Öko-Test knabbert Studentenfutter: Vier sind "ungenügend"

Rein theoretisch taugt auch eine Mischung aus Nüssen und Rosinen als "Superfood". Auch wenn sie nach wie vor unter dem Begriff Studentenfutter und nicht Studierendenfutter verkauft wird. Was nicht weiter schlimm ist. Blöd hingegen, wenn sich auch Pestizide und Mineralöl in der Tüte finden lassen.
Der Mix aus Nüssen und Rosinen in Form von Studentenfutter gilt als gesunder Snack. Schließlich sorgt er mit Vitaminen, Proteinen und Fetten für reichlich Energie und taugt als Nervennahrung. Dabei können nicht nur junge, lernwillige Menschen eine Handvoll Gesundheit gebrauchen. Denn der Verzehr der Mischung kann auch gesundheitliche Vorteile mit sich bringen. Beispielsweise sollen die Fette der Früchte der Herzgesundheit zuträglich sein. Zudem sind Nüsse eine ausgezeichnete Quelle von Proteinen sowie Vitamin E und B. Rosinen sorgen für Süße und damit auch für den umstrittenen Zuckerkick. Damit sich Studentenfutter nicht als Kalorienbombe auf den Hüften auswirkt, sollte es denn auch nicht mehr als eine gute Handvoll am Tag sein.
Vor allem aber sollte die Qualität der Knabberei stimmen. Was aber leider nicht immer so ist, wie eine Untersuchung von Öko-Test von 29 Produkten zeigt. Die Tester haben die Ware aus (Bio-)Supermärkten, Discountern und Drogerien untersucht, darunter 11 Bio-Produkte. Beim Kauf wählten sie bevorzugt die klassischen Varianten aus – mit Rosinen, Sultaninen und/oder Weinbeeren und ohne tropische oder andere Früchte. Umgerechnet auf 200 Gramm wurden zwischen 1,69 und 4,99 Euro bezahlt.
Pestizide und Mineralöl in etlichen Mischungen
Ein spezialisiertes Labor analysierte die Studentenfutter-Marken auf Pestizide sowie das umstrittene Glyphosat und auf Verunreinigungen mit Mineralölbestandteilen. Die Untersuchung auf giftige Blausäure und das Schimmelpilzgift Ochratoxin A blieb ohne abwertungsrelevante Befunde. Auch die mikrobiologische Untersuchung und die Bestimmung der Gesamtkeimzahl waren weitgehend unauffällig: Schimmelpilze, Salmonellen, Enterobakterien und E. coli-Bakterien waren glücklicherweise kein Thema.
Etliche Studentenfutter fielen wegen des Nachweises von (PFAS-)Pestiziden und Mineralöl negativ auf. 6 von 29 Studentenfutter fallen demzufolge mit "mangelhaft" oder "ungenügend" durch. Die Finger lassen sollten Verbraucher demnach unter anderem von dem "Clarkys Studentenfutter Classic" von Netto, dem "Ardilla Studentenfutter Classic" von Norma, dem "Farmer Naturals Studentenfutter Classic" von Aldi - alle wurden mit "ungenügend" bewertet.
Bedenkenlos zugegriffen werden kann hingegen bei den 6 "sehr guten" Produkten. Unter anderem sind dies die beiden günstigen Mischungen "Naturgut Bio Studentenfutter" von Penny für 1,99 Euro und "Alesto Selection Studentenfutter Classic" von Lidl (2,29 Euro).