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Italiener gehen leer aus Balsamico "Made in Germany" ist in Ordnung

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Sieht irgendwie nach Italien aus ...

(Foto: imago/Panthermedia)

Darüber, ob Balsamico nur echt ist, wenn er aus Modena in Italien stammt oder auch darüber hinaus als solcher bezeichnet werden darf, hat das höchste EU-Gericht zu entscheiden. Das Urteil dürfte den Südeuropäern sauer aufstoßen.

Es wurde mal wieder gezankt, in Europa. Und zwar darüber, ob ein Essighersteller aus Süddeutschland seine Produkte als "Deutschen Balsamico" verkaufen darf. Denn daran störten sich die Italiener. Schließlich ist die Bezeichnung "Aceto Balsamico di Modena" als geografische Angabe für Balsamessig aus dem italienischen Modena geschützt. Konsequenterweise forderte ein italienisches Erzeugerkonsortium aus dieser Region, dass den Deutschen der Vertrieb ihres Produktes unter Verwendung des Begriffes "Balsamico" untersagt wird. 

Der Streit wurde zunächst vor den Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe getragen, welcher aber den Europäische Gerichtshof (EuGH) zur Auslegung des EU-Rechts anrief. Und die EU-Richter kamen auch zu einem Urteil. Demnach erstreckt sich die geschützte Bezeichnung "Aceto Balsamico di Modena" nicht auf die Einzelbegriffe "Aceto" und "Balsamico" sowie auch auf Kombinationen und Übersetzungen der Begriffe. Vor allem das italienische Wort für Essig "Aceto" sei ein üblicher Begriff, das Adjektiv balsamico werde normalerweise für einen Essig verwendet, der einen süßsauren Geschmack habe, urteilten die Richter.

Viel Prestige und Geld

Demzufolge darf die Firma Balema aus Kehl in Baden-Württemberg wohl auch weiterhin ihre auf Essig basierende Produkte unter der Bezeichnung "Balsamico" und "Deutscher Balsamico" vertreiben (Rechtssache C-432/18). Zumindest so lange, bis der BGH doch noch anders entscheidet, denn der ist nun für eine abschließende Entscheidung zuständig (Az. C-432/18).

Grundsätzlich sollen mit geschützten Lebensmittelbezeichnungen regionale Spezialitäten in Europa vor widerrechtlicher Aneignung und Nachahmung geschützt werden. Schließlich geht es um viel Prestige und um Geld. Allein Italien weist mehrere Hundert geschützte Produkte auf - die meisten in der Europäischen Union. Zu derart geschützten Produkten gehören zum Beispiel Wein aus Chianti und Schinken aus Parma.

Quelle: n-tv.de, awi

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