Ratgeber

Mamma mia! Pesto: Mehr als die Hälfte fällt durch

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Geschmack in Ordnung - Inhaltsstoffe meist nicht - Pesto im Test.

(Foto: imago images / Panthermedia)

Basilikum, Pinienkerne, Olivenöl, Parmigiano Reggiano, Pecorino, Knoblauch und Salz. Mehr gehört nicht in ein gutes Pesto. Doch die Fertigvariante möchte Öko-Test nicht so richtig schmecken. Denn viele Produkte sind mit Mineralöl und Pestiziden belastet.

Grünes Pesto wird seit mehr als 200 Jahren von Hausfrauen und Köchen vor allem in Nordwest-Italien hergestellt. Doch das Rezept ist nicht patentiert, daher ist das seit etwa 20 Jahren von der Industrie gefertigte Pesto an keine Zutaten gebunden. Mit weitreichenden Folgen. Aber eines ist wohl sicher: Mineralöl und Pestizide gehören nicht zu den Zutaten.

Aber genau auf diese Stoffe ist Öko-Test bei der Untersuchung von 20 Fertigpestos gestoßen. Neun grüne Pestos im Test sind "ungenügend", drei weitere "mangelhaft". Damit raten die Tester von mehr als der Hälfte der getesteten Produkte ab.

Verunreinigungen mit Mineralölbestandteilen sind in allen Pestos im Test ein Problem. Kein einziges Produkt schneidet denn auch besser als "befriedigend" ab.

Mineralöl und Pestizide

In acht Produkten ist der Gehalt an gesättigten Kohlenwasserstoffen (MOSH/MOSH-Analoga) aus Sicht von Öko-Test sogar "sehr stark" erhöht. Das Problem: MOSH reichern sich im menschlichen Fettgewebe und in Organen an.

Ebenfalls achtmal hat das untersuchende Labor aromatische Kohlenwasserstoffe (MOAH) nachgewiesen. Und zur Gruppe der MOAH gehören auch Substanzen, die Krebs erregen können. Mahlzeit.

Mineralöl kann auf unterschiedlichen Wegen ins Pesto gelangen, zum Beispiel durch Schmieröle an Produktionsanlagen oder über einzelne Ausgangszutaten. Viele Lebensmittel sind mit Mineralöl belastet. Zwar machen Mineralölbestandteile in Lebensmitteln nicht unmittelbar krank, dennoch wird empfohlen, zu Produkten zu greifen, die möglichst wenig davon enthalten.

Aber auch Pestizide sind ein großes Problem in grünen Pestos. Nur fünf getestete Produkte sind frei von ihnen, in allen anderen hat das Labor jeweils eine Mischung mehrerer Spritzgifte gefunden. Zwar war der jeweils gemessene Pestizidgehalt für sich genommen nach EU-Sicherheitsbewertungen gesundheitlich unbedenklich. Dennoch sehen die Tester auch geringe Mengen von Pestiziden in Lebensmitteln kritisch. Vor allem, wenn eine Vielzahl von Pestiziden in der Nahrung steckt, denn Wechselwirkungen der verschiedenen Substanzen sind kaum bekannt.

Geschmacklich in Ordnung

Aber immerhin schmecken die meisten grünen Pestos im Test. So sind die meisten geschmacklich zumindest in Ordnung und frei von Fehlern wie einem dumpfen oder schimmeligen Geschmack. Alle konnten mit einer mindestens deutlichen Basilikumnote aufwarten. Wenn da nur nicht die vielen Schadstoffe wären.

Als "befriedigend" bewerteten die Tester lediglich das "Ppura Genovese Pesto Bio" (4,73 Euro Euro/190 Gramm). Alle anderen Produkte sind schlechter bewertet worden.

Die Liste der "ungenügend" getesteten Soßen ist weitaus länger. Als da wären: "Alnatura Pesto Verde", "Barilla Pesto alla Genovese", "Bertolli Pesto Verde", "Casa Romantica Pesto alla Genovese", "I Sughi De Cecco Pesto alla Genovese", "Italiamo Pesto alla Genovese", "K-Classic Pesto alla Genovese", "Oro D‘Italia Pesto Verde" und "Saclà Italia Pesto alla Genovese".

Quelle: ntv.de, awi