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Ende des "gelben Scheins" Das ändert sich jetzt bei der Krankmeldung

Es ist so gut wie beschlossen: Die Krankmeldung in Papierform mit "gelbem Schein" soll bald Vergangenheit sein, denn die Zukunft ist überraschenderweise digital. Was erkrankte Arbeitnehmer künftig tun müssen, lesen Sie hier.

Das Kabinett hat einen Gesetzentwurf von CDU-Wirtschaftsminister Peter Altmaier für weniger Bürokratie beschlossen. Dem soll auch die Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigung in Papierform zum Opfer fallen. Sprich, der "gelbe Schein", den bisher der behandelnde Arzt dem erkrankten Arbeitnehmer zur Vorlage bei der Krankenkasse und dem Arbeitgeber ausstellt, entfällt für alle gesetzlich Versicherten. In Deutschland wurden im vergangenen Jahr immerhin 77 Millionen Krankschreibungen ausgestellt - analog. 

Der malade Mitarbeiter muss laut dem zum 1. Januar 2021 geplanten Anti-Bürokratie-Gesetz (BEG III) dann die verschiedenen Teile der Krankmeldung nicht mehr selbst in einen Briefumschlag stecken, diesen ausreichend frankieren und sich zum nächsten Briefkasten schleppen.

Gute Sache eigentlich. Nicht nur für Krankenkassen und Arbeitgeber. Doch was ist stattdessen für den Arbeitnehmer zu tun?

Arzt in der Pflicht?

Der Papierkram soll für Patienten komplett entfallen. Stattdessen sendet der behandelnde Arzt zukünftig einen Datensatz an die Krankenkassen. Und die leitet die digitale Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigung an den Arbeitgeber weiter.

Gut zu wissen: Dem Arbeitgeber wird auch mit der digitalen Krankschreibung keine Diagnose genannt, die übermittelten Daten sind identisch mit denen, die auch auf dem gelben Schein zu sehen sind und werden verschlüsselt übermittelt.

An den Fristen, bis wann der Arbeitnehmer dem Arbeitgeber die Arbeitsunfähigkeit mitteilen muss, ändert sich nichts. Dies ist nach wie vor "unverzüglich" zu tun. Die aus der bisherigen Regelung für den Mitarbeiter resultierende Pflicht, dass die Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigung nach dem dritten Tag der Arbeitsunfähigkeit beim Arbeitgeber sein muss, dürfte damit für Arbeitnehmer entfallen beziehungsweise nicht mehr in seiner Verantwortung liegen. Allerdings erfährt er auch nicht, ob die Krankmeldung erfolgreich beim Arbeitgeber gelandet ist.

Abgesehen davon darf der Arbeitgeber aktuell von der gesetzlichen Regelung abweichen und von Arbeitnehmern schon ab dem ersten Tag eine Bescheinigung verlangen oder im Arbeitsvertrag eine andere Frist festlegen. Hier muss sich der Arbeitnehmer erkundigen, was für ihn gilt.

Quelle: n-tv.de, awi

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