Ratgeber

Corona-Lage in Europa So sieht es für Urlauber im Ausland aus

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Kann langsam wieder losgehen.

(Foto: imago images/Michael Matthey)

Ein Ende der Pandemie ist in Sicht und immer mehr Menschen machen sich Gedanken, wo sie ihren Sommerurlaub verbringen möchten. Doch welche Regeln gelten an den beliebtesten Reisezielen? Und wie ist die aktuelle Corona-Lage? Hier ist der Überblick.

Es gibt berechtigte Hoffnung auf einen schönen Urlaub in den nächsten Monaten. Das Impfen hat Fahrt aufgenommen. In Europa werden die Lockdowns gelockert, viele Urlaubsländer öffnen sich bald wieder für Touristen. Eine Übersicht:

Frankreich

Reisen innerhalb Frankreichs sind mittlerweile wieder möglich. Auch ohne triftigen Grund dürfen sich Menschen wieder mehr als zehn Kilometer von der Wohnung entfernen. Nach wie vor gilt aber eine nächtliche Ausgangssperre ab 19 Uhr. Mehr Freiheiten soll es ab dem 19. Mai geben. Museen, Kinos und Geschäfte können dann unter Auflagen wieder öffnen, ebenso die beliebten Außenbereiche von Restaurants. Die Ausgangssperre soll dann ab 21 Uhr gelten.

Wer aus Europa nach Frankreich einreist, braucht einen negativen PCR-Test, der nicht älter als 72 Stunden ist. Zusätzlich muss eine Erklärung ausgefüllt werden, in der Reisende etwa versichern, keine Covid-19-Symptome zu haben. Vorrechte für Geimpfte gibt es nicht.

Griechenland

Am 16. Mai fällt in Griechenland der offizielle Startschuss für die Tourismus-Saison. Das Datum geht mit weiteren Lockerungen einher - so dürfen die Menschen fortan innerhalb des Landes wieder frei reisen, was Griechen und Ausländern zuvor monatelang verboten war. Cafés, Bars und Tavernen haben bereits ihre Außenbereiche geöffnet, allerdings gilt weiterhin ein nächtliches Ausgangsverbot von 23 bis 5 Uhr.

Besucher müssen sich vor der Einreise registrieren und ihren vollen Impfschutz (14 Tage nach dem zweiten Impftermin) oder einen höchstens 72 Stunden alten PCR-Test vorweisen. Eine Quarantänepflicht besteht nicht mehr.

Großbritannien

Pubs und Restaurants sind weitgehend wieder geöffnet, ab Montag dürfen sie in großen Teilen des Landes auch wieder drinnen Gäste empfangen. Auch die Kontaktbeschränkungen werden deutlich gelockert.

Für Einreisende gibt es aber weiterhin große Hürden: In den meisten Fällen ist eine zehntägige Quarantäne notwendig - bei Hochrisikoländern sogar auf eigene Kosten im Hotel. Vor der Einreise ist in jedem Fall ein negativer Test vorzuweisen, außerdem müssen am zweiten und achten Tag nach der Einreise PCR-Tests gemacht werden. Nur für Länder auf Englands sogenannter "grüner Liste" gelten weniger strenge Regeln. Ausnahmen für Geimpfte gibt es bislang nicht.

Italien

Das Mittelmeerland befindet sich seit Kurzem auf einem schrittweisen Lockerungskurs. Wo die Corona-Zahlen moderat sind, dürfen Restaurants und Bars auch abends im Außenbereich an Tischen servieren. Ab 22 Uhr gilt weiter ein Ausgangsverbot. Museen und Kinos in den sogenannten Gelben Zonen haben bereits geöffnet. Ab 1. Juni sollen die Menschen in Lokalen auch wieder drinnen sitzen dürfen. Italien peilt den 2. Juni für den offiziellen Start der Sommersaison an. Wie genau die Regelungen für Einreisende, auch für Geimpfte, im Juni aussehen werden, ist noch nicht ganz klar. Die Corona-Zahlen sind zuletzt beständig gesunken. Mehr als 25 Prozent der Bevölkerung sind mindestens einmal gegen Corona geimpft.

Grundsätzlich ist Urlaub in Italien möglich, aber bei der Einreise fordert das Land weiterhin eine Quarantäne von fünf Tagen. Die Regierung Draghi will diese aber wohl bis zum 15. Mai aufheben, berichtet der Corriere della Sera in seiner heutigen Ausgabe. Zusätzlich gilt eine mehrfache Testpflicht - mit PCR-Test oder einem Antigen-Schnelltest vor und nach der Einreise. Diese Regelung läuft bis Mitte Mai. Dann soll ein nationaler "Grüner Impfpass" eingeführt werden, um frei innerhalb des Landes reisen zu können.

