banken eine kleine monatliche Mindestrate ­in den Vertrag, meist 2 Prozent des in Anspruch genom­menen Kreditbetrags, mindestens 50 Euro. Freiwil­lig kann der Bank­kunde mehr als den Mindest­betrag oder auch den gesamten Kredit­betrag auf einen Schlag tilgen.

Welchen Kreditrahmen die Banken für ihre Abrufkredite anbieten, ist unterschiedlich. Finanztest fand bei den Banken im Test Höchstbeträge für den Kredit zwischen 1500 und 50.000 Euro. Voraussetzung ist immer ein regelmäßiges Einkommen. Allerdings haben nur 26 von 148 befragten Anbietern überhaupt einen Abrufkredit im Programm.

Dafür fallen bei Abrufkrediten über die Zinsen hinaus keine zusätzlichen Kreditkosten an. Es werden also keine Bearbeitungsgebühr, keine Bereitstellungsprovision und auch keine Kontoführungsgebühr für das Kreditkonto berechnet. Dennoch sollten Verbraucher unbedingt die Konditionen der Anbieter vergleichen. So macht beispielsweise die Deutsche Bank als einziges Geldhaus den Zins für ihren Abrufkredit von der Bonität des Kunden abhängig. Kunden mit guter Bonität zahlen nur 3,92 Prozent, die mit schlechter Bonität 10,34 Prozent. Das teuerste Angebot der Banken im Test liegt bei 7,46 Prozent (Ostseesparkasse Rostock).

Von einem Abrufkredit beim Fintech-Unternehmen Cashpresso rät Finanztest ganz ab, denn das Unternehmen verlangt mit knapp 14 Prozent die höchsten Zinsen und ist somit teurer als jeder Dispokredit. Hier gilt dann wieder: Wer den Wert des Geldes kennenlernen möchte, sollte versuchen, sich welches zu leihen.

Zudem sollten sich Verbraucher trotz möglicher Vorteile des Abrufkredits darüber im Klaren sein, dass auch dieser zurückgezahlt werden muss. Und den (neutralen) Schufaeintrag gibt es bei Bewilligung natürlich auch noch.

Quelle: n-tv.de, awi

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