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Nahrungsergänzung im Test Veganer sollten unbedingt zugreifen

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Präparate außerhalb des Leistungskatalogs der gesetzlichen Krankenkassen fallen in die Eigenverantwortung des Krankenversicherten.

Viele Menschen wollen durch vegane Ernährung sich und der Umwelt etwas Gutes tun. Durch den kompletten Verzicht auf tierische Produkte riskieren sie jedoch einen Mangel an lebenswichtigen Vitalstoffen. Warentest rät bei einem Vitamin zur Ergänzung.

Man kennt das: Der Hausarzt des Vertrauens glaubt nicht an die Notwendigkeit von Nahrungsergänzungsmitteln. Denn Vitamine bekommen wir ja alle durch eine ausgewogene Ernährung genug. Eine Einschätzung, die durch die Stiftung Warentest im Wesentlichen geteilt wird.

Gerne vergessen wird in diesem Zusammenhang allerdings, dass der tatsächliche Bedarf an Vitaminen, Mineralien und Co. individuell sehr verschieden ist und sich die meisten Menschen eben nicht optimal ernähren. Nur eine Messung der entsprechenden Blutwerte gibt zuverlässig darüber Auskunft, ob eine zusätzliche Gabe von Vitalstoffen sinnvoll oder sogar notwendig ist. Aber da eine derartige Untersuchung keine Kassenleistung ist, wird eine entsprechende Empfehlung und eventuelle Ergänzung von sogenannten Experten nicht für nötig gehalten. Stattdessen wird sich pauschal an den umstrittenen (niedrigen) Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung orientiert. Messen? Fehlanzeige.

Nur Veganer von möglichem Mangel betroffen?

Aber zumindest wenn es darum geht, Menschen, die sich vegan ernähren, vor den schlimmsten Mängeln zu bewahren, raten auch die Tester zur Substitution von Vitaminen. Oder genauer, zumindest von Vitamin B12. Dies benötigt der Körper zwingend für die Zellteilung und Blutbildung. Wer vollständig auf tierische Produkte verzichtet, riskiert einen bedrohlichen Mangel. Was insofern tragisch ist, da der reduzierte Esser ja eigentlich sich und seinem Körper etwas Gutes tun möchte.

Ein Mangel droht im Übrigen auch bei diversen anderen Vitalstoffen wie beispielsweise Zink und Eisen. Warentest beschränkt sich in seiner Warnung aber nur auf Vitamin B12. Und dies nur für Veganer. Für Vegetarier ist demnach keine Nahrungsergänzung notwendig, da bei dieser Form eine ausgewogene Ernährung möglich ist.

Die Stiftung Warentest hat sieben Vitamin-B12-Präparate und acht Kombimittel ­­­für Vegetarier und Veganer untersucht, darunter bekannte Marken wie Ortho­mol und Doppel­herz.

Ergebnis: Manche Produkte sind nach Ansicht der Tester falsch dosiert. Zehn Produkte wurden als geeignet bewertet, davon alle reinen B12-Produkte. So zum Beispiel "Altapharma Vitamin B12" von Rossmann für 0,09 Euro pro Tag oder auch die "Multinorm Vitamin B12 Kur" von Aldi Süd (0,69 Euro pro Tag). Bei den Multis konnte "Das gesunde Plus Vegetarier und Veganer Vitamine + Mineralstoffe" von DM für 0,13 Euro pro Tag punkten. Gleiches gilt für das "Veggie Depot Vitamin B12 plus Magnesium und Folsäure" von Alvitale, bei dessen Einnahme täglich 0,16 Euro fällig werden.

Nicht empfehlen kann Warentest hingegen das mit einem Euro pro Tag teuerste Kombi-Produkt im Test. Denn das "Orthomol Veg One" enthält keinen Warnhinweis für das zusätzlich enthaltene Eisen. Zudem ist deutlich weniger Vitamin D enthalten als angegeben.

Quelle: n-tv.de, awi

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