Ratgeber

Naziparolen und Pornografie Kinder-Spiele-Apps fallen krachend durch

imago92739139h.jpg

Keines der getesteten Daddel-Spiele kann von Warentest empfohlen werden.

(Foto: imago images / Panthermedia)

Eltern wissen um die Schwierigkeiten ihren Nachwuchs von Bildschirmen jedweder Art fernzuhalten. Sollten die Kids vorm Smartphone ihre Zeit mit Spiele-Apps verdaddeln, tun Mütter und Väter gut daran, ihre Anstrengungen zu verdoppeln. Von Warentest geprüfte Games sind alles andere als kindgerecht.

Smartphone oder Tablet? Muss sein. Auch im Kinderzimmer. Teddy & Co. haben noch nicht ausgedient, da üben Bildschirme eine magnetische Anziehungskraft auf die Kleinen aus. Von nun an wird so lange gequengelt, bis auch das kleinste Kind ein entsprechendes Gerät sein Eigen nennt. Aber auch wenn Eltern die technische Aufrüstung ihres Nachwuchses die eine oder ander Atempause bringt, sollten sie unbedingt darauf achten, womit sich da so die Zeit vertrieben wird.

Vor allem dann, wenn Spiele-Apps aufs Handy geladen werden. Denn die Stiftung Warentest hat 14 Spiele-Apps aus der Sicht eines 10-jährigen Kindes getestet. In Kooperation mit mit Jugendschutz.net, dem gemeinsamen Kompetenzzentrum von Bund und Ländern für den Schutz von Kindern und Jugendlichen im Internet. Keines der Daddel-Spiele kann von den Testern empfohlen werden.

Mitspieler benennen sich nach Pornoseiten

Darunter Angry Birds 2, Minecraft, Brawl Stars, Fortnite und Clash of Clans. Dabei entdeckten die Experten auf einigen Handyspielen für Kinder Verweise auf Pornoseiten und Mitspieler mit rechtsextremen Pseudonymen wie "SiegHeil". Auf Roblox, einer Plattform, auf der User ihre eigenen Spiele erstellen können, gab es ein Spiel, in dem "böse Juden" getötet werden sollen. Bei Clash Royale und Brawl Stars heißen eine Reihe von Mitspielern genauso wie Internet­adressen von Porno­seiten.

Insgesamt bieten 13 Apps einen inakzeptablen Kinderschutz, das am wenigsten schlimme, Pokémon Go, stufen die Tester als bedenklich ein. In einer App (Android-Version von Subway Surfers) für 6-Jährige gab es Werbung für ein Spiel ab 18 Jahren, in dem unablässig Menschen erschossen werden, in anderen Apps fanden sich Naziparolen.

Die allgemeinen Geschäftsbedingungen der meisten Apps enthalten unzulässige Klauseln und lassen sich etwa bestätigen, dass man einer Überwachung zustimmt und keine Privatsphäre erwartet. Keine einzige Datenschutzerklärung erfüllt die gesetzliche Forderung, die Hinweise und Informationen zum Datenschutz in einer einfachen und für Kinder verständlichen Sprache zu geben.

Außerdem finden sich in vielen Apps Anreize zu teuren In-App-Käufen etwa für Rohstoffe oder Kostüme für Spielfiguren, teilweise werden Nutzer direkt oder indirekt zum Kauf aufgefordert. Bei Angry Birds 2 können Spieler mit einem Kauf rund 110 Euro für virtuelle Edelsteine verplempern. Oft sind die Kosten sehr intransparent. Darauf beruht das Geschäftsmodell, selbst wenn die App selbst gratis ist.

Quelle: n-tv.de, awi

Mehr zum Thema