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Prost Sommer - Radler im Test 18 von 50 Biermixgetränken sind gut

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Erst seit 1993 gibt es Radler fertig gemischt in Flaschen, vorher durfte das beliebte Biermixgetränk ausschließlich frisch von Wirten zubereitet werden..

(Foto: imago images/Shotshop)

Was nützt das viele Leiden, wenn man sich nicht auch vergnügt, denken wohl viele und greifen zur (Bier-)Flasche. Im Sommer darf es auch mal ein Radler sein, ein Bier gemischt mit Limonade. Um herauszufinden, ob in der Pulle noch mehr als nur Promille und Zucker stecken, nimmt Öko-Test einen kräftigen Schluck.

Ein Bierchen? Geht für manchen immer. Wenn's draußen schön warm ist, auch schon mal in Form eines Radlers. Also einem sogenannten Biermischgetränk. Wie so ein Radler beschaffen sein soll, ist gesetzlich nicht geregelt. Im Allgemeinen bezeichnet man eine Mischung aus Bier und klarer Zitronenlimonade im Verhältnis 50:50 als Radler. Doch das Angebot ist vielfältiger geworden. Mit naturtrüben Saftbestandteilen oder unfiltriertem Bier schrauben Hersteller an Aussehen und Geschmack, mit dem Verzicht auf Aromen und Zusatzstoffe soll noch mehr Natur in die Flasche kommen.

Erst seit 1993 gibt es Radler fertig gemischt in Flaschen, vorher durfte das beliebte Biermixgetränk ausschließlich frisch von Wirten zubereitet werden. Besonders im Trend sind gerade die sogenannten Naturradler. Doch halten sie auch, was sie versprechen? Öko-Test hat 50 Radler getestet und dabei darauf geachtet, wie viel Natur wirklich drinsteckt.

Zucker und Süßstoffe führen zu Punktabzug

Doch Öko-Test bezeichnet das Radler nicht ohne Grund als Zuckerdrink. Denn in einer 0,5-Liter-Flasche Radler ist oft schon mehr Zucker enthalten, als für einen Erwachsenen pro Tag empfohlen wird. Das ist auch der Hauptgrund, warum die Öko-Test-Redakteure kein Radler besser als "gut" bewertet haben.

Die Verwendung von künstlichen Süßstoffen führte dabei ebenso zu Punktabzug. Lag der Zuckergehalt bei über 5 Gramm pro Milliliter, haben die Tester keine bessere Bewertung als "befriedigend" vergeben.

Aber nichtsdestotrotz wurden 18 von 50 Radler im Test als "gut" bewertet. Darunter das besonders in Großstädten populär gewordene "Gösser NaturRadler" aus Österreich, das "Allgäuer Büble Radler naturtrüb" oder bekannte Marken wie das "Bitburger Radler" oder das "Krombacher Radler".

Abzüge in der Bewertung gab es vor allem, weil bei der Deklaration der Inhaltsstoffe oder der Nährwerte keine oder unzureichende Angaben gemacht worden sind. Keine Angaben zu machen ist übrigens erlaubt, wenn Getränke einen Alkoholgehalt von mehr als 1,2 Volumenprozent haben. Sonderlich transparent ist das allerdings nicht. Wie immer bewertet das Magazin außerdem Produkte in Mehrwegflaschen besser als solche in Einwegflaschen oder Dosen.

Günstig und gut geht auch

Beim Preis-Leistungs-Verhältnis sticht das ebenfalls als "gut" bewertete "Oettinger Radler" hervor - für 55 Cent für den halben Liter bekommt der Kunde ein qualitativ einwandfreies Biermixgetränk, das bis auf den grundsätzlich hohen Zuckergehalt keine Mängel im Test vorzuweisen hatte. Für andere Radler müssen Durstige oft 10 oder 15 Cent mehr pro halbem Liter auf die Ladentheke legen.

Viele Radler werden darüber hinaus als "naturtrüb", "Naturradler" oder "100 Prozent natürlich" beworben. Der Begriff "Natur" verspricht ein besonders gesundes, reines und ursprüngliches Geschmackserlebnis, doch es ist im Gegensatz zum Begriff "Bio" kein geschützter Begriff und kann so ganz frei verwendet werden, um ein Produkt zu bewerben. Deswegen gab es von Öko-Test Punktabzüge, wenn trotz des Natur-Versprechens Zusatzstoffe wie Stabilisatoren, Antioxidations- oder Konservierungsmittel mit im Spiel sind. Naturtrübe Saftbestandteile oder unfiltriertes Bier sind im Trend und der Verzicht auf künstliche Aromen und Zusatzstoffe insgesamt eine gute Sache. Öko-Test hat außerdem vier Bio-Radler getestet - etwa das "Lammsbräu Radler" oder das "Strandräuber Natur Radler Zitrone" von der Störtebeker Braumanufaktur. Diese wurden zwischen "gut" und "befriedigend" bewertet.

Kein "mangelhaft" oder "ungenügend"

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Bei den Tests im Labor wurden bei fünf Radlern Spuren von Glyphosat gefunden. Das ist immerhin deutlich seltener als im großen Pils-Test vom letzten Jahr. Das "Perlenbacher Radler" von Lidl, das "Berliner Radler naturtrüb" oder das "Tyskie Radler" wiesen Spuren des umstrittenen Pestizids auf. Auch deswegen war keine bessere Bewertung als "ausreichend" drin.

Als "mangelhaft oder "ungenügend" wurde keines der 50 Biermischgetränke gesehen, denn auch wenn ein Radler Geschmackssache ist, lagen alle Radler laut Öko-Test geschmacklich "im grünen Bereich", besonders wenn Süße und Säure richtig miteinander harmonieren.

Quelle: ntv.de, awi