Ratgeber

13 sind "gut" Vier Olivenöle fallen mit "mangelhaft" durch

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Olivenöl steht für Gesundheit, Genuss und südländische Lebensart - was mit der Qualität mancher Produkte aber nicht zu vereinbaren ist.

(Foto: imago images / Panthermedia)

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Es wird so langsam dunkler und kühler. Eine mediterrane Ernährung kann dabei helfen, gesund zu bleiben und etwas sommerliche Restwärme zu bewahren. Unverzichtbarer Energie- und Geschmacksträger dabei ist Olivenöl. Doch nicht alle Öle sind dazu geeignet, wie Warentest zeigt.

Olivenbäume säumen en masse das Mittelmeer. Fast eine halbe Milliarde Olivenbäume stehen auf dem Boden der Europäischen Union. Geerntet wird im Winter, das Olivenöl steht aber normalerweise ganzjährig im Supermarkt zur Verfügung. Es gilt als der Protagonist der mediterranen Ernährung, mit all den damit einhergehenden gesundheitlichen Vorteilen, die pflanzliche Fette im Allgemeinen und Olivenöl im Besonderen zu bieten haben. Kurzum, Olivenöl steht für Gesundheit, Genuss und südländische Lebensart. Und davon kann man ob der politischen Großwetterlage und dem nahenden Winter eigentlich nicht genug haben.

Doch der Durchschnittsdeutsche neigt beim Verzehr eher zur Zurückhaltung. So liegt der Pro-Kopf-Verbrauch pro Jahr gerade mal bei knapp einem Liter. Griechen bringen es innerhalb desselben Zeitraums locker auf das 15-Fache. Doch egal wie viel und wofür, auch beim hier im Supermarkt zu erwerbenden Olivenöl sollte die Qualität stimmen und es auch schmecken.

13 Olivenöle sind zu empfehlen

Und immerhin, bei der diesjährigen Untersuchung von 19 Produkten der Güteklasse "nativ extra" kann die Stiftung Warentest 13 Olivenöle mit "gut" empfehlen - zu Preisen zwischen 5,75 und 36 Euro je Liter. Erfreulicherweise stießen die Tester trotz verknappten Angebots wegen der "Ölkrise" im Angebotssortiment des Einzelhandels nicht auf mehr schlechte oder gepanschte Ware. Auch fanden sie keine Hinweise auf Verfälschungen durch andere Pflanzenöle und die Herkunftsangaben passten zu den Angaben auf den Flaschen.

Vier Bio-Öle bewertete Warentest hingegen mit "mangelhaft". Sie schmeckten ranzig und waren sensorisch fehlerhaft. Sie hätten nach EU-Olivenöl-Verordnung somit nicht als nativ extra verkauft werden dürfen. Dies betraf das "Bio-Zentrale Natives Olivenöl extra" und "Denns Biomarkt Dennree Olivenöl nativ extra". Und auch die Öle "Corovita Premium Bio-Olivenöl natives Olivenöl extra" und "Müller Bio Primo Spanisches Olivenöl nativ extra", die zudem stark mit Mineralölbestandteilen belastet waren. Einige dieser Stoffe stehen im Verdacht, krebserregend zu wirken. Sie sollten in Lebensmitteln nicht auftauchen. Die Labordaten deuten darauf hin, dass die Schadstoffe von technischen Schmierölen stammen. Kein Olivenöl war hingegen in der Pestizid-Prüfung auffällig.

Der Testsieger ist das teuerste Produkt der Untersuchung aus dem Feinkosthandel. Das "Crudo Sei Cinque Zero Olio extra vergine d'oliva" riecht und schmeckt als einziges Öl sehr gut ausgewogen - kostet allerdings auch 36 Euro pro Liter ("gut 1,9"). Die guten Discounter-Öle von Lidl "Primadonna Natives Olivenöl (2,2) extra" und von Aldi "Cantinelle Natives Olivenöl extra" (2,3) kosten 5,75 Euro pro Liter.

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Wer Bio-Öle wie das "Bertolli Bio Originale Natives Olivenöl extra" ("gut", 2,1, 10,90 Euro) oder "Edeka Bio Natives Olivenöl extra aus Griechenland) ("gut", 2,1, 11 Euro) kauft, fördert den Öko-Olivenanbau, wo etwa Schädlinge natürlich bekämpft werden. Chemisch-synthetische Pestizide sind hier tabu, extra angepflanzte Sträucher und Blumen bieten etwa Nützlingen ein Zuhause und verbessern die Bodenqualität.

Mit Blick auf gesundheitsfördernde Stoffe unterscheiden sich Bio- und konventionelle Öle nicht. Alle bestehen zu etwa 70 Prozent aus Ölsäure. Diese einfach ungesättigte Fettsäure kann ungünstiges Cholesterin im Blut senken. Vorteilhaft sind auch Polyphenole. Für diese sekundären Pflanzenstoffe, die Oliven in der Natur vor Fressfeinden schützen, lässt die EU eine Werbeaussage zu: "Olivenöl-Polyphenole tragen dazu bei, die Blutfette vor oxidativem Stress zu schützen." Voraussetzung: 20 Gramm Olivenöl liefern mindestens 5 Milligramm des Polyphenols Hydroxytyrosol und verwandter Verbindungen. Erstaunlich: Bis auf das Öl von Müller enthalten alle im Test so viel an Polyphenolen, dass die Anbieter damit werben dürften. Es macht aber keiner.

(Dieser Artikel wurde am Mittwoch, 21. September 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, awi

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