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Briten monieren Täuschung Staubsauger-Werbung ist vorerst in Ordnung

Im Staubsauger-Streit zwischen Dyson und BSH Hausgeräte haben die Briten eine weitere Niederlage eingesteckt. Das Landgericht Berlin wies einen Eilantrag ab, die umstrittene BSH-Werbung zu verbieten. Doch die entscheidende Frage bleibt ungeklärt.

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Grundsätzlich gilt: Voller Beutel, weniger Leistung.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Staubsauger-Hersteller BSH Hausgeräte muss an seiner Werbung für seine Geräte der Marken Bosch und Siemens vorerst nichts ändern. Ein entsprechender Vorstoß des britischen Konkurrenten Dyson scheiterte am Dienstag vor dem Landgericht Berlin. Die Richter wiesen einen Antrag auf Einstweilige Verfügung zurück, wie eine Gerichtssprecherin am Dienstag mitteilte. Es fehle "an der notwendigen Dringlichkeit für eine vorläufige Untersagung der Werbung". Dyson habe mit dem Antrag mehr als zwei Monate gewartet, nachdem dem Unternehmen bereits ein Gutachten in seinem Sinne vorlegen habe, hieß es zur Begründung. Anders als BSH stellt Dyson Staubsauger ohne Beutel her.

Die Briten werfen dem deutschen Rivalen vor, zwei Saugermodelle zu Unrecht mit der höchsten Effizienzklasse beworben zu haben. Bei fast vollem Staubbeutel steige die Leistung und damit auch der Verbrauch nahezu um das Doppelte. Somit würden die Verbraucher in der Werbung getäuscht, argumentierten die Dyson-Anwälte in der Gerichtsverhandlung.

Der BSH-Anwalt wies darauf hin, das Unternehmen habe sich an die EU-Vorgaben gehalten, die Messungen mit leerem Beutel vorsehen. Das Urteil bezog zum Vorwurf der Irreführung keine Stellung. Gegen die Entscheidung ist eine Berufung möglich.

Dyson hatte sich zuvor auch vor einem niederländischen Gericht und dem EU-Gericht in Luxemburg nicht durchgesetzt. Demzufolge wird die Energie-Effizienz von Staubsaugern auch weiterhin für Geräte mit leerem Beutel berechnet (Rechtssache T-544/13). 

Für das EU-Energie-Etikett würden derzeit Saugleistung und Energieverbrauch nur bei Geräten mit leerem Beutel getestet. Dyson fühlt sich unfair behandelt: Die Firma wirbt mit Staubsaugern "ohne Saugkraftverlust", selbst mit vollem Auffangbehälter. "Wichtig in Bezug auf den Klimaschutz ist der tatsächliche Energieverbrauch eines Geräts und nicht ein fiktiver Wert, der nur im Labor erzielt wird", heißt es in einer Stellungnahme des Unternehmens. Das Energie-Etikett bilde nicht ab, dass ein Staubsauger mit vollem Beutel weniger gut sauge und mehr Strom verbrauche. Das räumten die Richter zwar ein. Allerdings gebe es für Staubsauger mit gefülltem Beutel keine zuverlässigen und genau reproduzierbaren Tests.

Quelle: n-tv.de, awi/dpa

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