Ratgeber

Bezahlen auf Reisen Kreditkarte im Urlaub wichtiger als Bargeld

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Viele Karten ohne Kontobindung können ein hervorragendes Preis-Leistungsverhältnis aufweisen.

(Foto: imago/PhotoAlto)

Warum sich auf Reisen mit Bargeld belasten, wenn die richtige Kreditkarte (fast) alle Probleme lösen kann? Immer mehr Kunden vertrauen dem praktischen Bezahlplastik und bieten zum Girokonto auch eine preisgünstige Karte an. Doch die Paketlösung ist nicht immer die erste Wahl.

Praktisch ist es ja schon. Wer von seiner kontoführenden Bank eine Kreditkarte erhält, bündelt seine Bezahlservices in einer Hand - und das meist zu einem überschaubaren Preis.

Je nach Bank fallen für Kreditkarten, die an ein Girokonto gebunden sind, Gebühren zwischen 0 und 40 Euro pro Jahr an. Dennoch fragt sich der eine oder andere zu Recht: Warum eigentlich, verlangt die Bank für die Kartenausgabe Geld? Sie verdient doch an jedem Einkauf mit - und das gar nicht schlecht: Stolze drei Prozent des Einkaufspreises fließen an den Kartenausgeber.

Max Herbst ist Inhaber der FMH-Finanzberatung, die seit 1986 unabhängige Zinsinformationen erstellt.

Max Herbst ist Inhaber der FMH-Finanzberatung, die seit 1986 unabhängige Zinsinformationen erstellt.

Weitere Einnahmen erzielt die Bank, je nachdem wie und wie oft ein Kunde die Karte zum Einsatz bringt: Viele Anbieter verlangen zum Beispiel beim Bezahlen außerhalb der Euro-Zone zusätzliche Entgelte von ein bis zwei Prozent des Transaktionsvolumens. Wer im Ausland mit der Karte Bargeld ziehen will, muss bis zu vier Prozent des abgehobenen Betrags an die Bank abführen.

Tipp: Welche Kreditkarte am besten zu den persönlichen Bedürfnissen eines Kunden passt und was sie kostet, lässt sich mit dem Kreditkartenvergleich der FMH ermitteln. Hier können Verbraucher anhand verschiedener Selektionsmöglichkeiten die Kreditkarte finden, die für ihre Bedürfnisse am besten geeignet ist.

Karte ohne Konto: Eine lohnende Alternative

Für viele Kunden ist es zudem eine Überlegung wert, das Angebot der Hausbank auszuschlagen und stattdessen eine Karte ohne Kontobindung zu wählen. Denn das beste Girokonto und die beste Kreditkarte gibt es normalerweise nicht im Paket.

Die jüngste Untersuchung der FMH-Finanzberatung ergab, dass viele Karten ohne Kontobindung ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis aufweisen. Viele bieten neben den klassischen Bezahlfunktionen noch üppige Versicherungspakete, die sogar dann einen hervorragenden Schutz bieten, wenn der Kunde die Reise nicht mit der Karte bezahlt hat. Weil viele der möglichen angebotenen Versicherungen sehr billig sind, bieten einige Kartenausgeber auch zum Teil schon fast absurde Versicherungen an. Hier finden Sie eine Liste der Versicherungen, die im Jahrespreis enthalten sein können.

Bessere Leistungen als viele Versicherungsunternehmen

Die Klassiker unter den Kartenversicherungen sind die Reiseabbruch- oder Reiserücktrittsversicherung. Überraschend ist jedoch, wie üppig die Leistungen mitunter ausfallen. Zum Teil erhalten Kunden im Fall eines Reiserücktritts bis zu 10.000 Euro erstattet - selbst, wenn sie die Reise nicht mit der Karte bezahlt haben. Mit Kartenzahlung verdoppelt sich die Summe sogar auf 20.000 Euro. Eine solche Sicherheit bieten selbst viele klassische Reiserücktrittversicherungen nicht und wenn, dann keinesfalls kostenfrei.

Viele Karten bieten zudem auch eine inkludierte Haftpflicht- oder Vollkaskoversicherung für Mietwagen an oder enthalten einen Autoschutzbrief, für den Kunden sonst bei der Autovermietung ihrer Wahl einen Aufpreis entrichten müssten. Bei der Entscheidung, welche Kreditkarte die richtige ist, sollten Verbraucher daher auch die Zusatzleistungen und Versicherungen mitberücksichtigen.

Der kleine Unterschied

Wer eine Karte für den Urlaub braucht, sollte zudem darauf achten, dass er von seiner Bank wirklich eine echte Kreditkarte und nicht nur eine sogenannte Debitkarte erhält. Das ist auch deshalb so wichtig, weil es aktuell einen regelrechten Trend bei den Banken gibt, Giro- oder EC-Karten durch Kreditkarten in der Debit-Variante zu ersetzen.

Während klassische Kreditkarten erst am Monatsende abrechnen, funktionieren Debitkarten ähnlich wie Girokarten und belasten das Konto des Kunden direkt. Wer eine solche Karte sein Eigen nennt, muss aber damit rechnen, dass nicht alle Geschäfte seine Debitkarte akzeptieren werden. Der Grund: Beim Einkauf mit der Debitkarte müssen sie - im Vergleich zur EC-Karte - einen höheren Prozentsatz des Transaktionsvolumens an die kartenausgebende Stelle abführen. Die Provisionsspanne pro Einkauf schwankt zwischen einem und drei Prozent. Damit verdient die Bank mehr, das Geschäft aber weniger.

Ein weiterer Nachteil dieser Kartenform: Debitkarten geben - anders als klassische Kreditkarten - keine Kreditzusage. Wer also zum Beispiel beim Hotel oder der Mietwagenbuchung eine Kartenbelastung als Sicherheit hinterlegen muss, wird um eine echte Kreditkarte meist nicht herumkommen.

Mehr zum Thema

Wer die optimale Kreditkarte sucht, sollte zudem das immer wichtigere "Mobile Payment" nicht vergessen und auch diese Bezahlfunktionen in die Entscheidung mit einfließen lassen. Infos dazu hat die FMH erst vor kurzem in einem Beitrag zusammengestellt.

Max Herbst ist Inhaber der FMH-Finanzberatung, die seit 1986 unabhängige Zinsinformationen erstellt.

Quelle: ntv.de

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