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Neuer "Wumms" erhofft Kinderbonus 2021 - das sollten Sie wissen

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Immer her damit.

(Foto: imago images/Fotostand)

Familien sollen auch in diesem Jahr für ihre Plackereien durch die anhaltende Corona-Pandemie entlastet werden. Die geplanten 150 Euro pro Kind sollen einem Zeitungsbericht zufolge im Mai fließen. Was es dazu zu wissen gibt, lesen Sie hier.

"Wumms" - der einmalige Kinderbonus von 300 Euro pro Kind hat im vergangenen Jahr mehr zur Konjunkturbelebung beigetragen als die befristete Senkung der Mehrwertsteuer, wie das Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung in eine Umfrage festgestellt hat.

Und die Bundesregierung legt nach. Familien sollen auch für das Jahr 2021 einen Kinderbonus, dann in Höhe von 150 Euro pro Kind, erhalten. Damit soll die Plackerei vieler Eltern auch im laufenden Jahr entschädigt werden. Schließlich hatten und haben sie häufig Schul- und Kitaschließungen im Rahmen der Corona-Pandemie auszubaden. So ist bei vielen dadurch die sogenannte Work-Life-Balance etwas aus den Fugen geraten. Denn wenn es ganz hart kam, mussten neben dem eigenen Job ganz nebenbei auch noch die Kinder behütet, bespaßt und beschult werden - und das soll nun belohnt werden. Zudem erhofft sich die Bundesregierung erneut einen "Wumms" für die Wirtschaft, also dass der Konsum angekurbelt wird. Auch erwachsene Menschen in Grundsicherung sollen einen einmaligen Zuschuss von 150 Euro erhalten.

Erneut kein Antrag nötig

Der nun neu beschlossene Kinderbonus soll im Mai an Familien ausgezahlt werden. Das berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf einen entsprechenden Gesetzesentwurf des Bundesfinanzministeriums. "Für jedes Kind, für das für den Monat Mai 2021 ein Anspruch auf Kindergeld besteht, wird für den Monat Mai 2021 ein Einmalbetrag in Höhe von 150 Euro gezahlt", zitiert die Zeitung aus dem Gesetzesentwurf. Die Kosten für den Kinderbonus belaufen sich demnach auf rund 2,1 Milliarden Euro.

Der Kinderbonus soll erneut gemeinsam mit dem Kindergeld an rund 18 Millionen Haushalte ausgezahlt werden. Um in den Genuss der Zahlung zu kommen, ist kein zusätzlicher Antrag erforderlich. Auch Familien, deren Kinder noch nicht geboren sind, aber noch in diesem Jahr zur Welt kommen, erhalten das Geld durch die Familienkassen, soweit sie auch kindergeldberechtigt sind. Um besonders sozial Schwache zu unterstützen, soll der Bonus auch dieses Mal nicht mit anderen Sozialleistungen verrechnet werden.

Klingt alles ganz gut, aber es gibt auch einen Wermutstropfen. Denn der Bonus soll analog zum Kindergeld bei der Steuer mit den Kinderfreibeträgen verrechnet werden. Das führt im Rahmen der Steuergerechtigkeit dazu, dass sogenannte Gutverdiener nichts von dem Extra haben. Was durchaus auch in Ordnung geht.

Spitzenverdiener gehen leer aus

Die 150 Euro extra pro Kind werden bei der Einkommensteuer mit den Kinderfreibeträgen verrechnet. Das bedeutet: Nicht alle Eltern profitieren von der zusätzlichen Leistung gleichermaßen, erklärt Rechtsanwalt und Geschäftsführer Erich Nöll, vom Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine (BVL) auf Anfrage gegenüber ntv.de.

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Freuen können sich demnach Eltern mit niedrigerem Einkommen: Nicht verheiratete Eltern profitieren bei einem zu versteuernden Einkommen von 34.500 Euro in voller Höhe vom Kinderbonus, hat Nöll ausgerechnet. Diese Grenze gilt auch für Singles, die als unverheiratete Eltern zusammenleben. Entscheidend ist das Einkommen der Person, welche das Kindergeld erhält. Bei verheiratete und zusammen veranlagten Eltern liegt die Einkommensgrenze bei 69.000 Euro. Verdienen Eltern mehr, bringen die Kinderfreibeträge über die Einkommensteuerveranlagung normalerweise mehr Entlastung als das im Laufe des Jahres gezahlte Kindergeld. Für 2021 bleibt es jedoch auch für diese Eltern meist beim Kindergeld einschließlich Kinderbonus.

Ab einem zu versteuernden Einkommen von 77.500 Euro wirken sich die Freibeträge für 2021 über das Kindergeld hinaus steuerentlastend aus, so Nöll. Bei unverheiratete Eltern liegt diese Grenze bei 38.750 Euro. Ab diesen Einkommen wird der zunächst gezahlte Kinderbonus bei der Einkommensteuerklärung 2021 wieder komplett verrechnet.

Quelle: ntv.de

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