Ratgeber

Weniger draufzahlen So geht Zahnersatz nicht ins Geld

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Wer sich gut informiert, kann beim Eigenanteil für den Zahnersatz sparen.

(Foto: imago images/Panthermedia)

Ab Oktober 2020 erhalten Kassenpatienten höhere Zuschüsse für Implantate, Brücken und Kronen. Wie viel der gesetzlich Versicherte im Einzelfall hinzuzahlen muss, hängt auch von den eingetragenen Zahnarztbesuchen im Bonusheft ab. Das ist aber nur ein Weg, wie man Geld sparen kann.

Wer gesetzlich versichert ist, muss im Regelfall bei einem notwendigen Zahnersatz einen Teil der Kosten selbst tragen. Aus dem Heil- und Kostenplan können die Patienten herauslesen, wie hoch der Eigenanteil ist. Das ist jedoch in der Praxis oft gar nicht so einfach, wie Stiftung Warentest schreibt. Auch Missverständnisse in der Kommunikation mit dem Zahnarzt können dazu führen, dass Patienten von den endgültigen Kosten überrascht werden. Damit das nicht passiert, sollte man sich im Vorhinein gut informieren.

Höhere Zuschüsse ab Oktober

Eine gute Nachricht ist, dass Kassenpatienten ab dem 1. Oktober 2020 höhere Zuschüsse für Zahnersatzleistungen von der Krankenkasse erhalten. Wer seine Zahnarztbesuche regelmäßig in das Bonusheft eintragen lässt, zahlt prinzipiell weniger drauf. Kann man fünf Stempel vorweisen, bekommt man zukünftig 70 Prozent erstattet und bei zehn Stempeln sind es sogar 75 Prozent. Doch auch ohne Bonus zahlt die Kasse ab dem neuen Quartal 60 Prozent.

Heil- und Kostenplan sorgfältig prüfen

Zahnzusatzversicherungen im Test

Im Jahr 2019 hat Stiftung Warentest 234 Versicherungen geprüft. 76 Tarife wurden dabei mit der Note "sehr gut" bewertet. Bestnoten ("sehr gut") gab es unter anderem für "Zahn Prestige" der Bayrischen und "EZL" von der HanseMerkur.

Der Zahnarzt erstellt bei einem notwendigen Zahnersatz einen Heil- und Kostenplan für den Patienten. Dieser enthält den Behandlungsplan und die voraussichtlichen Kosten. Das heißt, dass der endgültig zu zahlende Betrag davon abweichen kann, wenn sich während der Zahnarztbesuche weitere notwendige Behandlungsschritte ergeben. Patienten sollten sich daher vor einer Unterschrift beim Behandler unbedingt über die Notwendigkeit der einzelnen Schritte und eventuelle Alternativen dazu informieren. Zur Not kann auch eine unabhängige Zweitmeinung durch einen anderen Zahnarzt eingeholt werden. Diese ist kostenlos. Erst dann wird der Heil- und Kostenplan unterschrieben, an die Krankenkasse geschickt. Erst nach der Genehmigung sollte die Behandlung beginnen, damit gewährleistet ist, dass die Krankenkasse ihren Anteil auch bezahlt. Ein halbes Jahr haben Patienten im Anschluss der Genehmigung Zeit, mit der Behandlung zu beginnen.

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Mit einer entsprechenden Zahnzusatzversicherung kann der Eigenanteil weiter gesenkt werden. Sie lohnt sich vor allem für jene, die sich nicht mit der Standardleistung der Krankenkasse zufriedengeben möchten. Wer zum Beispiel anstatt einer Metallkrone lieber einen Keramikersatz haben möchte, sollte über eine zusätzliche Versicherung nachdenken.

Achtung: Der Abschluss der Zahnzusatzversicherung sollte noch zu einem Zeitpunkt erfolgen, an dem die Zähne einigermaßen gesund sind. Ein gutes Alter dafür liegt daher bei 30 bis 40 Jahren. Bei bereits vorhandenen Schäden an den Zähnen zahlen die Versicherer meistens nicht. Welche Zahnzusatzversicherungen sich hinsichtlich des Preis-Leistungsverhältnisses lohnen, hat Stiftung Warentest im Jahr 2019 geprüft.

Quelle: ntv.de, imi