Ratgeber
Es lohnt sich, die Konditionen seiner Bank unter die Lupe zu nehmen
Es lohnt sich, die Konditionen seiner Bank unter die Lupe zu nehmen(Foto: imago/Christian Ohde)
Freitag, 28. April 2017

Zeit zu wechseln: So finden Sie das beste Girokonto

Ein Gastbeitrag von Max Herbst

Für viele ist das Maß endgültig voll. Weil etliche Banken selbst eigene Kunden fürs Geldabheben zahlen lassen, nehmen die Fluchtfantasien zu. Zu Recht. Für Wechselwillige gibt es schließlich das passende Girokonto zu fairen Konditionen.

Mehr Aufregung war selten. Als die Zeitungen in den vergangenen Wochen berichteten, dass Banken sogar von eigenen Kunden am Geldautomaten Gebühren verlangen, war der Zorn groß. Und zwar nicht nur bei den Betroffenen selbst.

Verbraucherschützer zeigten sich ebenfalls erbost. Sie prangerten zwar nicht die generelle Einführung von Gebühren an, monierten aber, dass die Institute diesen Schritt nicht rechtzeitig ankündigten. So hätten sie den Betroffenen die Möglichkeit genommen, beizeiten zu einem günstigeren Wettbewerber zu wechseln.

Perfekt wurde die Verwirrung, als dann auch noch bekannt wurde, dass einige Banken nach kurzer Zeit einen Rückzieher gemacht hatten, weil die negativen Effekte (Kundenschwund) die positiven Effekte (ein paar Euro extra) überwogen.

Viel Lärm um wenig

Wer sich regelmäßig mit Konto-Konditionen beschäftigt, den konnten die Nachrichten von Gebühren fürs Geldabheben hingegen nicht überraschen. Es ist kein Geheimnis, dass gerade Genossenschaftsbanken und Sparkassen seit längerer Zeit neue Einnahmequellen suchen und deshalb auch die Preise für ihre Girokonten erhöhen. Die FMH-Finanzberatung hat bereits im September darüber berichtet.

Max Herbst ist Inhaber der FMH-Finanzberatung, die seit 1986 unabhängige Zinsinformationen erstellt.
Max Herbst ist Inhaber der FMH-Finanzberatung, die seit 1986 unabhängige Zinsinformationen erstellt.

Hilflos ausgeliefert sind Kunden den Preisschüben allerdings nicht. Die ING-DiBa, die DKB oder andere Direktbanken warten nur darauf, enttäuschte Kunden der traditionellen Geldhäuser bei sich zu begrüßen.

Doch nicht nur die steigenden Gebühren lassen viele über einen Wechsel nachdenken. Auch die Tatsache, dass Bargeld zunehmend an Bedeutung verliert, spielt den Direktbanken in die Hände. Ob im Internet, im Restaurant oder im Supermarkt: Selbst kleine Beträge lassen sich inzwischen problemlos mit Karte zahlen. Münzen und Scheine werden hingegen immer unwichtiger – und damit auch die Frage, wie einfach man sich mit Bargeld eindecken kann.

Service kostet Geld - aber nicht überall

Wer dennoch Wert darauf legt, stets ein paar Euro Bares in der Tasche zu haben, für den lohnt es sich, die Konditionen seiner Bank unter die Lupe zu nehmen. Fast alle Institute bieten verschiedene Kontomodelle an, die auf das Nutzungsverhalten verschiedener Personengruppen zugeschnitten sind. Wer hier die richtige Wahl trifft, kann eine Menge Gebühren sparen.

Das Problem ist nur, dass nicht alle Geldhäuser die Angebotsvielfalt transparent machen. Das erschwert es Kunden, die richtige Wahl zu treffen. Bei einigen Betroffenen führt das dazu, dass sie zähneknirschend bleiben und bezahlen. Bei anderen bewirkt diese Praxis, dass sie mit den Füßen abstimmen und zu den günstigeren Direktbanken überlaufen.

Dort zahlen sie nicht nur weniger. Sie profitieren vielfach auch von einem deutlich besseren – oder zumindest passgenaueren – Service-Angebot: Die meisten Vorgänge lassen sich bequem online erledigen. Wenn im Einzelfall noch einmal Gesprächsbedarf besteht, geht auch das ganz schnell. Zum Beispiel per Telefon. Nach archaischen Schalterstunden muss sich hier niemand mehr richten. Auch ist es nicht mehr erforderlich, einen halben Tag Urlaub zu opfern, nur um ein Bankgespräch zu führen. Bei einer guten Direktbank ist das Tag und Nacht möglich, ohne Terminvereinbarung.

Oft ist die Beratungsqualität sogar besser als bei den klassischen Hausbanken, weil die Mitarbeiter gezielt geschult wurden und sie die Bedürfnisse des Kunden, und nicht den Verkaufsdruck des Filialleiters, in den Vordergrund stellen.

Kein Konto von der Stange

Kunden, die wissen möchten, welche Bank (und welches Konto) zu ihnen passt, können das schnell und einfach mit dem Girokonto-Vergleich der FMH-Finanzberatung tun.

Damit unsere Detailanalyse ideale Ergebnisse ausspuckt, ist es allerdings wichtig, dass Nutzer eine klare Vorstellung davon haben, wie sie ihr Konto in Zukunft nutzen wollen. Wie viele Geldeingänge, Abbuchungen oder Bargeldabhebungen kommen im Monat etwa zusammen? All das ist für die Gesamtkosten mindestens so wichtig wie Zinsen und Gebühren. Wer sich einmal die Mühe macht, hat am Ende des Tages ein Konto, das zu ihm passt – und zahlt nur für Services, die er wirklich braucht.

Max Herbst ist Inhaber der FMH-Finanzberatung, die seit 1986 unabhängige Zinsinformationen erstellt.

Quelle: n-tv.de