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Laut der Untersuchung stiegen Langzeitarbeitslose in 535 unterschiedliche Berufe ein.
Laut der Untersuchung stiegen Langzeitarbeitslose in 535 unterschiedliche Berufe ein.(Foto: imago/Future Image)
Samstag, 28. April 2018

Endlich einen Job : Hier steigen Langzeitarbeitslose ein

Im April waren 2,384 Millionen Menschen ohne Job, immerhin weniger als im Vorjahr. Mehr als 800.000 von ihnen sind bereits ein Jahr oder länger ohne Beschäftigung. Eine Untersuchung zeigt, in welchen Berufen der Wiedereinstieg ins Arbeitsleben gelingt.

Die Konjunktur in Deutschland brummt. In Folge dessen sinkt die Zahl der Arbeitslosen seit Jahren. Aktuell sind 2,384 Millionen Menschen hierzulande erwerbslos gemeldet. Bei fast einem Drittel handelt es sich um sogenannte Langzeitarbeitslose, welche seit einem Jahr oder länger ohne Job sind.

Nach Zahlen der Bundesagentur für Arbeit haben im vergangenen Jahr rund 160.000 Langzeitarbeitslose eine Anstellung gefunden. Aber in welche Berufe steigen sie am häufigsten ein und wie viel können sie dort verdienen? Das Vergleichsportal Gehalt.de hat aus insgesamt 166.570 Datensätzen die Gehälter ehemaliger Langzeitarbeitsloser in ihren neuen Berufen ermittelt. Das Ergebnis: Das meiste verdienen sie als Gebäudetechniker mit 31.500 Euro jährlich.

Weiterbildung hilft Gehalt auf die Sprünge

Laut der Untersuchung stiegen Langzeitarbeitslose in 535 unterschiedliche Berufe ein, am häufigsten als Helfer in der Lagerwirtschaft. Rund acht Prozent aller Langzeitarbeitslosen fanden 2017 in diesem Beruf ihre Anstellung. Das jährliche Bruttogehalt für Lagerhelfer liegt im Schnitt bei rund 23.500 Euro. Auf dem zweiten Rang folgen Reinigungskräfte mit einem Anteil von sieben Prozent. Sie verdienen rund 22.800 Euro im Jahr. Verkaufshelfer ohne Produktspezialisierung belegen den dritten Platz (sechs Prozent) in der Statistik. Ihr Verdienst liegt bei rund 25.800 Euro im Jahr.

Bei der Betrachtung der Gehaltshöhe zeigt sich Folgendes: Der Beruf des Gebäudetechnikers ist nicht nur ein beliebter Einstiegsjob unter Langzeitarbeitslosen, sondern auch ein verhältnismäßig lukrativer. In diesem Beruf verdienen Beschäftigte mit rund 31.500 Euro das höchste Gehalt im Berufsvergleich. Auch als Fahrzeugführer im Straßenverkehr können Langzeitarbeitslose knapp über 30.000 Euro jährlich verdienen.

Küchenhilfen und Fachkräfte für Objektschutz bekommen im Vergleich deutlich weniger. Mit rund 21.500 Euro beziehungsweise 23.500 Euro erhalten sie laut Auswertung den geringsten Lohn. "Trotz des niedrigen Einkommens für Küchenhilfen und im Objektschutz steigen viele Langzeitarbeitslose in diese Berufe ein, da hier keine spezifische Ausbildung benötigt wird und der Einstieg einfacher ist", erklärt Philip Bierbach, Geschäftsführer von Gehalt.de.

Besonders nach einer langen Zeit in der Arbeitslosigkeit kann der Einstieg in das Berufsleben schwierig und einschüchternd sein. "Stellen für ungelernte Hilfskräfte bieten Langzeitarbeitslosen eine gute Chance, um auf dem Arbeitsmarkt wieder Fuß fassen zu können", so Bierbach weiter.

Von dort kann der Aufstieg zur Fachkraft innerhalb des Betriebs erfolgen. "Um den Aufstieg von Hilfs- zur Fachkraft zu schaffen, sollten sich ungelernte Beschäftigte bei ihrem Arbeitgeber nach Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten erkundigen", so Bierbach abschließend. Dies hilft vor allem dem Gehalt auf die Sprünge. Ein Beispiel: Eine Bürohilfe verdient rund 24.500 Euro jährlich, während eine gelernte Fachkraft im Büro oder im Sekretariat auf 28.300 Euro im Jahr kommt. 

Quelle: n-tv.de