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Konsum überdenken So lässt sich global Wasser sparen

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Mit 120 Litern Trinkwasser pro Tag für Duschen, Trinken, Kochen und Putzen liegen die Deutschen beim Wasserverbrauch im Mittelfeld.

Duschen statt baden, Eco-Waschprogramme nutzen, den Wasserhahn zudrehen beim Zähneputzen: Die Deutschen sind wahre Meister im Wassersparen. Doch weltweit gesehen werden Unmengen von Wasser verbraucht. Auch deutsche Verbraucher können helfen, diese Menge zu reduzieren.

Ob Kaffee oder Klamotten, landwirtschaftliche Erzeugnisse oder Rohstoffe wie Aluminium: Für die Produktion wird oft viel Wasser verbraucht. Oft kommen diese Produkte außerdem aus Ländern, die unter Trockenheit und Dürre leiden. Um den Wasserverbrauch dort zu reduzieren, können auch Verbraucher in Deutschland etwas tun.

Wie viel Wasser verbraucht ein Deutscher am Tag?

"Mit 120 Litern Trinkwasser pro Tag für Duschen, Trinken, Kochen und Putzen liegen die Deutschen beim Wasserverbrauch im Mittelfeld", sagt Silvia Bender vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (Bund) in Berlin. Beim sogenannten virtuellen Wasser, das zur Herstellung von Lebensmitteln und anderen Produkten benötigt wird, liege Deutschland jedoch mit 4200 Litern pro Tag über dem weltweiten Durchschnitt. "Das zeigt, dass der Konsum in Deutschland nicht so nachhaltig ist, wie er es zum Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen sein müsste."

Wo wird das meiste virtuelle Wasser verbraucht?

In der Landwirtschaft, erklärt Bender. 85 Prozent des virtuellen Wassers werden zur Bewässerung von landwirtschaftlichen Produkten verwendet. "Daran hat das graue Wasser einen großen Anteil. Das ist Wasser, das nicht direkt verbraucht, aber verschmutzt wird, zum Beispiel durch Pestizide." Sehr wasserintensiv ist zum Beispiel der Anbau von Kaffee und Kakao. Aber auch Erdbeeren, die durchgängig etwa in Südspanien produziert werden, brauchen viel Wasser, das eigentlich in der Region nicht vorhanden ist. Dafür werden die Grundwasserreserven angegriffen, was auch schützenswerte Ökosysteme gefährdet.

Wie können Verbraucher ihren virtuellen Wasserverbrauch verringern?

"Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass sie mit ihrem Konsum so große Mengen an Wasser verbrauchen, und das oft in Gebieten, wo das kostbare Nass ohnehin schon rar ist", meint Tristan Jorde von der Verbraucherzentrale Hamburg. "Hier hilft nur Aufklärung." Wer weiß, wie viel Wasser zur Produktion des Aluminiums in Kaffeekapseln nötig ist, wird vielleicht künftig darauf verzichten. Auch die Mandelmilch verliert ihren Reiz, wenn bekannt ist, dass der größte Teil der hier angebotenen Mandeln aus Monokulturen in kalifornischen Trockengebieten oder ähnlich belasteten Regionen in Chile oder Australien stammt.

Welche Produkte schlucken besonders viel Wasser?

"Fleisch ist einer der größten Klimakiller und Wasserverbraucher", sagt Philipp Wagnitz vom WWF Deutschland in Berlin. So werden für die Erzeugung von einem Kilo Rindfleisch 15.000 Liter benötigt. Ein Baumwoll-T-Shirt kommt auf 2000, eine Jeans auf 11.000 Liter. Eine Tasse Kaffee verbraucht 140 und ein Liter Bier 300 Liter Wasser. "Insgesamt zählen Lebensmittel und Textilien zu den größten Wasserverbrauchern", so Wagnitz. Auch bei technischen Produkten ist die Wassermenge für die Herstellung groß. "Je mehr Hightech, desto mehr Wasser steckt drin", bringt es Tristan Jorde auf den Punkt. Ein Auto verbraucht zum Beispiel 400.000 Liter, ein Computer 20.000 Liter.

Wie können Verbraucher sinnvoll sparen?

Ein Lebensstil ändert sich nicht von heute auf morgen, glaubt Philipp Wagnitz. "Die meisten haben schon davon gehört, dass Fleisch klimaschädlich ist, und trotzdem werden in Deutschland jährlich immer noch pro Kopf 88 Kilogramm Fleisch verzehrt." Es seien kleine Schritte. "Immer mehr Menschen leben vegetarisch. Und sie verhalten sich insgesamt umweltbewusster. Wenn zunehmend regional, saisonal und ökologisch eingekauft wird, dann wirkt sich das positiv auf den virtuellen Wasserverbrauch aus." Allerdings sind auch die Unternehmen in der Verantwortung, ihre Lieferanten zu unterstützen, sorgsam mit Wasser umzugehen. Tabu sollte es laut Wagnitz sein, Produkte aus Standorten zu beziehen, wo das Wasser sich nicht erneuern kann, so wie bei Wüstenaquiferen. "Verbraucher sollten ihren Händler durchaus fragen, woher die Produkte kommen und unter welchen Bedingungen sie produziert werden."

Wo ist Sparen besonders effektiv?

Viele technische Produkte und Textilerzeugnisse haben eine sehr schlechte Wasserbilanz. "Also nicht zu viel davon kaufen", rät Silvia Bender. "Verbraucher sollten sich schon überlegen, ob sie die vierte Jeans wirklich benötigen oder ob es alle zwei Jahre ein neues Handy sein muss." Noch stärker zu Buche schlägt aber der tägliche Konsum von Obst, Gemüse und verarbeiteten Lebensmitteln. "Hier kann man viel erreichen, wenn statt weit gereister Produkte öfter Früchte und Gemüse aus der eigenen Region ausgewählt werden", meint sie. Und alle Lebensmittel sollten sparsam verwendet werden, damit möglichst wenig Abfall entsteht. "Nachhaltig einkaufen, weniger konsumieren, Bioprodukte verarbeiten - damit lässt sich auch sinnvoll Wasser sparen."

Quelle: n-tv.de, Katja Fischer, dpa

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