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Nach Tod des Hauptmieters Müssen Hinterbliebene ausziehen?

Stirbt ein Mieter, können die Erben den Vertrag auflösen und die Schlüssel an den Vermieter zurück geben. Müssen sie aber nicht: Denn der Mietvertrag bleibt in der Regel weiterhin in Kraft. Foto: Sebastian Willnow

Stirbt ein Mieter, können die Erben den Vertrag auflösen und die Schlüssel an den Vermieter zurückgeben, müssen sie aber nicht: Denn der Mietvertrag bleibt in der Regel weiter in Kraft.

(Foto: dpa-tmn)

Stirbt der Hauptmieter, stellt sich die Frage, ob Hinterbliebene dennoch in der Wohnung bleiben dürfen. Etwa dann, wenn nicht beide Eheleute oder Partner im Mietvertrag eingetragen sind. Was bedeutet das für das Mietverhältnis?

Auch mit dem Tod des Mieters erlischt das Mietverhältnis nicht automatisch. Denn entweder es wird von anderen Personen fortgesetzt oder muss beendet werden. Dabei wird grundsätzlich unterschieden, ob der verstorbene Mieter alleine oder mit anderen zusammen in der Wohnung lebte, erklärt der Deutsche Mieterbund (DMB).

Wenn der Verstorbene mit seiner Familie zusammengelebt hat, aber nur er den Mietvertrag unterschrieben hatte, dann sind die Familienangehörigen beim Tod des Mieters "eintrittsberechtigt". Sie können den Mietvertrag also einfach übernehmen. Noch unproblematischer ist es, wenn beispielsweise die Ehefrau ebenfalls den Mietvertrag unterschrieben hatte - dann ist auch sie Mieterin und setzt das Mietverhältnis einfach fort. Das gleiche Recht steht eingetragenen Lebenspartnern oder auch sonstigen im Mietvertrag als Hauptmieter genannten Personen zu. Der Vermieter hat in diesem Fall kein besonderes Kündigungsrecht und kann - anders als bei einer Neuvermietung - keine höhere Miete durchsetzen.

Hat der verstorbene Mieter hingegen alleine gewohnt, dann ist das Mietverhältnis Bestandteil seines Erbes. Liegt kein Testament vor, kommen folgende Personen als gesetzliche Erben in Betracht: Ehegatte, Lebenspartner und die Kinder. Wer das Erbe antritt, muss sich darum kümmern, dass die Miete beglichen wird, gegebenenfalls auch für die Vergangenheit. Sie haben somit auch das Recht, in die Wohnung einzuziehen. Allerdings ist hier zu beachten, dass der Vermieter ein Sonderkündigungsrecht hat. Das heißt, er darf das Mietverhältnis ohne Angabe von Gründen je nach Wohndauer innerhalb einer Frist von drei bis neun Monaten kündigen. Der Vermieter muss dies allerdings innerhalb eines Monats nach Kenntnis vom Tod des Mieters tun.

Wollen die Erben nicht in das Mietverhältnis eintreten, müssen sie die Wohnung innerhalb eines Monats mit einer Frist von drei Monaten kündigen. Dann heißt es das Mietobjekt zu räumen, eventuell anfallende Schönheitsreparaturen auszuführen und sich die Mietkaution auszahlen zu lassen. Alternativ können sie das Erbe auch ausschlagen, um so das Mietverhältnis zu beenden.

Quelle: n-tv.de, awi