Kostengünstig und leistungsstarkMit diesen Kreditkarten ist man auf Reisen bestens ausgerüstet

Dass eine gute Kreditkarte im Urlaub sichere und günstige Zahlungen im In- und Ausland ermöglichen muss, ist klar. Sehr gute Anbieter punkten aber zusätzlich mit diversen Extras und Versicherungen, von denen Singles und Familien gleichermaßen profitieren.
Von der Buchung des Fluges bis zum Einchecken ins Hotel - wer im Urlaub viel unterwegs ist, braucht fast überall auf der Welt eine Kreditkarte. Reiseanbieter und andere Unternehmen schätzen die Sicherheit dieser Zahlungsmethode, weil die Karten eine Zahlungsgarantie und einen Ausfallschutz bieten. Für Kunden haben Kreditkarten den Vorteil, dass sie länderübergreifend einsetzbar sind, fast überall akzeptiert werden und die verzögerte Abbuchung eine bessere Planung der Reise ermöglicht.
Doch auch wenn sich das Plastikgeld immer weiter durchsetzt: In Deutschland müssen Kartenanbieter noch immer intensiver um die Gunst ihrer Kunden buhlen als in vielen anderen Ländern. Wer sich für eine neue Karte zum Einsatz auf Reisen interessiert, trifft daher auf ein breit gefächertes Angebot und Karten, die neben ihrer Bezahlfunktion oft einen immensen Zusatznutzen bieten.
Die FMH-Finanzberatung hat daher im Auftrag von ntv untersucht, welche Kreditkarten besonders attraktive Konditionen für reiselustige Kunden bieten.
Kosten sind wichtig - aber nicht alles
Auch wenn das augenfälligsten Kriterium bei der Auswahl einer Kreditkarte oft die Jahresgebühr ist: Die FMH achtete bei ihrer Bewertung vor allem auf die Kosten, die anfallen, wenn Kunden außerhalb des Euroraumes mit der Karte zahlen oder Geld abheben. Denn die Beträge für die einzelnen Transaktionen mögen auf den ersten Blick überschaubar sein, sie können sich aber läppern.
Wer beispielsweise Waren im Wert von 300 Euro bezahlt, muss je nach Karte mit Gebühren von rund 6 Euro rechnen. Richtig teuer kann es bei der Bargeldversorgung werden. Eine Bargeldabhebung von ebenfalls 300 Euro schlägt im Extremfall mit bis zu 18 Euro inklusive Auslandsentgelt zu Buche. Damit werden die Gebühren oft zum größten Kostenblock für den Karteneinsatz. Es lohnt sich also, ihnen besondere Aufmerksamkeit zu widmen.
Mehr als Geld und Zinsen
Ein netter Zusatz-Faktor ist aber auch der Versicherungsschutz, der bei vielen Kreditkarten im Preis inbegriffen ist. Der Grund: Wer eine Reise aufgrund einer Erkrankung oder eines familiären Notfalls kurzfristig absagen muss, zahlt bei vielen Anbietern oft den vollen Preis als Stornogebühr. Dann ist es beruhigend zu wissen, dass die Kreditkarte eine Reiserücktrittsversicherung enthält, die den Schaden ganz oder teilweise ersetzt.
Wie bei jeder Versicherung gilt allerdings auch hier: Das Kleingedruckte entscheidet. Während einige Anbieter den Schutz davon abhängig machen, dass die Reise mit der jeweiligen Karte bezahlt wurde, verzichten andere Kartenunternehmen auf diese Voraussetzung. Unterschiede gibt es zudem bei der maximalen Erstattungssumme sowie bei der Frage, ob ein Reiseabbruch versichert ist.
Auslandsreisekrankenversicherung: ein Muss für jeden Urlauber
Noch wichtiger - vor allem für Urlauber, die in Deutschland gesetzlich krankenversichert sind - ist eine Auslandsreisekrankenversicherung. Zwar besteht für deutsche Kassenpatienten (zumindest innerhalb der EU) ein grundlegender Krankenversicherungsschutz. In der Praxis müssen Reisende aber dennoch oft in Vorleistung gehen. Und das kann teuer werden.
Vor allem bei schweren Erkrankungen, die einen Rücktransport nach Deutschland verlangen, können schnell fünfstellige Summen anfallen, die von den Krankenkassen nicht übernommen werden. Eine entsprechende Zusatzversicherung schließt diese Lücke. Die Auslandsreisekrankenversicherung ist daher das wohl sinnvollste Extra-Angebot, das eine Kreditkarte haben kann.
Nicht elementar, aber im Einzelfall nützlich ist es, wenn die Karten auch eine Kaskoversicherung für den Mietwagen enthalten oder Tankrabatte und andere Vergünstigungen bieten.
Die Bewertungskriterien der FMH
Für ihre Auswertung hat die FMH daher sehr viel Wert auf die Details gelegt. Hier eine kleine Aufzählung der Kriterien, die in die Bewertung der einzelnen Kreditkarten eingeflossen sind:
Gibt es eine Auslandsreise-Krankenversicherung?
Wenn ja, zahlt sie nur den Kunden oder auch für die gesamte Familie (unabhängig vom Alter der Familienmitglieder) und wie hoch ist die Selbstbeteiligung im Ernstfall?
Gibt es eine Reiserücktrittsversicherung?
Wenn ja: Zahlt diese auch bei einem Reiseabbruch und für wen besteht der Versicherungsschutz?
Greifen die Versicherungen unabhängig davon, ob die Reise mit der Karte bezahlt wurde?
Welche Personen (bis zu welchem Alter) sind mitversichert und wie hoch ist die maximale Versicherungssumme?
Gibt es eine Reisegepäckversicherung?
Acht Karten erhalten das Prädikat "sehr gut"
Selbst angesichts dieser strengen Kriterien kann sich das Ergebnis der FMH-Analyse mit dem Schwerpunkt Reisen sehen lassen: Von den 31 Karten im Test bewerteten die Frankfurter Experten immerhin acht mit der Bestnote "sehr gut".
Dabei handelt es sich um die BestCard Premium und die BestCard Extra von Santander, die easycard Kreditkarte Platinum, die Eurowings Kreditkarte Premium (beide von easybank), die Special Visa Goldcard und die Special Master Goldcard der BW Bank, die Mastercard Gold von Advanzia sowie die Deutschland-Kreditkarte Gold und die Gold Card der Hanseatic. Sie alle bieten - teils allerdings nur bis zu einer gewissen Anzahl an Transaktionen - kostenlose Bezahlungen und Bargeldabhebungen im Ausland und einen mehr oder minder umfassenden Versicherungsschutz. Die Mastercard Gold der Advanzia kommt sogar ohne jährliche Grundgebühr aus. Die teuersten sehr guten Karten kosten 99 Euro pro Jahr.