Niederlande

Ende April wurden die ersten Maßnahmen seit dem strengen Lockdown gelockert. Die Ausgangssperre ist abgeschafft, Geschäfte dürfen Kunden wieder empfangen und Gaststätten Gäste bedienen - unter Auflagen und nur draußen von 12 Uhr bis 18 Uhr. Verboten sind weiterhin alle Veranstaltungen mit Publikum. Museen, Kinos und Theater bleiben zu. Ab dem 19. Mai steht der zweite Schritt der Öffnung bevor, etwa für Gaststätten und Fitnessstudios. Bedingung ist, dass die Patientenzahlen in Krankenhäusern deutlich sinken.

Ausländischen Besuchern raten die Niederlande dringend von Urlaubsreisen ab. Wer dennoch kommen will, muss einen negativen Corona-Test vorweisen und sich für zehn Tage in Quarantäne begeben. Wenn ein zweiter Test erneut negativ ist, endet die Quarantäne. Geimpfte haben keine Privilegien.

Schweden

Die schwedischen Maßnahmen - darunter eine Teilnehmerobergrenze für Veranstaltungen von acht Personen und die Schließung von Restaurants, Kneipen und Cafés um 20.30 Uhr - wurden gerade bis zum 1. Juni verlängert.

Ausländer müssen bei der Einreise einen negativen, maximal 48 Stunden alten Corona-Test vorweisen. Die nationale Gesundheitsbehörde empfiehlt darüber hinaus, sich nach der Ankunft sowie noch einmal fünf Tage danach testen zu lassen und Kontakte für sieben Tage zu vermeiden.

Spanien

Am 9. Mai endete der sechsmonatige Corona-Notstand. Das Infektionsgeschehen ist deutlich niedriger als zum Beispiel in Deutschland. In einigen Urlaubsregionen wie Valencia oder den Balearen mit Mallorca ist die Situation sogar noch entspannter. Nach Ende des Notstandes gibt es allerdings Unklarheit, welche Maßnahmen weiter gelten sollen. Auf den Kanaren etwa untersagte das Oberste Landesgericht die Fortdauer einer nächtlichen Ausgangssperre, auf Mallorca hingegen bestätigte das dortige höchste Gericht diese Maßnahme. Die Maskenpflicht auch im Freien gilt weiterhin fast überall.

Die Einreise ist aus allen EU- und Schengen-assoziierten Staaten möglich. Die Testpflicht für Einreisen aus einem Risikogebiet aus dem Ausland besteht aber weiter. Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in einige Regionen Spaniens, darunter Madrid, Katalonien oder das Baskenland, wird in Berlin aufgrund der relativ hohen Infektionszahlen noch gewarnt. Privilegien für Geimpfte oder Genesene gibt es in Spanien nicht.

Österreich

Dank sinkender Infektionszahlen öffnen am 19. Mai Gastronomie, Hotels, Bühnen und Sporteinrichtungen. Ein neuer Anstieg an Covid-19-Fällen soll mit Zutrittstests, Gästeregistrierungen und Abstandsregeln verhindert werden.

Urlauber aus Deutschland und anderen Ländern mit niedrigem Corona-Risiko können ab dem 19. Mai ohne Quarantäne einreisen. Geimpfte, Getestete und Genesene dürfen ins Land. Die sogenannten Drei Gs sind auch die Eintrittskarte für Restaurants, Hotels und Veranstaltungen. Obwohl die Sieben-Tage-Inzidenz in Österreich niedriger als in Deutschland ist, sind Test und Quarantäne bei der Rückkehr nach Deutschland nötig. Bayern und Österreich einigten sich jedoch, schon diese Woche darauf, den Grenzübertritt für private Besuche oder Einkäufe ohne Quarantäne wieder zu erlauben.

Türkei

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Noch bis zum 17. Mai gilt in der Türkei ein Lockdown: Nur Geschäfte für den täglichen Bedarf sind geöffnet, die Menschen dürfen lediglich für wichtige Erledigungen vor die Tür.

Touristen sind von diesen Ausgangsbeschränkungen ausgenommen und können sich frei bewegen. Bei der Einreise aus Deutschland in die Türkei muss ein negativer PCR-Test vorgelegt werden, der nicht älter als 72 Stunden sein darf.

Quelle: ntv.de, awi/dpa

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