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Tüv-Verband mahnt zur VorsichtStromausfall: Worauf es bei Notstromaggregaten ankommt

23.01.2026, 10:30 Uhr
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Dieser Stromerzeuger schafft ein paar Geräte, kein ganzes Haus. Und damit alles sicher bleibt, betreibt man ihn nur draußen, wo die Abgase ungehindert abziehen können. (Foto: picture alliance / dpa-tmn)

Haben Sie Angst vor einem Blackout? Mehrere Tage ohne Strom auskommen, wie Anfang Januar in Teilen von Berlin, will wohl niemand. Die Lösung: Ein Notstromaggregat für zu Hause. Oder etwa nicht?

Wenn die Versorgung über das Stromnetz unterbrochen ist, könnte man sich doch mit einem mobilen Stromgenerator behelfen. Oder? Ja, aber nur, wenn man viele Sicherheitsaspekte beachtet, so Hermann Dinkler. Der Experte für Brand- und Explosionsschutz beim Tüv-Verband erklärt: "Wer unvorsichtig oder gar fahrlässig mit Notstromaggregaten oder den zugehörigen Kraftstoffen umgeht, begibt sich in Lebensgefahr."

Aber zunächst mal die Frage: Welchen Stromerzeuger brauche ich eigentlich? Wer über einen Kauf nachdenkt, sollte überlegen, welche Geräte im Falle eines Stromausfalls versorgt werden müssen. Bei der Auswahl des Geräts sind dann diese Fragen wichtig:

  • Wie viel Leistung brauche ich?

  • Wie groß ist der Tankinhalt?

  • Wie lang kann das Gerät laufen?

  • Wie laut ist der Stromerzeuger?

Zum Thema Leistungsklassen und Größen hat der ADAC eine Übersicht als grobe Orientierung erstellt:

  • Kleine mobile Generatoren mit 1000 bis 3000 Watt sind fürs Camping oder einzelne Haushaltsgeräte geeignet.

  • Mittelgroße Aggregate mit 4000 bis 8000 Watt reichen für Kühlschrank, Heizung, Router und Licht.

  • Große stationäre Anlagen mit 10.000 bis 20.000 Watt sind für die Versorgung eines ganzen Hauses geeignet.

Einsteigermodelle kosten laut Tüv-Verband rund 200 Euro. Damit lassen sich etwa einige Kochplatten, eine Kühlbox oder kleinere Elektrogeräte betreiben. Stromgeneratoren mit 3000 bis 6000 Watt Leistung laufen mit einer Tankfüllung etwa acht und zwölf Stunden. Sie könnten zeitweise also etwa eine Wärmepumpe oder eine Umlaufpumpe für die Heizung versorgen.

Tipp: Geht es um Geräte wie Laptops, Smartphones oder Fernseher, ist ein Aggregat mit Inverter empfehlenswert. Hermann Dinkler erklärt: "Ein Inverter verhindert Spannungsschwankungen, die der Elektronik schaden könnten."

Wichtig für Mieter: Sie müssen das Einverständnis des Vermieters einholen, denn er hat die Verantwortung für die elektrischen Anlagen im Gebäude.

Wann sollte man Fachleute hinzuziehen?

Am besten so früh wie möglich. Wer einen Generator ans Hausnetz anschließen will, sollte Dinkler zufolge einen Elektrofachbetrieb mit dem Einbau und dem Anschluss beauftragen. Sonst könnte es zu Problemen kommen, wenn etwa die Stromversorgung plötzlich wieder da ist und mit dem Generatorstrom wechselwirkt.

Auch Heizungssysteme stellen teils hohe Anforderungen an Stromerzeuger. Wer die Heizung so versorgen will, sollte das im Vorfeld mit dem Sanitärbetrieb absprechen. Das gilt für alle komplexen Geräte - wer es nicht sicher weiß, lässt sich besser beraten.

Größere Geräte benötigen laut ADAC einen Netzumschalter. Bevor man sie fest an das Hausnetz anschließen möchte, sollte man den Netzbetreiber informieren - er kann auch Auskunft dazu geben, ob man das Gerät aufgrund seiner Leistung bei den Behörden anmelden muss.

Notstromerzeuger: Was muss ich bei der Standortwahl beachten?

Wer einen Notstromgenerator benutzen will, sollte zunächst einen geeigneten Standort suchen. "Notstromaggregate dürfen niemals in der Wohnung selbst genutzt werden", sagt Hermann Dinkler. Sonst bestehe die Gefahr einer Kohlenmonoxid-Vergiftung, die tödlich enden kann.

Bei einem Mehrfamilienhaus könne ein Generator auf dem Balkon stehen. Bei einem Einfamilienhaus könnte man das Gerät im Garten betreiben. In beiden Fällen kann wegen der Abgase und des beträchtlichen Lärms aber Ärger mit den Nachbarn drohen.

Wer das Gerät in Innenräumen wie dem Keller betreiben will, muss erhöhte Sicherheitsanforderungen beachten. Da geht es laut Dinkler dann um Leitungen für Zu- und Abluft.

Welche Sicherheitsaspekte sind noch wichtig?

Es beginnt bei der richtigen Lagerung des Kraftstoffs. Hermann Dinkler verweist auf die gesetzlichen Regelungen: Im Keller oder in der Garage darf man maximal 20 Liter Benzin lagern (Diesel 200 Liter). In der Wohnung selbst ist die Lagerung von einem Liter Benzin erlaubt. Der ADAC rät: Benzin und Diesel nur in dichten und bruchsicheren Kanistern aufzubewahren. Die Behälter sollten nur in gut belüfteten Räumen und mit ausreichend Abstand zu potenziellen Zündquellen lagern.

Den Kraftstoff sollte man laut Hermann Dinkler nur bei ausgeschaltetem und kühlem Motor nachfüllen, um eine Entzündung an heißen Geräteteilen zu vermeidenden. Und damit die angeschlossenen Geräte keinen Schaden nehmen, rät der Tüv-Verband: Zunächst muss der Generator stabil laufen, dann kann man die Elektrogeräte anschließen. Bevor man den Stromversorgers wieder ausstellt, sollte man vorher die angeschlossenen Geräte trennen.

Quelle: ntv.de, awi/dpa

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