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Nur eine überzeugt Warentester Zwei Versandapotheken "mangelhaft"

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Beim Service überzeugen viele Versandapotheken.

(Foto: dpa)

Versandapotheken legen in Deutschland seit der Pandemie im Umsatz zu. Wenn es um rezeptfreie Mittel geht, locken sie mit vermeintlich günstigen Preisen. Doch wie schaut es mit der Beratung aus?

Versandapotheken sind eine bequeme Sache. Und Geld lässt sich hier mitunter auch sparen. Doch der wichtigste Punkt, wenn es um Medikamente geht, ist die fachliche Kompetenz.

Die Stiftung Warentest hat elf umsatzstarke Versandapotheken, davon vier aus dem EU-Ausland, untersucht -unter anderem DocMorris, Sanicare, Medpex und Maycare.de. Prüfpunkte waren die fachliche Qualität, der Service, die Benutzerfreundlichkeit der mobilen Website, der Schutz persönlicher Daten und Mängel in den AGB.

Resultat: Beim Service überzeugen viele, doch bei der fachlichen Kompetenz ist keine besser als "befriedigend". Beispielsweise bestellte ein Tester bei den elf Versandapotheken zwei Mittel gegen Sodbrennen - eins mit Omeprazol, eins mit Pantoprazol. Beide zählen zur selben Arzneigruppe mit demselben Wirkmechanismus. Wer sie parallel schluckt, riskiert eine Überdosierung. Nur eine der elf Apotheken im Test reagierte angemessen und wies schon bei der Bestellung darauf hin, dass die beiden Mittel nur dann im gleichen Behandlungszeitraum anzuwenden seien, wenn das mit dem Arzt so besprochen ist.

Service oft gut, Beratung weniger

Zwar beschränkten manche Anbieter etwa die Bestellmenge bei dem Migränemittel, das ab mehr als zwei Stück rezeptpflichtig wird, oder wiesen beim Bestellvorgang beziehungsweise wenigstens auf einem Hinweiszettel im Paket auf mögliche Wechselwirkungen hin. Oft gab es aber auch überhaupt keine Beratung. Auch bei den anderen Aufgaben zur fachlichen Qualität, die telefonische Beratungen einschlossen, reagierten die Apotheken selten optimal. Deshalb schnitten selbst die drei bestplatzierten Versandapotheken im Test im wichtigsten Prüfpunkt nur "befriedigend" ab. Immerhin bei Datenschutz, Service und Website schnitten alle Anbieter "gut" bis "befriedigend" ab.

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Bei der fachlichen Qualität konnte noch DocMorris.de am meisten überzeugen. Die Apotheke war hier "befriedigend", sodass es durch ihren guten Service es für das Gesamturteil "gut" (Note 2,5) und somit den Testsieg reichte. Ganz anders sah es bei Medikamente-per-klick.de sowie Apotal.de aus. Zwar hatten diese die günstigsten Angebote, doch die fachliche Qualität ließ zu wünschen übrig, sodass das Gesamturteil "mangelhaft" (Note 4,8 beziehungsweise 5,0) lautete.

Die Untersuchung zeigt aber auch, dass sich bei rezeptfreien Mitteln durchaus sparen lässt - je nachdem, bei welcher Apotheke bestellt wird. Viele werben offensiv mit "Prozenten" auf rezeptfreie Mittel, denn diese unterliegen in Deutschland keiner Preisbindung.

(Dieser Artikel wurde am Mittwoch, 23. März 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, awi

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