Ratgeber

Finanztest warnt Vorsicht bei der Bausparberatung

Wer noch einen gut verzinsten älteren Bausparvertrag hat, sollte dessen plötzliche Kündigung nicht einfach hinnehmen. Foto: Oliver Berg

Wie gut oder schlecht ein Bausparvertrag ist, zeigt sich immer erst am konkreten Angebot.

(Foto: dpa)

Wird man nicht gerade als Sparer aus seinem Vertrag geworfen, ist Bausparen an sich eine gute Sache, findet Finanztest. Allerdings attestieren die Tester den Kassen bei der Beratung ein Armutszeugnis. Nur ein Anbieter kann überzeugen.

Für Menschen, die sich mit dem Gedanken tragen, in einigen Jahren eine Immobilie zu kaufen oder zu renovieren, ist ein Bausparvertrag eine prima Idee, findet Finanztest. Schließlich kann man sich so langfristig niedrige Zinsen sichern. Die Rechnung geht allerdings nur auf, wenn der Vertrag gut auf den Kunden abgestimmt ist. Was selten der Fall ist, wie Finanztest bei insgesamt 119 Testgespräche bei 16 Bausparkassen feststellen musste. Denn viele Bausparkassen empfehlen ungüns­tige Tarife, über­höhte Bausparsummen, extreme Tilgungs­beiträge oder Sparpläne mit zu hohem Spar­guthaben.

Insgesamt haben die Tester sieben Gespräche geführt für drei unterschiedliche Bauvorhaben. Das Ergebnis der Experten nach den Beratungsgesprächen: "Ein Armutszeugnis für die Branche."

Drei Mal "mangelhaft"

Die LBS Schleswig-Holstein-Hamburg konnte als einzige Bausparkasse überzeugen und erhielt eine gute Note. Als beste bundesweite Kasse konnte die Alte Leipziger punkten, sie kam auf ein "befriedigend". Die meisten Bausparkassen schafften allerdings nur ein "ausreichend". Dazu kamen noch drei "mangelhaft": Die Bausparkasse Mainz, Debeka und LBS Südwest. 

Der häufigste und schwerwiegendste Fehler: Viele Berater empfahlen Verträge mit viel zu hohen Bausparsummen. Die Zuteilung der Bausparsumme kam bei jedem vierten Angebot mindestens ein Jahr zu spät. In der Folge hätten Kunden bei einem Vertragsabschluss ihre Pläne verschieben oder einen Zwischenkredit aufnehmen müssen. Und das könnte in der Realität ziemlich teuer werden. Statt 1,75 Prozent für die Bausparsumme werden für den fälligen Zwischenkredit 4,5 Prozent Zinsen fällig.

Ein weiteres Problem bei der Beratung ist, dass nur wenige Berater für den jeweiligen Testfall das beste Tarifangebot herausgesucht haben. Der häufigste Fehler hier: Den Testkunden wurde ein Tarif mit besonders niedrigem Darlehenszinssatz angeboten. Das klingt auf den ersten Blick attraktiv, ist aber durch längere Zuteilungsfristen für den Bedarf der Kunden oft weniger geeignet. Finanztest empfiehlt Darlehenssätze von zwei Prozent, da oftmals die Zuteilungsfristen kürzer ausfallen. 

Quelle: ntv.de, awi

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