Ratgeber

Teure Nebenkostenabrechnung 2023 Verbraucherschützer warnen vor "Preis-Hammer"

Wegen der hohen Energiekosten hat der Bundestag einen Heizkostenzuschuss für Menschen mit geringem Einkommen beschlossen.

Drastisch gestiegene Energiekosten machen sich für Mieter wohl erst 2023 bemerkbar.

(Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa/Sym)

Die drastisch gestiegenen Energiekosten werden sich für viele Verbraucher erst 2023 schmerzhaft bemerkbar machen. Verbraucherschützer warnen vor dem verspäteten "Preis-Hammer". Der Chef der Bundesnetzagentur mahnt, dass die Abrechnung "viele Menschen unvorbereitet" treffen könnte.

Verbraucherschützer haben darauf hingewiesen, dass die Nebenkosten-Abrechnungen in diesem Jahr die zuletzt drastisch gestiegenen Energiekosten nur bedingt widerspiegeln. "Der Preis-Hammer kommt im nächsten Jahr auf die Verbraucher zu", sagte der Energie-Experte Udo Sieverding von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ). Viele Preiserhöhungen im vergangenen Jahr seien vergleichsweise moderat gewesen.

Die große Preiswende bei Strom und Gas habe es zum Jahreswechsel gegeben. Damit dürfte es für viele Haushalte aber erst mit der Abrechnung im kommenden Jahr teuer werden. Auch Vermieter, die ihren Öltank in diesem Jahr füllen mussten, würden die Mehrkosten erst mit der Abrechnung im kommenden Jahr weitergeben, gab der Experte zu bedenken.

Sieverding geht davon aus, dass Versorger im laufenden Jahr die Preise weiter erhöhen werden. "Wann und um wie viel hängt auch mit der Beschaffungsstrategie der Unternehmen zusammen", sagte er der "NOZ". Erste Hinweise auf Strompreiserhöhungen im Juli oder August und damit rund um die Abschaffung der EEG-Umlage, die Verbraucher entlasten soll, gebe es bereits.

Stark gestiegene Energiepreise machen "extreme Sorgen"

Der Chef der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, hatte sich am Wochenende angesichts der Gaskrise dafür ausgesprochen, Privathaushalte nicht zu spät mit steigenden Kosten zu konfrontieren. "Wenn die Abschläge erst nächstes Jahr erhöht werden, trifft es viele Menschen unvorbereitet", sagte er.

Deutschlands größter Wohnungskonzern Vonovia rechnet 2023 wegen der stark gestiegenen Energiepreise mit erheblichen Problemen für viele Mieter bei den Nebenkosten. Er mache sich "extreme Sorgen" über die Abrechnungen für 2022, die 2023 fällig werden, sagt Vonovia-Vorstandschef Rolf Buch bei der Vorstellung der Jahresbilanz 2021. "Rund zwei Drittel der Wohnungen, die wir haben, werden mit Gas geheizt", sagte Buch weiter. Für den Vermieter seien die Heizkosten zwar ein Durchlaufposten, ihr Anteil an der Nebenkostenabrechnung liege aber bei 30 Prozent.

Unter den Vonovia-Mietern seien Familien, Senioren, Alleinerziehende und Berufsanfänger, "die finanziell oft wenig Spielraum haben". Deshalb sei es Aufgabe als Vermieter, auf das Problem hinzuweisen. Den Mietern habe man dringend empfohlen, die monatlichen Vorauszahlungen anzupassen. "Ich bin aber dennoch überzeugt, dass die Preissteigerungen für viele Haushalte nicht ohne weitere staatliche Unterstützung tragbar sein werden", sagte er weiter.

(Dieser Artikel wurde am Dienstag, 05. April 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, ter/AFP

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