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Impfquoten noch zu niedrig Höchste Zeit für den Grippeschutz

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Einen hundertprozentigen Schutz vor Grippe gibt es nicht - trotz Impfung.

(Foto: picture alliance / Ralf Hirschbe)

Nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts starben in der Influenzasaison 2017/2018 etwa 25.000 Menschen durch eine Grippe. Also besser impfen lassen? Das sollten Sie wissen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich öffentlichkeitswirksam mit Berliner Postzustellern gegen Grippe impfen lassen. Wie gefährlich die Erkrankung sein kann, zeigen die jüngsten Zahlen zur Influenzasaison 2017/2018: Etwa 25.000 Menschen starben nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) durch Grippe. Gerade Risikopatienten sollten sich deshalb impfen lassen. Fragen und Antworten zur Grippe und zur Schutzimpfung:

Wann beginnt die nächste Grippewelle?

Die Grippewelle mit höheren Erkrankungszahlen beginnt meist im Januar und dauert drei bis vier Monate. Die ersten Fälle können aber auch schon früher auftreten, auch jetzt gibt es schon erste Erkrankungen. Wie lange eine Grippewelle dauert, ist aber nicht vorhersagbar.

Wie heftig wird die nächste Grippewelle ausfallen?

Auch das können Experten nicht genau voraussagen. Die Stärke der Grippewellen schwankt von Jahr zu Jahr erheblich. Das zeigt etwa ein Blick auf die influenzabedingten Arztbesuche: In der eher moderaten Influenzasaison 2018/2019 gab es 3,8 Millionen Besuche, in der Saison 2017/2018 dagegen rund 9 Millionen. Während dieser besonders starken Grippewelle starben laut RKI 25.100 Menschen. Das war die höchste Zahl an Todesfällen in den vergangenen 30 Jahren.

Was ist der Unterschied zwischen einer Erkältung und einer Grippe?

Ein grippaler Infekt, wie eine Erkältung auch genannt wird, hat mit der echten Grippe nichts zu tun. Beide werden durch verschiedene Erreger verursacht. Im Gegensatz zu einer normalen Atemwegserkrankung, die meist nach wenigen Tagen überstanden ist, schlägt die Virusgrippe schnell und heftig zu. Symptome sind in der Regel plötzlich auftretendes hohes Fieber über 39 Grad Celsius, Schüttelfrost, Muskelschmerzen, Schweißausbrüche, allgemeine Schwäche, Kopf- und Halsschmerzen, Schnupfen und trockener Reizhusten. Nicht jeder Infizierte erkrankt allerdings auch.

Wann ist die beste Impfzeit?

Bereits im Oktober oder November sollte die Impfung erfolgen. Eine Impfung kann auch später nachgeholt werden, selbst zu Beginn einer Grippewelle. Dann aber steigt das Risiko, sich zu infizieren, bevor der Impfschutz aufgebaut ist. Dieser ist erst nach zehn bis 14 Tagen erreicht.

Schützt eine Impfung in jedem Fall?

Nein, einen hundertprozentigen Schutz vor Grippe gibt es nicht. Nach RKI-Angaben ist etwa die Hälfte der Geimpften geschützt. Die Unsicherheit betrifft vor allem Ältere, deren Immunsystem generell weniger gut auf Impfungen anspricht. Es hat aber auch mit den sich ständig ändernden Viruseigenschaften zu tun. Es kann sein, dass die zirkulierenden Influenzaviren nicht gut mit den im Impfstoff enthaltenden Virusstämmen übereinstimmen. Deshalb kann es auch bei Geimpften zu einer Influenzaerkrankung kommen, in der Regel aber mit milderem Verlauf.

Wer sollte sich impfen lassen?

Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Schutzimpfung in erster Linie älteren Menschen über 60 Jahre, chronisch Kranken mit Grundleiden wie Diabetes, Asthma oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen, medizinischem Personal und Pflegekräften sowie Schwangeren. Die ausdrückliche Empfehlung etwa für Risikopatienten bedeutet aber keinesfalls, dass allen anderen von einer Impfung abgeraten wird.

Wie hoch sind die Impfquoten?

Da ist noch viel Luft nach oben. Eine RKI-Befragung des Krankenhauspersonals zeigte beispielsweise, dass in der Saison 2016/17 nur rund 40 Prozent gegen Grippe geimpft waren. Bei den Schwangeren war es etwa jede zehnte und bei den über 60-Jährigen nur ein Drittel. Gerade ältere Menschen haben ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf der Influenza und Komplikationen wie Lungenentzündungen oder Herzinfarkt. Die meisten Grippetodesfälle treten bei Älteren auf. Zwar wirkt die Schutzimpfung bei älteren Menschen weniger zuverlässig, sie kann das Erkrankungsrisiko aber in etwa halbieren.

Quelle: n-tv.de, Andrea Hentschel, AFP

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