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Ehefrau 15 Jahre jünger Kann die Witwenrente gekürzt werden?

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Ein großer Altersunterschied kann sich auf die Höhe der betrieblichen Hinterbliebenenrente auswirken.

(Foto: imago stock&people)

Eine junge Frau an der Seite zu haben, kann eine prima Sache sein. Stirbt der Mann, erhält diese dann unter Umständen eine betriebliche Witwenrente. Doch war der Altersunterschied sehr groß, kann die Rente gemindert werden, entscheidet das Bundesarbeitsgericht.

Der Arbeitgeber kann die Höhe einer betrieblichen Witwenrente mindern, wenn zwischen den Ehepartnern ein großer Altersunterschied bestanden hat. Eine solche Kürzung stellt keine unzulässige Benachteiligung wegen des Alters im Sinne des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) dar. Dies hat das Bundesarbeitsgericht (BAG) in Erfurt entschied (Az.: 3 AZR 400/17).

Im konkreten Fall war die Frau 15 Jahre jünger als ihr Mann. Als dieser starb, erhielt sie eine zuvor vom Arbeitgeber zugesagte betrieblichen Hinterbliebenenrente. Dabei sah die Versorgungsordnung des Arbeitgebers eine Rente in Höhe von 60 Prozent der vollen Betriebsrente vor. Bei einem Altersunterschied von über zehn Jahren sollte die Hinterbliebenenrente um weitere fünf Prozentpunkte für jedes volle Jahr gekürzt werden. Dagegen klagte die Witwe. Die "Altersabstandsklausel" sei eine unzulässige Diskriminierung wegen des Alters.

Wie nun das BAG entschied, ist dies nicht der Fall. Die Kürzung sei zwar eine altersabhängige Benachteiligung, diese sei aber gerechtfertigt. Der Arbeitgeber habe "ein legitimes Interesse", das mit seiner Versorgungszusage verbundene finanzielle Risiko zu begrenzen. Bei einem Altersunterschied von 11 oder hier sogar 15 Jahren sei die Lebensplanung der Ehepartner von vornherein darauf angelegt, dass der Hinterbliebene einen Teil seines Lebens ohne den Versorgungsberechtigten verbringt.

Die Klausel sei geeignet, um die dadurch meist längere Dauer der Hinterbliebenenversorgung auszugleichen, befand das BAG. Sie sei auch angemessen, denn sie erfasse nur Ehepartner, deren Altersabstand zum Arbeitnehmer "den üblichen Abstand erheblich übersteigt" und sehe auch dann eine "maßvolle schrittweise Reduzierung" vor. Erst bei einem Altersabstand von mindestens 31 Jahren entfalle die Hinterbliebenenversorgung laut der Altersabstandsklausel ganz.

Quelle: n-tv.de, awi/dpa

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